Gerade mal zwei Jahre haben die Regionalligen in ihrer jetzigen Form auf dem Buckel, da werden bei betroffenen Klubs und Fans schon mögliche Reformen forciert.

Regionalliga-Reform

Das jähe Ende der "Totengräber-Liga"?

Stefan Schölzel
05. Juli 2010, 12:27 Uhr

Gerade mal zwei Jahre haben die Regionalligen in ihrer jetzigen Form auf dem Buckel, da werden bei betroffenen Klubs und Fans schon mögliche Reformen forciert.

Vor drei Wochen trafen sich die Vertreter verschiedener Vereine in Darmstadt und erarbeiteten unter dem Titel „Interessengemeinschaft Regionalliga“ ein Konzept für eine neue Regionalliga. Daraufhin gründete sich die „Faninitiative Pro Regionalliga Reform 2012“, deren Sprecher Alex Lehné ist und die Probleme eräutert: „Es fehlt an attraktiven Begegnungen, sie ist nicht durchlässig nach oben und die Auflagen, um in sie aufzusteigen sind stark übertrieben. Das macht sie zu einem wenig attraktiven Aufenthaltsort für ohnehin schon klamme Amateurvereine.“

Inzwischen kann auch das Argument der großen Profi-Vereine, dass sich ihre Talente gegen „gestandene Teams“ beweisen müssten, kaum noch aufrecht erhalten werden. Beispiel West-Staffel: Hier treten nächste Saison elf U23-Teams an, Tendenz steigend. „Die Spiele gegen die Zweitvertretungen machen nun mal die erwähnten unattraktiven Duelle aus. Diese Teams bringen allzu selten Fans mit, und auch beim Anhang der ersten Mannschaften rufen sie kaum Interesse hervor“, erklärt Darmstadt 98-Anhänger Lehné und betont: „Wäre die Regionalliga selbst nicht schon eine ‚Totengräberliga‘, wären die Klubs nicht zum finanziellen Tanz auf der Rasierklinge gezwungen. Gäbe es nicht die überzogenen Auflagen, könnten die Aufsteigervereine ihre Mittel in ein finanziell vernünftiges Konzept fließen lassen, anstatt in Baumaßnahmen, die zum Großteil überflüssig sind.“

Deshalb fordert die Fan-Initiative die Ausgliederung der zweiten Mannschaften in eine eigene Regionalligastaffel. Allerdings soll das beste Team dieser eigenen U23-Liga nach jeder Saison mit der schlechtesten U23-Mannschaft der 3. Liga ausgetauscht werden. In der 3. Liga würden demnach stetig vier solcher Teams mitspielen. Dabei gilt es zu beachten, dass dadurch nicht die fünfte Liga zum Staubecken der Zweitvertretungen verkommen soll, mit deren Ausarbeitung die IG Regionalliga beschäftigt ist.

Erster Erfolg ist in Sicht: Im Oktober will der DFB in Essen über eine mögliche Reform zur Saison 2012/2013 debattieren.

Autor: Stefan Schölzel

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