Mit einer gehörigen Portion Kampfgeist geht Herbstmeister Werder Bremen in die entscheidende Phase des Pokers um Stürmerstar Miroslav Klose.

Werder kämpft um Stürmerstar Klose

15. Januar 2007, 13:47 Uhr

Mit einer gehörigen Portion Kampfgeist geht Herbstmeister Werder Bremen in die entscheidende Phase des Pokers um Stürmerstar Miroslav Klose.

Mit einer gehörigen Portion Kampfgeist geht Herbstmeister Werder Bremen in die entscheidende Phase des Pokers um Stürmerstar Miroslav Klose. `Er hat bei uns einen Vertrag bis 2008. Es ist also nicht zwangsläufig so, dass er uns im Sommer verlässt, wenn wir nicht vorzeitig verlängern´, sagte Werder-Sportdirektor Klaus Allofs dem Sport-Informations-Dienst (sid) und zieht auch den Verzicht auf eine Ablösesumme in Millionenhöhe in Betracht, wenn sich diese nicht mit den Vorstellungen der Hanseatan deckt. `Wir werden das mit Miro gemeinsam besprechen. Aber wenn Werder einen Wechsel ablehnt, bleibt er. Es ist die Grundvoraussetzung, dass die Interessen aller berücksichtigt werden´, erklärte Allofs im Trainingslager im türkischen Belek. Neben Rekordmeister Bayern München sollen auch zahlreiche europäische Topvereine an dem WM- und Bundesliga-Torschützenkönig interessiert sein.

Klose selbst hatte den Kreis der für ihn in Frage kommenden Kandidaten zuletzt auf fünf reduziert. `Es ist alles offen´, wiederholt der Angreifer in diesen Tagen fast gebetsmühlenartig. Klose liebäugelte in der Vergangenheit immer wieder mit einem Wechsel ins Ausland, doch auch Werder scheint über 2008 hinaus nicht aus dem Rennen zu sein. `Wir gehen davon aus, dass wir eine reelle Chance haben, den Vertrag mit ihm zu verlängern´, sagte Allofs, der in den `nächsten Wochen und Monaten´ weiter verhandeln will: `Dass wir schon ohne ihn planen würden, ist völliger Blödsinn. Ein derartiges Szenario gibt es nicht.´ So wies Allofs auch zurück, dass der von Werder schon für die Rückrunde umworbene norwegische Nationalspieler John Carew vom französischen Meister Olympique Lyon langfristig als Klose-Ersatz vorgesehen sei. `Es geht darum, gute Spieler zu haben. Davon können nie genug im Kader stehen´, meinte Allofs, der die Verhandlungen mit Lyon in den nächsten Tagen weiter vorantreiben will.

`Der Spieler ist sehr interessiert, zu uns zu kommen. Wenn wir uns mit Lyon einigen sollten, würden die Verhandlungen mit Carew anlaufen. Wenn Ablöse und Gehalt machbar sind, wäre dieser Transfer sehr sinnvoll´, erklärte der Manager, betonte aber, dass Werder in der Winterpause nicht zwangsläufig einen weiteren Angreifer verpflichten werde. Auch wenn man noch `ein, zwei weitere Kandidaten auf der Liste´ habe. `Wir überprüfen den Markt, das ist völlig normal. Der Vertrag von Ivan Klasnic läuft aus. Hugo Almeida ist nur ausgeliehen´, sagte Allofs: `Im Sommer müssten wir also auch im Sturm aktiv werden, wenn Klose bleibt.´ Dies bedeute jedoch nicht, dass Klasnic und Almeida keine Zukunft in Bremen hätten. Mit dem derzeit verletzten Klasnic wurde allerdings noch nicht verhandelt.

Der vor der Saison vom portugiesischen Meister FC Porto auf Leihbasis verpflichtete Almeida hat wohl die besseren Chancen auf einen Verbleib. `Die Aussichten, dass wir ihn weiter verpflichten, sind sehr gut´, räumte Allofs ein und ist wohl bereit, die vereinbarten vier Millionen Euro nach Portugal zu überweisen. Schon in der Winterpause wird voraussichtlich ein Defensivallrounder zu den Bremern stoßen. Mit dem niederländischen Ehrendivisionär FC Twente Enschede besteht Einigkeit über einen Wechsel des deutschen U21-Nationalspielers Peter Niemeyer. Allerdings verhandelt der 23-Jährige mit Twente noch über seinen Auflösungsvertrag.

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