Mirko Slomka hatte Recht.

SCHALKE - Slomka freut sich auf "das Derby schlechthin"

hb
10. Dezember 2006, 09:25 Uhr

Mirko Slomka hatte Recht. "Wenn man das erreichen kann, wäre es ein schönes Gefühl. Aber ich glaube nicht, dass es möglich ist, da ich davon ausgehe, dass Bremen beide Spiele gewinnen wird."

Mirko Slomka hatte Recht. "Wenn man das erreichen kann, wäre es ein schönes Gefühl. Aber ich glaube nicht, dass es möglich ist, da ich davon ausgehe, dass Bremen beide Spiele gewinnen wird." Es war die Frage auf die Bedeutung der Herbst-Meisterschaft, die den Schalker Coach zur Annahme verleitete, man müsse auf den psychologisch hilfreichen, in der Endabrechnung aber wertlosen inoffiziellen Titel verzichten.

Im Gegenteil, mit dem 6:2 in Frankfurt setzte Werder ein deutliches Zeichen, dass das Aus in der Champions League keine nachhaltigen Folgen auf die Bundesliga hatte. Schon vor dem Anpfiff gegen Borussia Dortmund ist klar, dass Schalke die Nordlichter selbst bei einem Sieg im Derby nicht vom Platz an der Sonne verdrängen kann. Da auch der VfB Stuttgart und Bayern München ihre Hausaufgaben gegen Bochum beziehungsweise Cottbus, wenn auch mühevoll, erledigten, hat sich für die Königsblauen die Lage unter den ersten Vier der Liga etwas zugespitzt.

Zusätzlicher Motivation bedarf es dieser tollen Tage im Ruhrpott aber nicht, denn natürlich ist es nach wie vor so, dass den S04- wie BVB-Fans ein Sieg über den Rivalen wichtiger ist als der momentane Platz in der Tabelle. "Das ist das Derby schlechthin", kann auch Trainer Mirko Slomka den Anpfiff um 17 Uhr kaum noch erwarten. "Es gibt viele solcher reizvoller und prestigeträchtiger Nachbarschafts-Duelle in der Bundesliga. Selbst das Spiel Bayern gegen Hamburg wird bisweilen Nord-Süd-Derby genannt. Doch Schalke gegen Dortmund, das ist etwas ganz Besonderes", weiß auch der gebürtige Hildesheimer. "Das hat man in dieser Woche jeden Tag gespürt, wenn man auf den Trainingsplatz ging. Die Spieler wissen, was sie den Fans mit einem Sieg geben können", hat Slomka die Gesetze im Revier längst verinnerlicht. "Und ich hoffe, dass ich im zweiten Derby meinen ersten Sieg feiern darf."

Am 4. Februar 2006 gab es ein ziemlich langweiliges 0:0. Der letzte Heimsieg der Königsblauen über die Schwarz-Gelben liegt schon fünf Jahre zurück. Jeder wird sich an das denkwürdige Match erinnern, als die Spieler am 15. September 2001 erst im Mittelkreis Hand in Hand der Opfer der Anschläge in New York gedachten und dann ausgerechnet der frisch konvertierte Andreas Möller den einzigen Treffer besorgte.

Aus Sicht der Nummer eins im Revier ist die Zeit für den nächsten Dreier fällig. Dass der bevorstehende Abschied von Bert van Marwijk bereits ein Bonuspunkt für Schalke sei, glaubt Slomka indes nicht. "Das hat keinen Einfluss auf die Partie. Ich glaube nicht, dass er anders arbeitet", hat der 39-Jährige den 15 Lenze älteren Niederländer "als fachlich hervorragenden Kollegen kennen und schätzen gelernt". Slomka trifft "BvM" am morgigen Montag bei der Trainertagung in Frankfurt. Ob ihm der Sonntag gut bekommen ist, wird man in der Arena sehen. "Was es bedeuten würde, wenn das Spiel nicht gut für den BVB läuft, müssen andere Leute beurteilen", unkt Slomka, der nach den Eindrücken vom Abschlusstraining Gustavo Varela den Vorzug vor Hamit Altintop und Lincoln geben wird.

Autor: hb

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