In der Champions League waren sie beide erfolgreich, im Bundesliga-Spitzenspiel kann es nur einen geben:

Werder und Bayern für Gipfeltreffen gerüstet

19. Oktober 2006, 14:11 Uhr

In der Champions League waren sie beide erfolgreich, im Bundesliga-Spitzenspiel kann es nur einen geben:

In der Champions League waren sie beide erfolgreich, im Bundesliga-Spitzenspiel kann es nur einen geben: Mit ihren Erfolgen in der europäischen Königsklasse zeigten sich Tabellenführer Werder Bremen und Titelverteidiger Bayern München gut gerüstet für den Nord-Süd-Gipfel um die Vormachtstelleung im deutschen Fußball-Oberhaus. Ein Sieg im Duell am Samstag (15.30 Uhr/live bei arena) würde Bremer wie Münchner wohl endgültig in Feierlaune versetzen. `Wir haben dreimal hintereinander gewonnen und dreimal zu Null gespielt. Das gibt uns zusätzlich Stärke für das Spiel gegen Bayern´, erklärte Werder-Coach Thomas Schaaf nach dem glanzlosen 2: 0 (1:0) gegen Lewski Sofia.

Sein Münchner Kollege Felix Magath hatte schon vor einigen Tagen drei Siege für die `englische Woche´ gefordert: Nach dem 4:2 gegen Hertha und dem 1:0 (1:0) gegen Sporting Lissabon soll nun Teil drei im Bremer Weserstadion folgen. `Ein Unentschieden reicht uns nicht´, meinte Magath. Gegen Bayern kann Werder zudem seine Konkurrenzfährigkeit im Kampf gegen ein europäisches Spitzenteam testen. Denn in der Champions League haben die Hanseaten das Achtelfinale wieder fest im Visier. `Ich glaube, wir haben eine Chance, zu Hause auch gegen Chelsea zu gewinnen, und dann kann es zum großen Endspiel in Barcelona kommen´, sagte Werder-Sportdirektor Klaus Allofs vorausblickend auf die kommenden Wochen. Anschließend wagte der 49-Jährige sogar ein ganz kühnes Rechenspiel: `Wenn alles optimal läuft, könnte es sogar schon vor dem letzten Spieltag entschieden sein.

Aber die Voraussetzung dafür ist, dass wir auch in Sofia gewinnen.´ Vorerst hatte der mühsam erkämpfte Erfolg gegen den bulgarischen Meister durch Tore der Brasilianer Naldo (45.+1) und Diego (74.) Bremens dritten Rang in der Hammer-Gruppe A hinter Spitzenreiter Chelsea (9 Punkte) und punktgleich mit Barca (4) gefestigt. Doch der erste Dreier in der laufenden Champions League weckte bei den Hanseaten auch weitergehende Begehrlichkeiten. `Der Sieg war ein großer Schritt Richtung dritter Platz, aber nun wollen wir natürlich mehr. Ich kann mir jetzt alles vorstellen´, meinte Allofs. Für das Duell mit dem Rekordmeister ist dennoch eine Leistungssteigerung nötig. `Da werden wir anders auftreten müssen, um zu bestehen´, schwante es Torsten Frings. Und wer gegen Chelsea und Barca bestehen will, darf sich auch vor Bayern nicht verstecken. Youngster Aaron Hunt hat das schon verinnerlicht:

`Wir wollen auch gegen Bayern gewinnen, und daran werden wir Sonntag keinen Zweifel lassen.´ Da haben die Münchner freilich etwas dagegen. Was in der Hansestadt von den Bayern verlangt wird, formulierte Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge so: `Es wäre wichtig, genau so weiterzumachen, um am Sonntag auch die Tabellenführung in der Bundesliga übernehmen zu können.´ Magath hatte nach dem wichtigen Sieg in Lissabon schnell den Blick nach vorne gerichtet. `Ich bin mit meinen Gedanken schon in Bremen´, bekannte er. Doch dort wird sich der Meister steigern müssen. In Portugal hatten die Bayern nach der Führung durch einen fulminanten Distanzschuss von Bastian Schweinsteiger (19.) den Gegner wieder ins Spiel kommen lassen. `Das war fatal und darf uns nicht passieren´, bemängelte Kapitän Oliver Kahn, `wir müssen im Kopf brutaler gegen uns selbst werden.´

In der K.o.-Runde der Champions League könne man sich derartige Durchhänger nicht mehr erlauben, weshalb die Mannschaft `in den Bereichen Konzentration und Disziplin´ an sich arbeiten müsse. Sich selbst und seine Abwehr hätte Kahn von dieser Kritik ausnehmen können. Er und vor allem Lucio boten Klasse-Leistungen und sorgten dafür, dass das Team auch nach der Gelb-Roten-Karte gegen Schweinsteiger wenige Sekunden nach der Pause nicht auseinander fiel. `Da hat die Mannschaft gezeigt, dass sie eine Mannschaft ist und bravourös gekämpft´, meinte Rummenigge. Sünder Schweinsteiger konnte nach seinem Ausschluss trotzdem kaum mehr hinsehen, wie seine Kollegen weiter unter Druck gerieten. Zurückgezogen in einen stillen Fernsehraum starrte er lieber Löcher in die Luft denn auf das TV-Gerät. `Jetzt überwiegt aber die Freude über den Sieg´, sagte er später erleichtert. Eine interne Strafe für sein Vergehen muss er nicht fürchten, wie Magath betonte: `Das erste Foul war keines.´

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