BVB: Spekulationen um van Heesen

25. Oktober 2006, 13:41 Uhr

Wieder ein Grusel-Kick ohne Mut, Risiko und Ideen, wieder ein frühes Aus im DFB-Pokal und zudem die erste Chance auf die UEFA-Cup-Teilnahme verpasst:

Wieder ein Grusel-Kick ohne Mut, Risiko und Ideen, wieder ein frühes Aus im DFB-Pokal und zudem die erste Chance auf die UEFA-Cup-Teilnahme verpasst: Bei Borussia Dortmund verschärft sich die Trainer-Debatte, die Tage von Bert van Marwijk scheinen gezählt. An den Stammtischen rund um das schmucke Stadion, in dem der BVB in der laufenden Saison mit schwachen Vorstellungen bereits sechs Punkte in der Meisterschaft verspielte, wird nach dem 0:1 (0:0) in der zweiten Pokalrunde gegen den Bundesliga-17. Hannover 96 sogar schon über den eventuellen Nachfolger spekuliert. Neben dem Dauerthema Christoph Daum wird der Bielefelder Thomas von Hessen gehandelt, angeblich ein Favorit von BVB-Geschäftsführer Hans Joachim Watzke, der jedoch weiterhin beteuert:

`Es gibt keine Trainerdiskussion.´ Doch ein ähnlich fader Auftritt wie über weite Strecken gegen Hannover am kommenden Samstag im Punktspiel beim 1. FC Nürnberg dürfte van Marwijk, aber auch die BVB-Verantwortlichen verstärkt unter Druck setzen. Angesprochen auf die fußballerische Qualität meinte Watzke nach dem Abpfiff: `Wenn man verloren hat, hat man ohnhin keine Argumente.´ Die `Bert van Marwijk´-Rufe der Fans nach dem Pokal-K.o. dürften die Entwicklungen wohl kaum beeinflussen. Bei allen Sympathien für van Marwijk, bei allem Respekt vor seiner Leistung in Zeiten der Existenznöte des Klubs - die Ergebnisse und vor allem die Leistungen der Mannschaft stimmen derzeit nicht. `Ich versuche meine Arbeit so gut wie möglich zu machen. Wenn es nicht mehr reicht, dann gehe ich nach Hause´, hatte sich van Marwijk vor dem Abpfiff geäußert, nach der Pokalpleite ließ er wissen:

`Noch reicht´s´. Denn der Niederländer wollte eine Steigerung im Vergleich zum 1:1 am vergangenen Freitag gegen den VfL Bochum ausgemacht haben. Doch vor allem in der ersten Halbzeit zeigte sich der 54-Jährige an der Seitenlinie engagierter als seine Truppe. Erst nach der Roten Karte gegen Roman Weidenfeller (49.) nach einem unglücklichen Handspiel außerhalb des Strafraums ging der lang ersehnte Ruck durch die Mannschaft. Endlich sahen die unentwegten 29.000 Zuschauer zumindest einige Torchancen, aber auch jenen Gegentreffer von Vahid Hashemian (86.) in einer zumindest kämpferisch starken Schlussphase mit einem umstrittenen Schiedsrichterpfiff und einem wütenden van Marwijk. Referee Felix Brych (München) hatte in der Nachspielzeit nach einem angeblichen Foul des Hannoveraners Arnold Bruggink an Dede spontan auf den öminösen Punkt gezeigt und erst nach Protesten der 96er seinen Assistenten befragt. Das Resultat: kein `Elfer´, dafür `Gelb´ für Dede wegen einer Schwalbe, die allerdings Fernsehbilder untermauerten. `Dennoch: Eine Verlängerung und dann auch noch weiterkommen - es wäre eine schöne Sache gewesen in unserer Situation´, meinte Kapitän Chistian Wörns.

Die Mannschaft habe gewollt und auch gekämpft, `aber wir haben derzeit nicht das Selbstbewußtsein, um einen Sieg nach dem anderen zu landen´. Auswärts tue man sich leichter. `Wir fahren deshalb nach Nürnberg, um etwas zu holen´, so Wörns weiter. Auch um die Lage in Dortmund ein wenig zu beruhigen. Weiter in Ruhe arbeiten kann in jedem Fall Hannovers Trainer Dieter Hecking. Nach dem 2:2 an gleicher Stätte 26 Tage zuvor in der Bundesliga feierten seine Spieler unüberhörbar in der Kabine den Einzug ins Achtelfinale des DFB-Pokals und den insgesamt vierten Erfolg der Niedersachsen in der Geschichte des Wettbewerbs über den BVB. `Endlich hat meine Mannschaft über 90 Minuten konstant gespielt und alles umgesetzt´, meinte Hecking mit hoffnungsvollem Blick auf das Auswärtsspiel am Samstag beim Hamburger SV.

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