Dem Hoffnungsschimmer folgte der herbe Rückschlag: Nach zwei Erfolgserlebnissen musste Aufsteiger VfL Bochum mit dem 0:1 (0:1) gegen den VfL Wolfsburg erneut gegen einen direkten Konkurrenten im Abstiegskampf wertvolle Punkte abgeben.

`Koller-raus´-Rufe werden in Bochum lauter - `Auge´: `Der Abpfiff war das Beste´

28. Oktober 2006, 20:35 Uhr

Dem Hoffnungsschimmer folgte der herbe Rückschlag: Nach zwei Erfolgserlebnissen musste Aufsteiger VfL Bochum mit dem 0:1 (0:1) gegen den VfL Wolfsburg erneut gegen einen direkten Konkurrenten im Abstiegskampf wertvolle Punkte abgeben.

Dem Hoffnungsschimmer folgte der herbe Rückschlag: Nach zwei Erfolgserlebnissen musste Aufsteiger VfL Bochum mit dem 0:1 (0:1) gegen den VfL Wolfsburg erneut gegen einen direkten Konkurrenten im Abstiegskampf wertvolle Punkte abgeben und bleibt nach der vierten Heimniederlage der Saison mit 5 mickrigen Punkten weiter am Tabellenende. Frustriert brachte Trainer Marcel Koller die 90 Minuten im Ruhrstadion auf den Punkt: `Das war ein Scheiß-Spiel.´ Die Machtlosigkeit setzt dem Schweizer Fußball-Lehrer dabei offenbar richtig zu. `Man sitzt draußen und überlegt, was man machen kann. Ich kann ein- und auswechseln, aber nicht die Tore selbst schießen´, sagte der 45-Jährige, der kurz vor Spielende wie schon mehrfach in dieser Saison geschehen `Koller-raus´-Rufe über sich ergehen lassen musste. Koller: `Das höre ich gar nicht mehr. Ich kann das nicht ändern. Ich muss auf mich gucken.´ Nach dem 1:1 beim Reviernachbarn Borussia Dortmund und dem 3:2 im Pokal gegen den Karlsruher SC sollte es gegen die bislang ebenfalls enttäuschenden Wolfsburger weiter nach oben gehen.

Doch die Realität sah anders aus. Koller listete einige der Unzulänglichkeiten auf: `Wir schaffen es nicht, die Leistungen im Training im Spiel umzusetzen. Wir brauchen zu viele Dinge, um unsere Chancen zu nutzen. Wir waren zu langsam, um den Abwehrriegel zu knacken. Auf der einen Seite verlässt sich der eine auf den anderen, auf der anderen Seite fehlte die Bereitschaft, miteinander zu kommunizieren.´ Und, und, und... Den defensiv eingestellten Wolfsburgern, die mit nur einer Spitze antraten, reichte eine unterdurchschnittliche Leistung, das dritte Saisontor von Nationalspieler Mike Hanke (25.) und eine überragende Leistung von Torhüter Simon Jentzsch zum zweiten Saisonsieg. Der Kommentar von Trainer Klaus Augenthaler sprach Bände: `Das Beste war der Abpfiff. Die drei Punkte sind das Wichtigste.´ Nach den Pleiten gegen die vermeintlichen direkten Abstiegs-Konkurrenten FSV Mainz 05, Energie Cottbus, Alemannia Aachen und jetzt Wolfsburg steht für Bochum am kommenden Wochenende das Spiel bei Hannover 96 an.

Trotzdem ist die Hoffnung bei Koller weiter da: `Auch wenn das vielleicht jetzt utopisch klingt, aber wenn man drei Punkte macht, sieht alles anders aus. Mann muss mit den Spielern sprechen und ihnen Unterstützung geben.´ Vorknöpfen will sich der Coach dabei Spielmacher Zvjezdan Misimovic, der gegen Karlsruhe fehlte und gegen Wolfsburg nicht annähernd an sein Leistungsvermögen kam. `Ich muss mit ihm sprechen und herausfinden, ob er zukünftig von Beginn an mit dabei ist.´ Bochums Torhüter Alexander Bade und Mittelfeldspieler Filip Trojan wissen offenbar, was die Stunde geschlagen hat. `Wir müssen in Hannover zeigen, dass wir mit diesem Rückschlag umgehen können´, sagte Bade, und Trojan fügte an: `Wir müssen uns in Hannover die drei Punkte zurückholen, sonst wird es eng.´ Wenig besser als Koller war Kollege Klaus Augenthaler angesichts der Unzulänglichkeiten seiner Spieler gelaunt. Der nahm den in der 68. Minute eingewechselten Michael Stegmayer 15 Minuten später wieder aus dem Spiel: `Er spielt einen Pass über 5 m ins Aus und schlägt ein Luftloch. Ich weiß, dass das die Höchststrafe ist. Aber, wenn er ein Großer werden will, muss er da durch.´

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