Es wäre ein Moment des Innehaltens gewesen. Nach dem irgendwie befreienden 2:0 in Mönchengladbach hielt zwar die Mannschaft ihre silencio stampa gegenüber der Presse aufrecht.

SCHALKE - Warum Müller plötzlich ausflippte

hb
09. November 2006, 10:24 Uhr

Es wäre ein Moment des Innehaltens gewesen. Nach dem irgendwie befreienden 2:0 in Mönchengladbach hielt zwar die Mannschaft ihre silencio stampa gegenüber der Presse aufrecht.

Es wäre ein Moment des Innehaltens gewesen. Nach dem irgendwie befreienden 2:0 in Mönchengladbach hielt zwar die Mannschaft ihre silencio stampa gegenüber der Presse aufrecht. Damit kann man sich arrangieren, in den meisten Momenten ist ohnehin die Meinung der Verantwortlichen wichtiger.

Gestern, nach dem Abpfiff in Mönchengladbach, hätte Andreas Müller Stellung zum Spiel und anderen Themen bezogen. Doch als der S04-Manager, im hinteren Bereich des Raums die Presse-Konferenz verfolgte und nach den üblichen Statements der Trainer zur Partie die Fragerunde an die Journalisten eröffnet wurde, flippte Müller plötzlich aus. "Das ist sensationell! Das ist eine Frechheit, was hier abläuft", ereiferte sich der 43-Jährige und startete wutschnaubend in Richtung Mannschaftsbus. "Wenn eine PK mit so einer Frage beginnt, dann habe ich dafür null Verständnis. Ich sage nichts mehr, es reicht", waren die letzten Worte, die Müller schon auf dem Weg zum Ausgang abließ.

Was den Ex-Profi so aufregte war eine Frage eines Kollegen vom Boulevard an Trainer Mirko Slomka, wie er die Szenen nach dem Tor von Gustavo Varela aufgefasst hätte, als alle Spieler dem Torschützen in Richtung Ersatzbank und Frank Rost folgten.

Die Wissbegierde muss man nicht gut finden und darf vor diesem Thema ruhig andere erwarten. Professionelles Verhalten eines Vorstands-Mitglieds aber sieht anders aus. Der zweite Vorsitzende Josef Schnusenberg eilte herbei, um die Wogen zu glätten. "Wir sind immer ruhig geblieben. Es gab keine Differenzen zwischen Aufsichtsrat, Vorstand, sportlicher Führung und Mannschaft", beschwichtigte Schnusenberg.

Und machte plötzlich ein ganz anderes Fass auf. "Es ist noch viel zu früh, über eine Vertragsverlängerung von Mirko Slomka zu reden. Die Grund-Tendenz aber stimmt", kann sich der Wirtschafts-Experte offenbar gut vorstellen, weiter mit dem aktuellen S04-Coach zusammen zu arbeiten. Schnusenbergs Vorschlag: "Stellen Sie sich vor, wir gewinnen die nächsten sechs Spieler bis zur Winterpause auch noch. Was sollen wir dann über den Trainer diskutieren?"

Autor: hb

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