Bayers Freier klagt über Reservistendasein

08. November 2006, 12:40 Uhr

Als Paul Freier im Sommer 2004 nach langem Gezerre vom VfL Bochum zu Bayer Leverkusen wechselte, wollte er zum großen Karrieresprung ansetzen.

Als Paul Freier im Sommer 2004 nach langem Gezerre vom VfL Bochum zu Bayer Leverkusen wechselte, wollte er zum großen Karrieresprung ansetzen. Einen Stammplatz im Nationalteam, die Teilnahme an der WM 2006 und regelmäßige Einsätze in der Champions League hatte sich der Rechtsaußen von seinem Transfer zum Werksklub versprochen. Rund zweieinhalb Jahre später sind die Träume des 27-Jährigen wie Seifenblasen zerplatzt. Den WM-Zug hat er verpasst, das Thema Nationalelf liegt seitdem auf Eis und im Klub ist Freier zum Edelreservisten abgestiegen.

Ganz zu schweigen davon, dass die Leverkusener derzeit Lichtjahre von der `Königsklasse´ entfernt sind. `Das ist für mich nicht akzeptabel. In meinem Alter ist es wichtig, dass ich spiele´, klagt Freier über seine unbefriedigende Situation. Bei Trainer Michael Skibbe ist `Slawo´ derzeit nur als Joker gefragt. Bereits fünfmal wurde er in dieser Saison eingewechselt, wobei er seinen Job nicht schlecht machte. Am Wochenende sorgte Freier beim 1:1 gegen den FSV Mainz 05 im müden Leverkusener Spiel nach seiner Hereinnahme gleich für Belebung. Doch große Töne sind dem bescheidenen Familienvater fremd, Freier will Skibbe durch Leistung überzeugen. `Ich akzeptiere die Entscheidung. Ich bin nicht der Typ, der den Weg über die Öffentlichkeit geht´, sagt Freier, der das große Opfer in der Systemumstellung des Trainers ist. Seit Skibbe (`Paul ist ein wichtiger Spieler für uns.´) nicht mehr mit drei Angreifern spielen lässt, ist er nicht mehr erste Wahl.

Und im rechten Mittelfeld ist die Konkurrenz mit Bernd Schneider und Tranquillo Barnetta groß. So stehen die Zeichen auf Abschied im Sommer, schließlich läuft Freiers Vertrag aus. `Ich brauche eine Perspektive, deswegen werde ich abwarten´, sagt der gebürtige Oberschlesier. Für 2,75 Millionen Euro war er damals vom VfL Bochum, für den er acht Jahre spielte, zu Bayer gewechselt. Seitdem bestritt er 70 Bundesligaspiele für den Werksklub und erzielte 13 Treffer. Doch die große Weiterentwicklung ist ausgeblieben. Das hatte auch in punkto Nationalelf seine Folgen. Musste Freier seine Teilnahme an der EM 2004 noch wegen eines Innenbandeinrisses im Knie absagen, verpasste er in diesem Jahr ganz den Sprung auf den WM-Zug. Freier stand lediglich auf Abruf bereit, unter dem neuen Bundestrainer Joachim Löw ist er gar nicht mehr eingeladen worden. `Die Zeit läuft mir davon. Ich bin bereits 27 und kann nicht mehr ewig warten´, so der Techniker. Auf seinen 19. Länderspiel-Einsatz wird Freier aber wohl noch einige Zeit warten müssen.

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