Schluss, Aus, vorbei. Am Mittwoch hat das Bonner Amtsgericht wegen Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung das Insolvenzverfahren gegen den Bonner SC eröffnet.

Bonn: Insolvenz

Schluss, aus, vorbei

22. Juli 2010, 10:47 Uhr

Schluss, Aus, vorbei. Am Mittwoch hat das Bonner Amtsgericht wegen Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung das Insolvenzverfahren gegen den Bonner SC eröffnet.

Dr. Christian Frystatzki, der bislang als vorläufiger Insolvenzverwalter den maroden Klub betreut hat, ist jetzt auch als Insolvenzverwalter bestimmt worden. „Das ist ein Schock, denn uns ist immer versichert worden, dass dieser Fall nicht eintreten werde“, ist Manager Mike Rietpietsch angefressen. „Trainer Karsten Hutwelker und ich haben nur deshalb hier angefangen, weil die NRW-Liga nie in Frage gestanden haben soll.“

Doch nach dem Lizenzentzug für die Klasse hat es der BSC nicht geschafft, die kurzfristige Liquiditätslücke von 100.000 Euro zu schließen. Außerdem wären in den nächsten 14 Tagen weitere 200.000 Euro für Gläubiger fällig gewesen. Auf der Mitgliederversammlung, an der nur noch 56 Mitlieder teilgenommen haben, bezifferte Vize-Chef Bernd Lehmann die Schuldenhöhe am 31. Dezember 2009 auf insgesamt 548.000 Euro (ohne das Darlehen von Geldgeber John Viol in Höhe von 7,3 Millionen Euro).

Viol selbst hat angekündigt, nach 15 Jahren nicht mehr bereit zu sein, alleine die Verbindlichkeiten des BSC zu tragen. „Der Verein hat sich daran gewöhnt, dass ich alles zahle. Teilweise habe ich 80 Prozent des Etats alleine gestemmt. Nun aber bin ich nicht mehr bereit, zu zahlen. Ich hätte es auch nicht mehr gekonnt. Ich habe die Schnauze voll.“

Nun droht die Liquidierung des Bonner SC. Lehmann kämpft zwar im Rahmen des Insolvenzverfahrens noch für den Spielbetrieb der Jugendfußball- und Tischtennisabteilung, aber die Erste ist tot. Bonn steht nun als erster Absteiger in der Mittelrheinliga fest. Zwar kann der Klub noch zu den Meisterschaftsspielen antreten, allerdings werden diese nicht gewertet. Der Neubeginn kann in der nächsten Saison 2011/2012 erfolgen. Und dann höchstens in der Landesliga. Rietpietsch: „Ob das Sinn macht, muss besprochen werden.“ Es ist eben Schluss, aus, vorbei!

Den RS-Kommentar lesen Sie auf der zweiten Seite

Autor:

Seite 1 / 2 Nächste Seite >

Mehr zum Thema

Wettbewerbe

Rubriken

Kommentieren