Bester Laune und mit viel Spaß an der Arbeit präsentierte sich Frank Rost am gestrigen Mittwoch beim Training im Parkstadion.

SCHALKE - Frank Rost erhält keine Freigabe, wenn...

hb
07. Dezember 2006, 13:09 Uhr

Bester Laune und mit viel Spaß an der Arbeit präsentierte sich Frank Rost am gestrigen Mittwoch beim Training im Parkstadion.

Bester Laune und mit viel Spaß an der Arbeit präsentierte sich Frank Rost am gestrigen Mittwoch beim Training im Parkstadion. Erst fischte er einen Elfmeter von Rafinha aus der Ecke, dann feierte er Mesut Özil für sein siegbringendes Tor beim Spielchen fünf gegen fünf. Ob das Hoch in seiner Gemütslage mit den Annäherungsversuchen des Hamburger SV zu tun hat, konnten wir von ihm nicht erfahren. Natürlich hält sich auch Rost weiterhin an den Presse-Boykott der Schalker Spieler, daher kann über seine sportliche Zukunft nur spekuliert werden.

Andreas Müller hat bereits klar gemacht, dass er nicht daran denke, die einstige Nummer eins freizugeben. "Es wäre grob fahrlässig, einen Mann mit so großer Erfahrung gehen zu lassen. Ich erteile ein ganz klares Nein", winkte der Manager ab. "Wir brauchen zwei starke Torhüter, wir brauchen Frank Rost!"

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Dabei hat sich die Position des 33-Jährigen inzwischen sogar noch verschlechtert. Sein Nachfolger im S04-Kasten, Manuel Neuer, hat seine anfänglichen Kinder-Krankheiten schnell in den Griff bekommen. Den Patzern gegen die Bayern und in Cottbus steht eine Bilanz von insgesamt acht Bundesliga-Einsätzen ohne Niederlage gegenüber. Sechs Siege und nur fünf Gegentore markieren eine stolze Quote, die den anfangs überraschenden Torwart-Wechsel vor dem Hit gegen München am 5. November nun nachvollziehbar machen. Beim 0:0 in Nürnberg zeigte Neuer seine bisher beste Leistung, was die veränderte Hackordnung im Schalker Gehäuse für die nächsten Wochen und Monate regelt.

Daher sprechen drei Gründe für einen Weggang "Fäustels" von den Königsblauen.

1.) Fehlende Perspektive: Mirko Slomka hat bereits zu verstehen gegeben, dass Neuer bis zur Winterpause seine Nummer eins bleiben wird. Ob die Karten mit Beginn der Vorbereitung am 4. Januar 2007 neu gemischt werden, hat der S04-Coach noch nicht erklärt. Veranlassung gäbe es dazu nur, sollte Neuer gegen Dortmund und/oder in Bielefeld nicht so souverän auftreten wie zuletzt. Wie lange Rost ein Dasein als Reservist ertragen kann, ist ungewiss. Dass der verdiente Keeper seine Degradierung bisher ohne Aufbegehren hinnimmt, ist schon eine Überraschung. Viel mehr hätte man erwartet, dass der impulsive Profi richtig Ärger macht und die zu dem Zeitpunkt nicht wie ein Team wirkende Truppe aufmischt.

2.) Gute Perspektive: Der HSV hat ein Torwart-Problem. Sascha Kirschstein und Stefan Wächter haben sich als Unsicherheits-Faktoren erwiesen und genießen nicht das Vertrauen der sportlichen Führung. Rost soll schon in der Winterpause an die Elbe wechseln, um dem Bundesliga- "Dino" die Klasse zu sichern. "Bisher habe ich weder mit Frank Rost über das Thema gesprochen noch hat der HSV Kontakt mit mir aufgenommen", sieht Müller den Konkurrenten am Zug. "Es geht um Schalke, nicht um einzelne Spieler. Und es kann nicht sein, dass Schalke anderen Vereinen helfen muss", hat der 43-Jährige mit den Problemen der Konkurrenz nichts am Hut.

3.) Schöne Ablöse: Schalke hat im Sommer 2002 satte sieben Millionen Euro Ablöse an Werder Bremen überwiesen, um Rost von der Weser an die Emscher zu lotsen. Der Vertrag des gebürtigen Leipzigers läuft noch bis zum 30. Juni 2009. Rost gehört zu den Besserverdienern in der Mannschaft. Sollte er wirklich weg wollen, lohnt sich der Transfer - trotz des sportlichen Verlusts. Zwei bis drei Millionen Euro Ablöse sind realistisch. Die wird Schalke im nächsten Sommer, sollte man das Thema vor sich herschieben, nicht mehr kriegen. "Wenn mir Frank ins Gesicht sagen würde, dass er Schalke verlassen will, dann muss man darüber reden", bliebe Müller aber auch im Falle Rost seinem Grundsatz treu, dass man Reisende nicht aufhalten solle.

Autor: hb

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