Werder vor Woche der Wahrheit

17. Oktober 2006, 12:48 Uhr

Wiedererstarkt, warm geschossen und wild entschlossen: Mit dem Sturmlauf an die Spitze der Bundesliga hat Werder Bremen rechtzeitig zur Woche der Wahrheit noch einmal Fahrt aufgenommen.

Wiedererstarkt, warm geschossen und wild entschlossen: Mit dem Sturmlauf an die Spitze der Bundesliga hat Werder Bremen rechtzeitig zur Woche der Wahrheit noch einmal Fahrt aufgenommen. Nach der 6:0-Gala beim VfL Bochum soll gegen Lewski Sofia am Mittwoch (20.45 Uhr/live im DSF und bei Premiere) nun auch der erste Sieg in der Champions League folgen, ehe am Samstag der Liga-Gipfel gegen den Erzrivalen Bayern München bevorsteht. `Das sind zwei wegweisende Spiele´, sagt Nationalspieler Torsten Frings, der vor dem Auftritt in der Königsklasse volle Konzentration fordert: `Wir dürfen jetzt nicht abheben. Eine Niederlage gegen Sofia können wir uns nicht leisten.´

Vielmehr ist ein Sieg gegen den bulgarischen Meister Pflicht, wenn Werder seine Chance auf das Achtelfinale wahren will. `Wenn wir weiter von der nächsten Runde reden wollen, müssen wir die beiden Spiele gegen Lewski erfolgreich gestalten´, meint Bremens Trainer Thomas Schaaf. In der Hammer-Gruppe A rangiert der viermalige deutsche Meister nach der 0:2-Auftaktniederlage beim FC Chelsea und dem achtbaren 1:1 gegen Titelverteidiger FC Barcelona derzeit auf Rang drei. `Das Spiel gegen Barca hat uns viel Kraft gegeben´, erklärt Schaaf. Auf keinen Fall aber werde man den vermeintlichen Underdog aus Sofia (0 Punkte/1:8 Tore) unterschätzen: `Es steht viel auf dem Spiel. Die Champions League ist schließlich nicht irgendein Bananen-Cup.´ In der Bundesliga verbuchten die Norddeutschen zuletzt zwei leichte Siege mit insgesamt 9:0 Toren gegen Borussia Mönchengladbach (3:0) und in Bochum.

Einziges Manko in den vergangenen Wochen war - trotz der Torflut - der Bremer Angriff. Nationalstürmer Miroslav Klose erzielte sein letztes Tor für Werder am 19. August, `Sorgenkind´ Ivan Klasnic ist seit Monaten außer Form und traf in dieser Saison noch gar nicht. Lediglich Youngster Aaron Hunt war in den beiden vergangenen Partien jeweils einmal erfolgreich. Während Klasnic zunehmend im Abseits steht, lässt Schaaf auf Klose nichts kommen. `Er bringt immer seine Leistung und spielt unheimlich mannschaftsdienlich´, sagt der Coach. Dennoch brennt der Torschützenkönig der WM sowie der vergangenen Bundesligasaison darauf, endlich wieder zu treffen: `Wenn es gegen Sofia nicht klappt, dann eben am Samstag gegen die Bayern. In dieser Woche wird es knallen.´

Derweil kann Schaaf möglicherweise schon gegen Lewski wieder auf einen anderen Nationalspieler zurückgreifen. Mittelfeldspieler Tim Borowski ist nach seinem Außenbandanriss im Knie aus dem Spiel gegen Barcelona offenbar wieder voll belastbar. Ob es für einen Einsatz in der Champions League reicht, wird sich wohl erst kurz vor dem Spiel entscheiden. `Ich bin guter Dinge, dass es klappt´, erklärt Borowski optimistisch. Gute Erinnerungen hat Werder im Übrigen an die beiden bislang einzigen Duelle mit Lewski vor genau 13 Jahren. Im Oktober 1993 setzten sich die Bremer in Hin- und Rückspiel der 2. Runde der Champions League gegen die Bulgaren durch (2:2, 1:0). Derzeit ist der Hauptstadtklub Tabellenführer der bulgarischen A-Liga und hat in neun Spielen noch nicht ein Gegentor (26:0) kassiert. Bekanntester Spieler im Team ist der frühere Bundesligaspieler Daniel Borimirow, der von 1995 bis 2003 für 1860 München spielte. Kurz vor der Abreise nach Bremen hatte der 36-Jährige noch eine Schrecksekunde zu überstehen, als in der Nacht von Sonntag auf Montag in Sofia in einen Autounfall verwickelt war, allerdings unverletzt blieb.

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