Gemeinsam gegen Rechts ist das Motto einer zunächst ungewöhnlichen Beziehung zwischen Jugendlichen, Theater und Fußball.

„RepuBlick auf Schalke“ ab Mai im Consol-Theater

sb
12. Januar 2007, 11:11 Uhr

Gemeinsam gegen Rechts ist das Motto einer zunächst ungewöhnlichen Beziehung zwischen Jugendlichen, Theater und Fußball.

Gemeinsam gegen Rechts ist das Motto einer zunächst ungewöhnlichen Beziehung zwischen Jugendlichen, Theater und Fußball. Rivalisierende Jugendliche begegnen sich in der Fankurve eines Stadions und lernen sich durch Austausch von Gefühlen und Erfahrungen kennen. Das ist der Inhalt eines Theaterstückes, dass die Schalker Fan-Initiative entwickelt hat. Mit dem Anti-Rassismus Projekt möchte die Fanorganisation Jugendliche von der Straße auf die Bühne locken.

Unter dem Titel „RepuBlick auf Schalke“ sollen sich Heranwachsende zwischen 14 und 18 Jahren spielend mit dem Thema Ausgrenzung aus der Gesellschaft auseinandersetzen. „Das Thema ist gerade wieder brandaktuell. Das zeigen nicht nur Zwischenfälle in der Regionalliga. Auch bei uns in der Arena gibt es immer wieder rechtsradikale Einzelfälle. Auch wenn es sich in letzter Zeit etwas gebessert hat“, erklärte Schalkes Vorsitzender und Schirmherr des Projektes Gerd Rehberg am Mittwoch in Gelsenkirchen.

„Ziel ist es, Jugendliche unterschiedlicher Herkunft über Erfahrungen im Umgang miteinander für einander zu sensibilisieren“, erklärte Kemal Demir, Theaterpädagoge und Regisseur des Stückes die Absicht der Macher. „Das Projekt verknüpft musikalische, soziale und körperbezogene Lernprozesse“, und soll laut Jan Chill von der Schalker Fan-Initiative „noch im Januar starten“.

Die Fan-Initiative rechnet für das Stück, das ab dem 24. Mai vier Mal im Consol-Theater in Gelsenkirchen aufgeführt werden soll, mit Produktionskosten von bis zu 40.000 Euro. „Daran beteiligt sich Schalke 04 mit 10.000 Euro. Das zeigt, wie wichtig uns das Thema ist“, betont der seit Montag 71-jährige Rehberg. „Für weitere Sponsoren sind wir immer offen“, wünscht sich Doris van Kemenade, vom Franz Lassalle-Haus in Gelsenkirchen weiteren Rückhalt aus der Wirtschaft, um das Projekt zu sichern. „Bei uns finden ab Ende Januar auch die Castings statt“, freut sich die Sozialpädagogin auf „viele interessante Jugendliche mit und ohne Zuwanderungshintergrund. Denn bei RepuBlick auf Schalke geht es nicht nur um Fremdenfeindlichkeit, sondern um Ausgrenzungen aller Art“.

Interessierte Jugendliche können sich bereits jetzt bei der Fan-Initiative unter 0209/24104 (Di.-Fr. 15-18 Uhr) oder im Ferdinand-Lassalle-Haus unter 0209/812151 bei Doris van Kemenade melden. Das Stück, bei dem nur der Rahmen vorgegeben wird, und die Jugendlichen den Inhalt, die Bühnenbilder sowie die Kostüme selbst gestalten werden, wird im Sommer in Bologna auch auf der Mondiali Antirazzisti, der antirassistischen Fußball-WM präsentiert.

Autor: sb

Kommentieren