BVB: Sahin - "Notfalls mit der Brechstange"

rk
01. Dezember 2006, 09:26 Uhr

Am Anfang der Saison spielte er nur eine Nebenrolle, doch jetzt soll er wieder den Hautpart im Mittelfeld übernehmen.

Am Anfang der Saison spielte er nur eine Nebenrolle, doch jetzt soll er wieder den Hautpart im Mittelfeld übernehmen. Nuri Sahin hat sein Formtief durchquert und setzte in den letzten Begegnungen die eindruckvollsten Akzente, die nächsten sollen gegen den VfL Wolfsburg folgen: "Ich bin fest davon überzeugt, dass wir diesmal unseren zweiten Heimsieg einfahren werden." Am liebsten natürlich mit Glanz und Gloria, aber zur Not auch mit Haken und Ösen: "Wir sind bekannt dafür, dass wir guten Fußball spielen können. Darum wäre ein 5:0 erstrebenswert, wenn das nicht machbar ist, halt auch mit einem 1:0, auch dafür gibt es bekanntlich drei Punkte."

Die erste Variante kommt insbesondere seiner Spielweise entgegen. Freimütig erklärt der 18-Jährige: "Klar, ich spiele gerne einen schönen Ball, der auch Risiko behaftet ist. Es ist nicht meine Art, die Brechstange herauszuholen." Dafür wurde er jüngst von Bert van Marwijk gelobt: "Er bringt Kreativität in unser Spiel." Eine Anerkennung, die er gerne vernimmt, für ihn zudem eine Verpflichtung beinhaltet: "Es ist schön, dass der Trainer hinter mir steht, aber ich muss mich immer wieder neu anbieten und meine Leistungen bestätigen." Mit den Fans im Hinterkopf: "Es wird langsam Zeit, dass wir den Anhängern einen Sieg schenken."

Ähnlich schätzt Florian Kringe die Situation ein: "Man spürt es innerhalb des Team ganz genau, dass alle ganz heiß auf diesen Erfolg sind." Der wurde von Hans-Joachim Watzke auf den diversen Versammlungen auch eindeutig eingefordert. "Das ist vollkommen normal und wir sind es ja selber schuld", kann der Blondschopf die Anweisung seines Chef nachvollziehen, "im Unterbewusstsein habe ich die drei Punkte auch schon eingeplant." Zumal er nicht an das Gesetz der Serie glaubt: "Ganz im Gegenteil, je länger wir vor heimischer Kulisse ohne Sieg sind, um so größer wird die Wahrscheinlichkeit, dass der nächste endlich folgen wird." Sehr dankbar wäre "Flori", wenn der BVB früh in Führung gehen könnte: "So ein schnelles 1:0 wäre enorm hilfreich. Viele Mannschaften sind momentan sehr defensiv ausgerichtet. Eintracht Frankfurt hat sogar im eigenen Stadion gegen uns auf Konter gelauert. Wenn man dann gegen so einen Gegner in Rückstand gerät, wird es ganz, ganz schwer, sich gegen die massive Abwehr durchzusetzen." Und ein Blick auf die Statistik unterstützt seine Meinung noch: "Die Gäste haben nach 14 Spieltagen ein Torverhältnis von 10:11. Diese Zahl spricht für sich."

Ebenso wie das Borussen-Team, das wohl unverändert gegen die VW-Städter starten wird. Neue Verletzte gibt es keine, Christoph Metzelder steht weiterhin nicht zur Verfügung, Philipp Degen dürfte nach seiner Verletzungspause nicht für 90 Minuten in Frage kommen und zuerst auf der Ersatzbank Platz nehmen müssen. Dort könnte sich auch der Brasilianer Tinga wiederfinden. Nach seinen zuletzt sehr dürftigen Leistungen ist Bert van Marwijk eventuell geneigt, Steven Pienaar wieder eine Chance zu geben. Immerhin muss der Südafrikaner langsam aufdrehen, um die erstaunliche Prognose von Michael Zorc zu bestätigen. Vor der Saison hatte der Sport-Direktor orakelt: "Auf lange Sicht gesehen, werden wir an Steven mehr Freude haben als wir sie an Tomas Rosicky insgesamt gehabt haben."

Autor: rk

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