Unterschiedlicher Meinung. Das waren nach dem 0:0 gegen die Aachener am Dienstagabend Bert van Marwijk und Ebi Smolarek.

Das große BVB-Dilemma: Wenig Chancen und noch weniger Tore

rk
09. November 2006, 09:35 Uhr

Unterschiedlicher Meinung. Das waren nach dem 0:0 gegen die Aachener am Dienstagabend Bert van Marwijk und Ebi Smolarek.

Unterschiedlicher Meinung. Das waren nach dem 0:0 gegen die Aachener am Dienstagabend Bert van Marwijk und Ebi Smolarek. Während der niederländische Fußballlehrer davon sprach, „wir hatten sehr viele Torchancen“, stellte der polnische Angreifer klar, „ich sehe das anders. In so einem Spiel, gegen so einen Gegner müssen wir ganz einfach mehr Möglichkeiten bekommen.“ Ergänzend fügt der Nationalspieler hinzu: „Bei allem Respekt vor den Aachenern, aber gegen sie mussten wir mit zwei bis drei Toren Unterschied gewinnen.“

Enttäuschung pur bei dem Flügelstürmer, der diesen Frust nicht zum ersten Mal beim BVB erlebt: „Wir hatten dieses Problem schon in der letzten Saison. Natürlich haben wir auch Pech, doch es liegt nicht nur daran.“ Vielleicht auch am System? Smolarek ist lange genug im Geschäft, um diese Frage diplomatisch zu beantworten: „Ich komme damit gut zurecht.“ Aber im Nachsatz schiebt er nach: „Ich habe natürlich meine eigene Meinung. Welche, werde ich nicht sagen, weil nicht ich, sondern der Trainer die Entscheidungen trifft.“
Der hat mit Florian Kringe einen Fürsprecher. „Ich habe gegen den Aufsteiger keine spielerische Armut unsererseits erkennen können“, deutet der Blondschopf an, dass die Maßnahme des Coaches aus seiner Sicht richtig ist, „gegen Bochum war das zutreffend, aber schon gegen Hannover haben wir uns zumindest phasenweise verbessert gezeigt.“

Zurück zu Smolarek, der trotz aller erkennbaren Defizite erklärt: „Klar, wenn du nicht gewinnst, dann hast du keine Argumente, trotzdem wehre ich mich jetzt dagegen, alles negativ zu sehen. Den Kopf dürfen wir doch jetzt nicht einfach in den Sand stecken, irgendwann werden wir nicht mehr den Pfosten, die Latte oder den gegnerischen Torhütern, sondern ins Tor treffen. Ich denke, der Moment wird bald kommen.“ Alexander Frei dagegen ist letztendlich nicht unzufrieden, dass es nicht noch schlimmer gekommen ist: „Derzeit gewinnen wir nicht, gleichzeitig verlieren wir auch nicht. Das hat auch was gutes, denn wenn du am Ende nach einem Spiel mit einem 0:1 stehst, dann steckst du richtig im Mist.“

Davon sind die Fußballschuhe der Borussen noch nicht beschmutzt, aber die richtige Richtung in Sachen Tore geben sie sich ebenfalls nicht vor. Auch bei Nelson Valdez, dem dritten Angreifer, der als einziger aus dem Offensivtrio noch ohne Erfolgserlebnis ist: „Darüber ärgere ich mich selbst genug. Genauso über den doppelten Punktverlust, denn gegen einen Aufsteiger müssen wir zuhause gewinnen.“ So einfach ist es halt nicht, vor allem, wenn man keine Treffer erzielt. Darüber sind sich übrigens alle einig.

Autor: rk

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