Viele Fragen und auch Unverständnis hat in Berlin die Debatte um die Umbenennung des Olympiastadions aufgeworfen.

Stadion-Umbenennung stößt in Berlin auf Kritik

26. Dezember 2006, 14:06 Uhr

Viele Fragen und auch Unverständnis hat in Berlin die Debatte um die Umbenennung des Olympiastadions aufgeworfen.

Viele Fragen und auch Unverständnis hat in Berlin die Debatte um die Umbenennung des Olympiastadions aufgeworfen. Laut Medienberichten denken Senat und Fußball-Bundesligist Hertha BSC Berlin über ein Namenssponsoring für die Endspielarena der Fußball-WM 2006 nach. `Ich wundere mich über diese Diskussion´, sagte Peter von Löbbecke. Der Chef der Berliner Stadionbetreibergesellschaft kritisierte die offenbar geplante Aufteilung der Einnahmen durch das Sponsoring.

Demnach soll der Senat 60 Prozent und Hertha 40 Prozent erhalten. `In der Branche ist es üblich, dass der Eigentümer das Geld erhält. Und das ist zu hundert Prozent das Land´, sagt von Löbbecke. Der Senat ist alleiniger Gesellschaftler, nachdem Hertha und eine Baufirma (Walter Bau) aus finanziellen Gründen aus dem Gesellschafterkreis ausgeschert waren. Hertha ist Hauptnutzer des Stadions, hat aber wie das Leichtathletik-Fest Istaf oder die Thunder-Footballer den Status eines Mieters für die 74.000 Zuschauer fassende Arena inne. Aus Sicht des Betreibers spricht ein weiterer Grund gegen die Umbenennung: `Berlin will sich für die Olympischen Spiele 2020 bewerben. Da wäre der Verlust des Namens ein großer Fehler´, sagt von Löbbecke.

Senat und Hertha wollen den Berliner Olympia-Traum jedoch ermöglichen. So soll die Umbenennung der Sportstätte auf eine Laufzeit von acht bis zehn Jahre begrenzt sein und vor den Spielen rechtzeitig rückgängig gemacht werden. Äußerst fraglich ist jedoch, ob das Internationale Olympische Komitee (IOC) den Plan akzeptiert. Im Rahmen einer früheren Debatte hatte es aus Lausanne geheißen, dass eine Arena, die einmal den Status eines Olympiastadions erhalten hat, nicht umbennant werden dürfe. Kritische Stimmen erntete der Plan in der Berliner Politik. Der Berliner SPD-Landes- und Fraktionsvorsitzende Michael Müller betonte, dass das Olympiastadion eine Marke für sich sei. Der Name dürfe nicht in Kombination mit einem Werbeträger auftauchen. Zudem sei ihm eine solche Initiative des Berliner Senats nicht bekannt. Die Debatte tauche Jahr für Jahr auf, so sicher wie das `Ungeheuer aus Loch Ness´, wird Müller zitiert.

Herthas Aufsichtsrats-Chef Werner Gegenbauer hatte sich in der Berliner Morgenpost für eine Umbenennung ausgesprochen: `Das ist einer jener Punkte, an denen wir Verbesserungen bei den Einnahmen erzielen können´, wird er zitiert. Bei den Planspielen wird der Wert der Rechte auf gut fünf Millionen Euro pro Jahr geschätzt. Es geht um einen Acht- oder Zehn-Jahres-Vertrag mit einem Gesamtvolumen von 50 Millionen Euro. Das Geld soll dann zur weiteren Modernisierung des gesamten Olympiageländes genutzt werden.

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