Mirko Slomka schaute zufrieden und freute sich auf `einen schönen Sonntag ohne Zeitunglesen´.

Weiter Schalker Presse-Boykott - Mainz `nicht bundesliga-würdig´

11. November 2006, 19:42 Uhr

Mirko Slomka schaute zufrieden und freute sich auf `einen schönen Sonntag ohne Zeitunglesen´.

Mirko Slomka schaute zufrieden und freute sich auf `einen schönen Sonntag ohne Zeitunglesen´. Für ausgelassene Freude aber sitzen bei Schalke 04 Verbitterung, Skepsis und Misstrauen trotz des 4:0 (3:0)-Sieges gegen Schlusslicht FSV Mainz 05 zu tief. `Die Mannschaft und ich arbeiten wirklich hervorragend zusammen, egal welche Unruhe von außen reingetragen wird´, sagte der Coach und fügte frustriert hinzu: `Ich bin jetzt nur mal gespannt, was in den Zeitungen wieder ausgegraben wird und ich jetzt wieder falsch gemacht haben soll.´ Mit sieben Punkten innerhalb von sieben Tagen zogen die Königsblauen mit dem gestrauchelten Spitzenreiter Werder Bremen gleich, doch ihren schon über eine Woche währenden Presse-Boykott setzten die Schalker Profis fort. `Ich habe mit der Mannschaft geredet´, meinte Slomka entschuldigend:

`Das kann kein Dauerzustand sein.´ Zumal sich vor allem der Boulevard durch den verweigerten Informationsfluss beinahe dazu gezwungemn sehen könnte, mehr denn je seine geheimen Quellen anzuzapfen: `Aber vielleicht sollte sich die andere Seite auch mal überlegen, ob sie so weitermachen will´, merkte Slomka an. Von Teammanager Andreas Müller erhielt der Coach ein Sonderlob, `weil er so stark mit dieser Situation umgeht. Er ist noch ein sehr junger Trainer, aber wie er das meistert, gefällt mir gut´. Umso tiefer saß der Frust über die neuerliche Veröffentlichung von Interna, in denen von einem `Amoklauf´ Müllers und schlechter Stimmung in der Kabine berichtet worden war. Die Suche nach dem vermeintlichen Maulwurf jedoch ist auf Schalke nach Slomkas Angaben eingestellt. `Wenn die Sachen wahr wären, müssten wir uns Gedanken machen´, meinte der Trainer: `Aber da sie falsch sind, müssen wir nichts suchen. Und sie können auch nicht aus der Kabine kommen, sondern bestenfalls über Dritte oder Vierte.´ Wenigstens sind die Schalker nach dem frühen K.o. in UEFA-Cup und DFB-Pokal in der Bundesliga auf Kurs.

Gegen die in der Abwehr katastrophal agierenden Mainzer konnten sogar die `Krisen-Stürmer´ ihre Flaute beenden. Kevin Kuranyi traf nach acht Pflichtspielen ohne Tor ebenso zweimal (13. und 32.) wie Halil Altintop (22. und 67.) nach zuvor sechs Partien ohne Treffer. `Etwas Besseres gibt es nicht für Stürmer´, sagte Slomka, auf den Kuranyi nach dem ersten Tor demonstrativ zugesteuert war. Dass den Mainzern der Beginn der närrischen Jahreszeit am 11. 11. dermaßen verdorben wurde, hatte sich der `Karnevals-Verein´ größtenteils selbst zuzuschreiben. `Speziell in der ersten Halbzeit war das nicht bundesliga-würdig´, meinte Torhüter Dimo Wache und kritisierte vor allem die Einstellung seiner Kollegen: `Man muss bereit sein, mit jeder Faser seines Körpers Tore zu verhindern. Das war nicht der Fall.´

Trainer Jürgen Klopp wirkte ungewohnt still und konnte der Partie nur einen positiven Aspekt abgewinnen, `nämlich den, dass wir in der zweiten Halbzeit das Ergebnis im Rahmen gehalten haben. Darauf, dass wir noch für was Historisches sorgen, hatte ich nämlich keinen Bock.´ Allgemein aber haben Durchhalteparolen in Mainz nach dem elften Spiel in Folge ohne Sieg (Vereinsrekord im Oberhaus) Hochkonjunktur. Manager Christian Heidel drohte bereits: `Wenn ein Spieler das Gefühl vermittelt, dass er aufgibt, dann wird der nicht mehr spielen.´

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