Clemens Tönnies wunderte sich ziemlich, als er da in großen Lettern von einer Geheimsitzung des Schalker Vorstands und Teilen des Aufsichtsrats las. Am Dienstag hätte diese statt gefunden und eine wichtige Entscheidung getroffen.

SCHALKE - Tönnies: "Führen jetzt keine Personal-Diskussionen!"

hb
02. November 2006, 09:59 Uhr

Clemens Tönnies wunderte sich ziemlich, als er da in großen Lettern von einer Geheimsitzung des Schalker Vorstands und Teilen des Aufsichtsrats las. Am Dienstag hätte diese statt gefunden und eine wichtige Entscheidung getroffen.

Clemens Tönnies wunderte sich ziemlich, als er da in großen Lettern von einer Geheimsitzung des Schalker Vorstands und Teilen des Aufsichtsrats las. Am Dienstag hätte diese statt gefunden und eine wichtige Entscheidung getroffen. "Unsinn", schüttelt der Vorsitzende des Kontroll-Gremiums den Kopf", "vorgestern bin ich aus Rumänien zurückgekommen".

Der zweite Teil der Meldung stimmt dafür. Es geht um die Zukunft von Trainer Mirko Slomka. Trotz der erneuten Niederlage am vergangenen Sonntag in Stuttgart soll die Position des 39-Jährigen ungefährdet sein. Ein öffentliches Bekenntnis für Slomka hält Tönnies nicht für nötig, da seiner Meinung nach das Thema gar nicht auf der Tagesordnung stünde. "Wir haben jetzt innerhalb von sieben Tagen drei schwere Spiele vor uns. Da führen wir doch keine Personal-Diskussionen", wischt der Unternehmer die Fragen nach einer Schonfrist für den bereits in zwei Wettbewerben gescheiterten Fußball-Lehrer vom Tisch.

Weder gebe es für Slomka eine Arbeitsplatz-Garantie nur bis zur Winterpause noch sei gar der Knüller gegen München die letzte Chance für Slomka, seine Fähigkeiten zu einer erfolgreichen Zusammenarbeit mit der Mannschaft zu beweisen. "Für mich ist das jetzt genau der richtige Gegner", freut sich Tönnies auf den Bundesliga-Hit. "Die Jungs werden hochmotiviert sein. Außerdem haben wir die Bayern in den letzten Jahren fast immer in der Arena geschlagen. Das wird auch am Sonntag so sein!"

Slomka reagiert gelassen auf die seit der Pleite in Stuttgart hochkochende Stimmung gegen ihn. Er weiß, dass "es Gegenwind gibt, seit ich hier angefangen habe. Und aus dem Wind ein Sturm wird, wenn wir gegen Bayern nicht gewinnen." Dass er die Truppe nicht mehr erreichen könne, hält der S04-Coach für "totalen Unsinn! So wie wir zusammenarbeiten, zeigt das schon, dass die Mannschaft hinter mir steht".

Nur, sie muss es auch zeigen. In der laufenden Serie ist auf Schalke nichts konstanter als die fehlende Konstanz. Schönen Erfolgserlebnissen folgten ernüchternde Rückschläge, die kurzfristig mit Dreier in der Bundesliga geschönt werden konnten. Dieser Logik folgend, wäre die Mannschaft nach der Pokal-Blamage in Köln und dem Frust-Faktor in Stuttgart nun wieder mit einem positiven Paukenschlag an der Reihe. "Mit einem Sieg könnten wir gegenüber den Münchnern um drei Punkte wegziehen. Wir wollen schließlich bis zum Ende um die Meisterschaft mitspielen", hat Slomka nicht den Mut verloren, an das Gute im Team zu glauben.

Autor: hb

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