Witten: Trainer-Zank beim Bezirksliga-Derby

Derby wurde zum Zuschauermagneten

Felix Guth
15. August 2006, 14:55 Uhr

Das Wittener Wullenstadion stand nur eine Woche nach dem Ende der Stadtmeisterschaft erneut im Mittelpunkt des Interesses. Der FSV Witten und der TuS Stockum trafen sich zum Bezirksliga-Derby. Wie schon bei den lokalen Titelkämpfen hatte der Vergleich ein schlechtes Ende für die Gastgeber: Stockum siegte durch Tore von Tim Stracke und Florian Brommer mit 2:0 - und die Trainer sorgten für Gesprächstoff.[i]Ein Ortstermin[/i].

Das Ortduell war ein Zuschauermagnet. Zumindest für Wittener Verhältnisse. Denn wenn in anderen Städten knapp 250 Besucher bei einem Derby auf Bezirksebene nur ein müdes Lächeln erzeugen, so ist das in der Ruhrstadt schon ein großer Erfolg.

Insgesamt fehlten dem Duell der beiden ambitionieren Teams die reizvollen Reibungspunkte. Die hoben sich die Trainer für die anschließende Spielanalyse auf. Denn als FSV-Trainer Jens Vogt wie schon beim 1:5-Debakel bei der Stadtmeisterschaft die defensive Spielweise der Stockumer beklagte, erregte er den Unmut seine Gegenübers Paul Lämmer. „Jens sollte die Fehler bei seiner Mannschaft suchen. Wer so umständlich spielt wie der FSV, braucht sich sicher nicht zu einem Aufstiegsfavoriten zu ernennen“, meinte Lämmer in ungewohnter Deutlichkeit.[imgbox-right]http://www.revierkick.de/include/images/gallery/img_thumb_41.jpg Auch wenn sie sich hier zu verstecken scheinen: Die Zuschauertribüne beim Derby war gut gefüllt. Rund 250 Zuschauer wollten sich das Derby nicht entgehen lassen.[/imgbox]

Tatsächlich fand der mit vier Neuverpflichtungen angetretene Fusionsverein zu keiner Zeit ein Mittel gegen die kompakte TuS-Defensive. Abgesehen vom stets bemühten Ex-Stockumer Adrian Kolodziej präsentierte sich die Kreativabteilung der Hausherren völlig außer Form. Ganz zu schweigen von der Leistung der Angreifer: Kai Drechsel verstümperte die beiden einzigen Chancen, Jasco Delic und der später eingewechselte Christian Preiß erspielten sich noch nicht einmal welche. Der Trainerduo Jens Vogt und Horst-Dieter Obermeier darf sich dabei zumindest eine Mitschuld für das uninspirierte Auftreten seines Teams anheften. Denn die kurz vor dem Saisonstart vorgenommene Systemumstellung von 4-4-2 auf 3-5-2 erwiese sich noch nicht als der große Durchbruch.

Die Gäste, im Vorjahr die klare Nummer eins unter den Wittener Bezirksligisten, gefielen hingegen über ihre starke Defensivarbeit hinaus. Forscher Konterfußball über die schnellen Florian Brommer, Lars Lischeid oder Tim Hellmeier scheint das neue Mittel der Stockumer zu sein, die trotz einiger Abgänge mit einer Außenseiterrolle im Titelkampf liebäugeln. Der Derby-Sieg dürfte ihnen weiter Auftrieb gegeben haben.

Autor: Felix Guth

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