Der russische Präsident Wladimir Putin persönlich gab den Segen für den größten Deal der Vereinsgeschichte:

Schalke und Gasprom: Der Rubel rollt

10. Oktober 2006, 19:19 Uhr

Der russische Präsident Wladimir Putin persönlich gab den Segen für den größten Deal der Vereinsgeschichte:

Der russische Präsident Wladimir Putin persönlich gab den Segen für den größten Deal der Vereinsgeschichte: Fußball-Bundesligist Schalke 04 hat den russischen Energiekonzern Gasprom in Dresden offiziell als neuen Hauptsponsor vorgestellt. Im Kurfürstensaal des Tschenbergpalais wurde der Kontrakt, der dem Verein angeblich bis zu 125 Millionen Euro einbringen kann, offiziell unterzeichnet. Der Rubel rollt auf Schalke ab dem 1. Januar 2007 vorerst bis zum 30. Juni 2012. `Mit diesem Vertrag stoßen wir in eine neue Dimension vor, wir sind stolz, dass sich der weltweit größte Konzern für uns entschieden hat. Aber Gasprom ist ein Sponsor und wird den Verein nicht übernehmen´, erklärte Schalkes Präsident Gerd Rehberg nach den fünfmonatigen Verhandlungen stolz.

Mit dem Millionendeal rücken die Gelsenkirchener in die Dimension von Rekordmeister Bayern München auf, der von der Deutschen Telekom 20 Millionen Euro pro Jahr kassiert. Angeblich soll Schalke pro Jahr garantiert zwölf Millionen Euro bekommen, dazu kommen satte Erfolgsprämien beispielsweise bei Erfolgen in der Champions League. Die erste Rate soll am 10. Januar 2007 eingehen. Genügend Geld dafür hat der größte Arbeitgeber Russlands - allein 2005 erzielte der Konzern einen Reingewinn von fast sechs Milliarden Euro. Rehberg wollte die genannten Einnahmen von bis zu 125 Millionen Euro für Schalke allerdings nicht bestätigen: `Das ist nur theoretisch. Die genannte Summe können wir nur erreichen, wenn wir wirklich alles gewinnen, was es zu gewinnen gibt.´

Am Abend gab es als Ansporn immerhin schon einmal ein Treffen der Schalke-Cheftetage mit Russlands Präsident Putin, der derzeit gemeinsam mit Bundeskanzlerin Angela Merkel zum `Petersburger Dialog´ in Dresden weilt. Auch der Millionendeal war auf höchster politischer Ebene mit Hilfe vom ehemaligen Bundeskanzler und Gasprom-Aufsichtsratsmitglied Gerhard Schröder zustande gekommen. Rehberg: `Schalke wird aber nie ein zweites Chelsea´. Schalke bleibt ein eingetragener Verein, es sei ausgeschlossen, dass Gasprom nach dem Vorbild von Russland-Milliardär Roman Abramowitsch bei Chelsea London in Gelsenkirchen die Macht übernehme. Gasprom löst auf der Schalke-Brust den bisherigen Trikotsponsor Victoria ab, der bislang etwa 7,5 Millionen Euro pro Jahr gezahlt hatte.

Der Trikotsponsor-Vertrag mit dem Versicherungsunternehmen endet ein halbes Jahr vor der geplanten Zeit, allerdings bleibt die Firma dem Verein als Geldgeber bis 2012 erhalten. Erstmals mit dem neuen Schriftzug wird Schalke in der Bundesliga beim Rückrunden-Auftakt am 28. Januar 2007 bei Eintracht Frankfurt antreten. Die Vertragsunterschrift kommt zur rechten Zeit, denn Schalke muss Verbindlichkeiten in Höhe von etwa 200 Millionen Euro zurückzahlen. An den Kauf von neuen Stars sei vorerst aber nicht gedacht. Gleichzeitig wurde in Dresden eine Partnerschaft von Schalke mit Putins Lieblingsklub Zenit St. Petersburg vorgestellt - am 20. Januar 2007 wird es bereits ein Testspiel in der Veltins-Arena geben. Der vom ehemaligen Mönchengladbacher Coach Dick Advocaat trainierte Verein wird von Gasprom kontrolliert.

Schalke soll St. Petersburg mit seinem Knowhow beim Bau eines hochmodernen Stadions unterstützten, das nach dem Vorbild der Veltins-Arena gebaut werden soll. `Der Deal ist gut für alle Klubs. Er zeigt, dass die Bundesliga in Europa über den stärksten Sponsorenmarkt verfügt´, lobte Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge in Bild. Schalke-Manager Andreas Müller will nun gemeinsam mit dem nach dem Erstrundenaus im UEFA-Cup in Bedrängnis geratenen Trainer Mirko Slomka die Mannschaft sportlich wieder auf Vordermann bringen: `Das ist jetzt unsere wichtigste Aufgabe. Finanziell ist das einer der wichtigsten Tage in der Geschichte von Schalke.´

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