Der deutsche Profi-Fußball macht im Kampf gegen Rassismus und Diskriminierung mobil:

DFL: `Zeig´ dem Rassismus die Rote Karte´

27. September 2006, 13:27 Uhr

Der deutsche Profi-Fußball macht im Kampf gegen Rassismus und Diskriminierung mobil:

Der deutsche Profi-Fußball macht im Kampf gegen Rassismus und Diskriminierung mobil: Der Ligaverband startet am 8. Spieltag (20. bis 23. Oktober) eine groß angelegt Aktion. Dabei erhalten die Zuschauer in allen Stadien Rote Karten mit der Aufschrift `Zeig´ dem Rassismus die Rote Karte´ und werden aufgefordert, diese gemeinsam in die Höhe zu halten. Die Maßnahme wird im Rahmen einer internationalen Aktionswoche des Netzwerks Football Against Racism in Europe (FARE) in Kooperation mit der Europäischen Fußball-Union (UEFA) durchgeführt. `Wir wollen ein Zeichen setzen. Die Bundesliga steht für Internationalität, Weltoffenheit und Toleranz. Daher ist es uns ein Anliegen, diese europaweite Aktionswoche zu unterstützen´, erklärt Ligapräsident Werner Hackmann:

`Rassismus und Diskriminierung haben bei uns keinen Platz.´ Bereits 1993 fand die Aktion `Mein Freund ist Ausländer´ unter Federführung des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) mit der Durchführung eines Benefizspieles statt. Darüber hinaus beteiligten sich die Vereine und Kapitalgesellschaften des Profi-Fußballs in den vergangenen Jahren an zahlreichen Aktionen wie dem `Tag gegen das Vergessen´ oder `Der Woche der Toleranz´. DFB-Präsident Theo Zwanziger hatte zuletzt in der Bild am Sonntag an die Klubs appelliert: `Ich weiß, dass die richtigen Fans ihre Spieler lieben - ganz egal, welche Hautfarbe oder Nationalität sie haben. Die Vereine sind jetzt gefordert, die Minderheit mundtot zu machen. Wir haben doch viele Fanprojekte. Die Vereine müssen schon im Vorfeld dafür sorgen, dass in der Fanszene ein Selbstläuterungsprozess stattfindet.´ Der DFB-Kontrollausschuss hatte am Freitag vergangenen Woche gegen die Bundesligisten Alemannia Aachen und Borussia Mönchengladbach Anklage wegen unsportlichen Verhaltens erhoben. Demnach soll Aachen 75.000 Euro Strafe zahlen, Gladbach soll mit 25. 000 Euro zur Kasse gebeten werden.

Im Punktspiel zwischen Aachen und Gladbach (4:2) am 16. September 2006 hatten zunächst Alemannia-Anhänger Borussias brasilianischer Stürmer Kahe mit fremdenfeindlichen Sprechchören beleidigt. Im Gegenzug wurde auch Aachens Verteidiger Moses Sichone aus Sambia von Gladbacher Fans mit Schmährufen bedacht. Der DFB würde im Kampf gegen Rassismus auch vor Geisterspielen nicht zurückschrecken. `Im Antrag wird Alemannia Aachen angedroht, dass bei einer weiteren Verfehlung das nächste Spiel unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfindet´, sagte Zwanziger: `Entweder wir gehen das Thema jetzt richtig an oder gar nicht. Es geht auch um die Bewusstseinsbildung in unserer Gesellschaft. Es ist eine Minderheit, die den Fußball in Misskredit bringt. Rassismus ist ein schleichendes Gift. Aber von diesen Leuten müssen wir uns klar abgrenzen. Wir dürfen diesen Leuten keine Plattform geben.´

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