Das Bottroper Jahnstadion war am Wochenende Schauplatz der Internationalen Deutschen Leichtathletikmeisterschaften der Menschen mit Behinderung (IDM).

IDM in Bottrop

Sechs Weltrekorde im Jahnstadion

Dennis Kohl (DerWesten)
15. Juni 2010, 11:51 Uhr

Das Bottroper Jahnstadion war am Wochenende Schauplatz der Internationalen Deutschen Leichtathletikmeisterschaften der Menschen mit Behinderung (IDM).

Insgesamt kämpften knapp 400 Teilnehmer aus 27 Nationen um Titel, Medaillen und Punkte für die IWAS-Wertung.

[gallery]1132,0[/gallery]
Die Top-Stars der Leichtathletik für Menschen mit Behinderung gaben sich am letzten Wochenende in Bottrop die Klinke in die Hand. Viele Augen waren vor allem auf Oscar Pistorius gerichtet. Und der Südafrikaner, mittlerweile das Aushängeschild des Behindertensports, enttäuschte nicht. Über 200 Meter sicherte er sich in 22,26 Sekunden den Titel vor Landsmann Arnu Fourie (23,59). Auch über die 400 Meter ließ Pistorius nichts anbrennen und eilte der Konkurrenz in 47,76 Sekunden davon. In der 4x 100 Meter Staffel waren die Südafrikaner (mit Pistorius) das Maß aller Dinge und stellten mit 43,16 Sekunden gar einen neuen afrikanischen Rekord auf.

[box_derwesten]
Doch nicht nur die Südafrikaner mit Starläufer Oscar Pistorius waren auf Rekordjagd. Insgesamt fielen gleich fünf Bestmarken. So gelang beispielsweise dem Brasilianer Jonathan Santos das Kunststück, zwei neue Weltrekorde aufzustellen. Beim Kugelstoßen der Kleinwüchsigen kam Santos auf 11,36 Meter. Doch damit nicht genug. Santos schleuderte den Diskus auch noch einmal auf 39,30 Meter und konnte somit seinen zweiten Weltrekord bejubeln. Im deutschen Lager durfte man sich ebenfalls freuen. Claudia Nicoleitzik (TV Püttlingen) stellte beim Weitsprung (3,91 Meter) ebenfalls eine neue Weltbestleistung auf.

[gallery]1134,0[/gallery]
Allerdings ging es bei dieser Veranstaltung nicht nur um Bestleistungen und Rekorde. Auch die Tatsache, gemeinsam mit den Top-Stars der Behindertensport-Szene an den Start gehen zu können, war für viele Athletinnen und Athleten ein echtes Highlight. „Es bedeutet den Sportlern sehr viel, wenn sie sagen können, schon einmal gegen einen Star wie beispielsweise Oscar Pistorius gelaufen zu sein“, sagt Jan Brockweg, technischer Manager der International Wheelchair & Amputee Sports Federation (IWAS). „Das ist eine große Motivation“, so Brockweg weiter.

Es waren aber nicht nur die Aushängeschilder des Behindertensports, die das Publikum verzückten. Ein gewisser Sören Seebold, gerade einmal sechs Jahre jung, erntete tosenden Applaus, als er über die 800 Meter der Rollis an den Start ging. Als Seebold die Ziellinie passierte, reckte er schließlich freudestrahlend die Hände in den Himmel.

Insgesamt waren alle Beteiligten voll des Lobes über den Ablauf der IDM. Die Offiziellen waren derart begeistert, dass das Jahnstadion auch im kommenden Jahr Schauplatz eines Meetings im Rahmen der IWAS-Serie sein soll.

Autor: Dennis Kohl (DerWesten)

Kommentieren