Der Absteiger gibt sich auf? Denkste! Die TSG Sprockhövel hat in Speldorf nicht nur einen 4:3 (1:3)-Sieg gelandet, sondern auch noch tollen Fußball gezeigt.

VfB Speldorf - TSG 3:4

Huber fordert "mehr Respekt für uns"

13. Mai 2010, 18:17 Uhr

Der Absteiger gibt sich auf? Denkste! Die TSG Sprockhövel hat in Speldorf nicht nur einen 4:3 (1:3)-Sieg gelandet, sondern auch noch tollen Fußball gezeigt.

"Die Mannschaft hat eine tolle Moral bewiesen und verdient gewonnen", feierte TSG-Coach Lothar Huber ausgelassen mit den Fans den Auswärtsdreier. Auch Speldorfs Manager Ingo Pickenäcker erkannte den starken Auftritt der Gäste neidlos an: "Die haben nicht wie ein Absteiger gespielt. Im Gegenteil: Die waren richtig gut. Schade, dass dieser Verein runter muss."

Dabei lief zu Beginn alles gegen die Kicker vom "Baumhof". Sie begannen zwar forsch und ließen den Gastgebern kaum Zeit zum Luftholen, aber die Tore markierten die Mülheimer. Nach einer Flanke von Oktay Güney markierte Tansu Tomak das 1:0 (15.) und stellte die Anfangsphase damit auf den Kopf. Nur sieben Minuten später verschätzte sich TSG-Keeper Patrick Knieps nach einem Freistoß von Güney und der mitaufgerückte Christian Flöth erzielte das 2:0 (22.).
[infobox-left]VfB Speldorf: Grote - Flöth, Stankiewicz, Corvers, Cakiroglou - Synowiec, Elidrissi, Scheelen, Hinz - Tokmak, Güney.
TSG Sprockhövel: Knieps - Schulz, R. Meister, Sidibeh, Winczura - Greitemann, A. Meister, Preissing, Balaika - Demirel, Ginczek.
SR: Michael Riesener (Aachen).
Tore: 1:0 Tokmak (15.), 2:0 Flöth (22.), 2:1 Greitemann (27.), 3:1 Güney (34.), 3:2 Demirel (55., FE), 3:3 Demirel (65.), 3:4 Ginczek (85.).
Zuschauer: 300.[/infobox]

Die 300 Zuschauer dachten bereits, dass der Tabellenletzte nun abgeschossen werden würde. Doch weit gefehlt. Sprockhövel gab nicht auf und wurde in der 27. Minute belohnt. Sebastian Greitemann verkürzte auf 1:2. Doch der VfB schlug sofort zurück: Dieses Mal setzte Tokmak seinen Sturmpartner Güney in Szene – 3:1 (34.). „In der Halbzeit bin ich dann lauter geworden, denn die Jungs sollten sich für den guten Auftritt nicht selbst bestrafen“, berichtete Huber.

Gesagt, getan. Während der VfB das Resultat nach Hause schaukeln wollte, drehte die TSG erst richtig auf und schnürte die Elf von Coach Peter Kunkel in der eigenen Hälfte ein. Als Flöth dann im eigenen Strafraum Angreifer Serdar Demirel von den Beinen holte, entschied Schiedsrichter Michael Riesener zu Recht auf Elfmeter. Der Gefoulte trat selbst an und versenkte die Kugel rechts unten zum 2:3-Anschluss (55.). „Unsere eigentlich sehr gute Abwehr hatte einen rabenschwarzen Tag“, wusste Pickenäcker, dass die Defensive versagt hatte.

So auch in der 65. Minute. „Baba“ Stankiewicz ließ sich von David Ginczek austanzen, der passte auf Demirel und es stand 3:3. „Das war ein katastrophales Verhalten“, resümierte Pickenäcker. „Wir haben mit vier Schüssen auf das Tor drei Mal eingenetzt und dürfen das Match danach nicht aus Hand geben.“

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Doch es kam noch schlimmer für den VfB, der bis auf einen Lattenknaller von Flöth (81.) keine einzige Chance verbuchen konnte. Denn die Sprockhöveler setzten nun alles auf Sieg und nach einer Ecke von Alexander Meister köpfte Ginczek zum viel umjubelten 4:3-Erfolg ein (85.). Die TSG hat sich zwar damit noch nicht aus der Liga verabschiedet, aber bei nur noch drei ausstehenden Spielen und neun Punkten Rückstand zum rettenden Ufer (ein Regionalligist aus dem Westen steigt auf jeden Fall ab, sodass aus der NRW-Liga vier Teams runter müssen) ist die Chance nur noch rechnerischer Natur.

So wie sich Sprockhövel aber präsentiert hat, ist der Abgang für die Klasse ein großer Verlust. „Aber wir haben Moral und in der Rückrunde richtig gut gespielt“, war auch TSG-Chef Uli Meister mehr als zufrieden. Huber brachte es auf den Punkt: „Wir geben nicht auf, sondern verabschieden uns ordentlich. Dass einige Vereine meinen, wir würden nicht mehr alles geben, ist eine Frechheit. Der TSG sollte lieber mal etwas mehr Respekt entgegengebracht werden.“

Stimmt. Denn die TSG hat ganz bestimmt nicht wie ein Absteiger gespielt.

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