Im Sommer war Jürgen Klopp der WM-Überflieger, im Herbst ist er als Trainer von Fußball-Bundesligist FSV Mainz 05 bitter abgestürzt:

WM-Überflieger Klopp zurück auf dem Boden

29. Oktober 2006, 11:16 Uhr

Im Sommer war Jürgen Klopp der WM-Überflieger, im Herbst ist er als Trainer von Fußball-Bundesligist FSV Mainz 05 bitter abgestürzt:

Im Sommer war Jürgen Klopp der WM-Überflieger, im Herbst ist er als Trainer von Fußball-Bundesligist FSV Mainz 05 bitter abgestürzt: Das 1:6 (0:3)-Debakel gegen den deutschen Vizemeister Werder Bremen am Freitag bedeutete den vorläufigen Höhepunkt - in negativer Hinsicht. Doch trotz mittlerweile acht Bundesligaspielen ohne Sieg und drei Niederlagen in Serie stellt sich die Mainzer Führungsriege weiter hinter den 39-Jährigen. `Die Mannschaft gibt sich nicht auf. Sie hat gezeigt, dass sie sich wehren wollte. Selbst nach dem 1:5 sind die Jungs noch nach vorne gerannt. Jürgen Klopp steht außerhalb jeder Diskussion´, meinte Präsident Harald Strutz. Manager Christian Heidel, der den Coach ebenfalls nicht in Frage stellt, flüchtete sich in Galgenhumor:

`Wenn Bremen nicht Meister wird, dann werden wir es noch.´ Trotz der breiten Unterstützung saß Klopp nach dem 1:6 völlig benommen neben Bremens Trainer Thomas Schaaf. Der einstige Motivationskünstler wirkte ungewöhnlich leer. Dabei war er nach seiner Zeit als WM-Experte beim ZDF vor wenigen Wochen noch `wie aufgeladen.´ Doch nach den Auftritten gegen Alemannia Aachen (1:2), bei Arminia Bielefeld (0:1) und eben gegen Bremen muss sich der Trainer des letztjährigen UEFA-Cup-Teilnehmers in den kommenden Wochen auf ein tristes Dasein im Tabellenkeller einstellen. Dabei hatte Klopp noch am vergangenen Montag bei der Jahreshauptversammlung die Mitglieder aufgefordert, die Augen zu schließen, und einen Moment inne zu halten. Erinnerungen an den Aufstieg 2004 sollten geweckt, ein Schulterschluss herbeigeführt werden. Einen Tag später lud er Spieler samt Frauen zum `besten Mannschaftsabend seit 15 Jahren´ ein.

Der ehemalige Verteidiger wollte vor allem den neuen Spielern vermitteln, `wie besonders unsere Geschichte ist´. Doch die Spieler hatten ihre Gehörgänge offenbar auf Durchzug geschaltet. Auch gegen Bremen war nur in den ersten zehn Minuten ein Konzept zu erkennen. In der Innenverteidigung präsentierten sich Manuel Friedrich und der international umworbene Nikolce Noveski wie ein Hühnerhaufen. Im Angriff bleibt Edu ein Schatten seiner selbst, im Mittelfeld fehlt es nach dem Abgang von Antonio da Silva ohnehin an Qualität. `Die Mannschaft hat sich noch nicht gefunden, das ist unser Problem´, meinte Strutz. Ein weiteres Problem bleibt für die Rheinhessen der Bau einer neuen Arena. Durch das geringe Fassungsvermögen von nur 20.300 Plätzen im Bruchweg-Stadion ist der FSV auf der Einnahmenseite arg limitiert. So sind auch Abgänge wie die von da Silva, Michael Thurk, Mohamed Zidan oder Benjamin Auer in der Bundesliga nicht zu kompensieren. `Um in der Bundesliga mithalten zu können, brauchen wir ein neues Stadion. Wir haben gegenüber anderen Klubs einfach einen Wettbewerbsnachteil´, meinte Heidel.

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