Regionalliga: Grygiel-Taktik lässt grübeln – Glücklicher HEG-Sieg

NEV-Revanche gegen Kobras

Markus Terbach
04. Februar 2007, 00:24 Uhr

Die Aufstiegsrunde zur Oberliga lockt wieder die Fans. Nach eher bescheidenen Zuschauerzahlen in der NRW-Hauptrunde, wollten am Freitag mehr als 1100 Fans das Spiel der Herner EG gegen die Grefrather Nierspanther sehen. Die Zuschauer in der Gysenberghalle rieben sich zu Beginn verwundert die Augen, denn die Gäste vom Niederrhein bestimmten ganz klar das Geschehen auf dem Eis und führten verdient mit 1:0.

Bis auf einige Verlegenheitsangriffe war von den Gastgebern nicht viel zu sehen. Allerdings übten die Panther in der Folgezeit nicht genug Druck aus, so dass ihnen mangelnde taktische Flexibilität und Chancenauswertung im weiteren Spielverlauf wieder einmal zum Verhängnis wurden. Mit dem ersten Überzahlspiel kamen die Blizzards zum Ausgleich. Im zweiten Abschnitt leisteten sich die Nierspanther dann einmal mehr ihre „Auszeit“ und gerieten 1:3 ins Hintertreffer. Zum Schlussdrittel nahm GEC-Coach Adam Grygiel Dennis Kobe und Philip Hendle aus dem Spiel und ließ die anderen Youngster das Herner Tor berennen.

Doch auf den 3:3-Ausgleich folgten schnell Herner Treffer und der Traum von der Überraschung war geplatzt. „Die Grefrather haben uns das Leben sehr schwer gemacht“, analysierte HEG-Coach Peter Franke die Partie. „Die Grefrather hätten hier heute einen Punkt verdient gehabt.“ Nicht nur mancher Zuschauer geriet dann mit Blick auf taktische Entscheidungen während des Spiels beim Statement von GEC-Trainer Adam Grygiel ins Grübeln. Der sah nämlich Übermotivation bei seinen Spielern als Ursache für die Niederlage an. Um einen Fehlstart in die Runde zu vermeiden, muss heute gegen die Roten Teufel aus Bad Nauheim unbedingt ein Sieg her. Die Hessen können nur zwei nominelle Verteidiger aufbieten und hatten selbst in der Regionalliga Hessen Probleme, wenn die Gegner starke Stürmer in ihren Reihen hatten.

Die gibt es auf Seiten der Nierspanther genug, wobei ein Förderlizenzspieler aufgrund der Verletzung von Jan Alinc wohl bei den Krefeld Pinguinen aushelfen muss. Der ohne einen für den Außenstehenden erkennbaren Grund ausgebootete Philip Hendle dürfte es wohl sein. Die Herner EG spielt heute in Troisdorf. Dank einer geschlossenen Mannschaftsleistung sicherte sich das Team des Neusser EV die ersten drei Punkte in der Aufstiegsrunde zur Oberliga. Nach 60 höchst unterhaltsamen Minuten besiegte der NEV die Dinslaken Kobras mit 6:3 und nahm damit Revanche für die Vorrunden-Niederlage.

Pünktlich zum Beginn der Endrunde kehrten die zuletzt angeschlagenen Spieler in den NEV-Kader zurück und Trainer Andrej Fuchs konnte wieder mit drei kompletten Reihen agieren. Auf ein längeres Abtasten verzichteten die Kontrahenten auf dem Eis, die von Anfang an engagiert zur Sache gingen. „Wir waren den entscheidenden Tick besser, wobei ein Empty-Net-Goal ja immer zeigt, wie eng ein Spiel bis kurz vor Schluss war“, unterstreicht NEV-Obmann Wolfgang Steinfort.

Zum Torhütergespann der Kobras gehört ab sofort auch Rene Hipler, der zuletzt in Moers spielte. „Das ist ein schwerer Verlust“, sagt GSC-Macher Oliver Jöbkes: „Ich bedauere den Wechsel sehr, habe aber Verständnis, dass sich Rene sportlich und finanziell weiter entwickeln möchte“. Die Grafschafter haben ihrerseits mit Nils Peil (Solingen) einen neuen Spieler verpflichtt. „Weiter sind wir im Gespräch mit einem Torwart und einem Verteidiger aus der aktuellen DNL Mannschaft des Krefelder EV“, gibt Jöbkes Einblick in die Planungen.

Gegner der Kobras sind heute die Hornets aus Hügelsheim, die sich klar und deutlich mit 10:2 gegen die Young Wild Roosters aus Iserlohn durchsetzten. Allerdings kämpften sich die Waldstädter nach einem 0:4-Rückstand noch auf 2:4 heran und gaben sich erst auf, als der fünfte Hügelsheimer Treffer fiel und die eigenwilligen Schiedsrichterentscheidungen, darunter drei Spieldauerstrafen, einfach nicht enden wollten. Bei den Hügelsheimern spielt ab sofort der zuletzt inaktive Benjamin Musga von den Revier Löwen Oberhausen.

Im Regionalliga-Pokal deklassierte Verbandsligameister Düsseldorfer EG 1b den Vize Lippe Hockey Hamm, der heute in Moers antritt, mit 19:4. Das Derby gegen den Königsborner JEC wartet auf das Team des EHC Dortmund. Das haben neben Dominik Lumare auch Jan Fries, Toni Fonso und Mark Kolanos verlassen. Dafür sind Thomas Frach, zuletzt Dinslaken sowie die Junioren Patrick Stach und Juri Kasarin neu dabei.

Autor: Markus Terbach

Kommentieren