Nach dem Westfalen-Derby ohne Sieger fühlten sich alle als Verlierer.

Nur Verlierer nach Westfalen-Derby, BVB entwickelt Heimkomplex

05. November 2006, 09:22 Uhr

Nach dem Westfalen-Derby ohne Sieger fühlten sich alle als Verlierer.

Nach dem Westfalen-Derby ohne Sieger fühlten sich alle als Verlierer. `Ich sehe die Mannschaft nicht in der Erfolgsspur, das kann man nicht schönreden´, bilanzierte Sportdirektor Michael Zorc nach dem 1:1 (0:0) von Borussia Dortmund gegen Arminia Bielefeld, bei dem der BVB wieder einmal vergeblich gegen seinen Heimkomplex ankämpfte. `Wir haben zwei Punkte verloren, die Dortmunder wissen ja gar nicht, wie sie zu dem Tor gekommen sind´, ärgerte sich auch Bielefelds Abwehrspieler Heiko Westermann. Der Frust der Ostwestfalen war verständlich, denn sie hatten den ersten Sieg beim vermeintlich großen Nachbarn seit sechseinhalb Jahren eigentlich schon in der Tasche.

Erst in der Nachspielzeit entriss Alexander Frei den Bielefeldern mit einem verwandelten Foulelfmeter noch den ersten Auswärtserfolg der Saison (90.+3), nachdem ausgerechnet der bis dahin so starke Innenverteidiger Petr Gabriel BVB-Stürmer Ebi Smolarek im Strafraum umgerissen und Rot gesehen hatte (90.+2). `Das war ein dramatisches Ende´, meinte Arminia-Abwehrspieler Markus Schuler, `ärgerlicher kann´s eigentlich nicht sein.´ Wirklich freuen konnten sich die Dortmunder über den späten Ausgleich, den viele 74.300 Zuschauer schon gar nicht mehr sahen, auch nicht. Zu enttäuschend war über weite Strecken die Leistung des BVB gewesen, der auch im vierten Pflichtspiel hintereinander einen Heimsieg verpasste und im Tabellen-Niemandsland festsitzt.

`Spielerisch ist uns wieder mal nichts gelungen. Es fehlt irgendwo die Leichtigkeit des Seins´, kritisierte Kapitän Christian Wörns das lange Zeit einfallslose Anrennen gegen die hervorragend organisierten Bielefelder und hoffte `nun auf den Befreiungsschlag am Dienstag´ gegen Alemannia Aachen. Auch Trainer Bert van Marwijk, bei der ein oder anderen Auswechslung mit lauten Pfiffen bedacht, war `enttäuscht, weil wir nicht drei Punkte haben, denn das war unser Ziel´. 30 gute Minuten vor der Pause hatte der Niederländer, über den in Dortmund in den vergangenen Wochen so viel diskutiert worden war, gesehen - und ein Gegentor, das ihn besonders ärgerte. BVB-Stürmer Nelson Valdez und Gabriel waren nach einem Kopfballduell benommen liegen geblieben, Schiedsrichter Günter Perl ließ weiterspielen und stand, wie van Marwijk meinte, den Dortmundern noch im Weg: `Der Ball kam zu Bielefeld und Tor´, kommentierte er den schnellen Konter über Rüdiger Kauf und Artur Wichniarek zum 0:1 (68.).

Der zwar kuriose, aber völlig korrekt erzielte Treffer belohnte die Gäste für die bessere Spielanlage und die `Handschrift des Trainers´, wie Arminia-Präsident Hans-Hermann Schwick seinem Coach Thomas von Heesen bescheinigte. `Tragisch für die Mannschaft´ fand der Klubchef den späten Ausgleich, wollte allerdings nach nun bereits fünf Spielen in Folge ohne Niederlage über `den Punkt nicht meckern´. Die Diskussion um von Heesen, der in Dortmund hartnäckig als möglicher Nachfolger von van Marwijk gehandelt wird, wollte Schwick indes nicht beenden. `Es ist ganz klar: Wenn ein großer Verein kommt - und dazu zähle ich auch Dortmund, dann hat Arminia Bielefeld keine Chance, einen Trainer zu halten´, sagte der Arminia-Boss, der erst im Winter mit seinem Coach über eine Vertragsverlängerung reden will. Von Heesen hatte zuvor noch den Präsidenten wegen mangelnder Kommunikation öffentlich kritisiert.

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