Torwart Frank Rost steht bei Fußball-Bundesligist Schalke 04 vor dem Absprung.

Rost auf Schalke vor dem Absprung

17. Dezember 2006, 11:29 Uhr

Torwart Frank Rost steht bei Fußball-Bundesligist Schalke 04 vor dem Absprung.

Torwart Frank Rost steht bei Fußball-Bundesligist Schalke 04 vor dem Absprung. Der 33-Jährige deutete am Samstagabend im `Aktuellen Sportstudio´ des ZDF an, dass er nicht länger gewillt sei, seine Reservistenrolle bei den Gelsenkirchenern hinzunehmen. `Ich bin kein Sitzfußballer, sondern will spielen´, sagte Rost nach dem Ende des 44 Tage andauernden Schalker Presseboykotts. Der ehemalige Nationaltorhüter war am 5. November dieses Jahres vor dem Spitzenspiel gegen Bayern München (2:2) von Manuel Neuer im Schalker Tor abgelöst werden. Sein erst 20 Jahre alter Nachfolger blieb in acht Partien in Folge ohne Niederlage und kassierte lediglich vier Gegentreffer.

`Den Schuh, dass es jetzt gut läuft und vorher nicht, ziehe ich mir nicht an. Manuel macht seine Sache hervorragend, da muss man den Hut vor ziehen. Aber zu jedem Argument findet sich eine passende Statistik´, sagte Rost. Trainer Mirko Slomka hatte den Torwartwechsel mit dem `fehlendem Glück´ seiner bisherigen Nummer eins erklärt, `auch mal einen unhaltbaren zu halten´. Allerdings waren Spekulationen aufgekommen, die Maßnahme hätte keine sportlichen Gründe, sondern sei aus einem Streit zwischen Coach und Spieler resultiert. `Am Freitag vor dem Spiel gegen Bayern gab es ein Gespräch, wie ich es bisher noch nicht erlebt habe´, meinte Rost vielsagend. Er wollte aber die Gerüchte, Slomka hätte ihn gefragt, ob er sich einen Einsatz gegen München zutraue und er den Fußballlehrer in Folge `Co-Trainer´ genannt habe, nicht kommentieren.

`Meine Demontage hat schon vorher begonnen, in der letzten Saison, als Rudi Assauer noch da war´, erklärte der 277-malige Bundesligaspieler. Zuletzt hatte der in Abstiegsnot geratene Hamburger SV Interesse an Rost angemeldet, der bei den Königsblauen noch einen bis zum 30. Juni 2009 laufenden Vertrag besitzt. Schalkes Manager Andreas Müller hatte bisher betont, man brauche `zwei starke Torhüter´ und werde Rost nicht freigeben, `es sei denn, er sagt mir ins Gesicht, dass er gehen will´.

Das kann sich der degradierte Keeper inzwischen offenbar vorstellen, auch wenn er mit dem Herzen an dem Traditionsklub hänge. `Ich bin in Leipzig geboren und daher nur ein Zugereister. Aber ich sympathisiere sehr mit Schalke 04 und wünsche mir nichts mehr, als dass dieser Verein die Schale bekommt´, sagte Rost: `Aber es ist so, wie es ist. Ich spiele nicht mehr. Mein Traum war immer, für Schalke zu spielen. Der ist zerplatzt.´

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