Nach dem Abstieg aus der 3. Liga müssen die Verantwortlichen gleich mehrere Baustellen beackern. Vor allem die Spielersuche dürfte jetzt im Vordergrund stehen.

WSV: "Macht RL Sinn?"

"Größter Break in der Geschichte"

29. April 2010, 08:47 Uhr

Nach dem Abstieg aus der 3. Liga müssen die Verantwortlichen gleich mehrere Baustellen beackern. Vor allem die Spielersuche dürfte jetzt im Vordergrund stehen.

Nun ist es also Gewissheit: Nach der 0:3-Pleite gegen Rot-Weiß Erfurt steht der WSV als Absteiger fest. Rund um das Stadion am Zoo herrschen Ratlosigkeit, Trauer, Frust und Wut. „Das ist eine riesige Enttäuschung. Es fühlt sich an wie im freien Fall“, fasste Steve Müller, gegen Erfurt nicht im Kader, sein Seelenleben nach dem Spiel zusammen.

Bei aller Trauer richteten sich die Blicke der Verantwortlichen allerdings auch schon nach vorne, schließlich gilt es in den kommenden Wochen zahlreiche Baustellen zu bearbeiten. Vorstandsberater Achim Weber jedenfalls kündigte an: „In diesem Sommer wird es den größten Break in der Geschichte des Wuppertaler SV geben.“

Zunächst einmal gilt es dabei einen Trainer für die kommende Saison zu finden. Die Kandidaten sind dabei hinlänglich bekannt, immer wieder wurden Pavel Dotchev, Gerd Dais oder Peter Vollmann im Stadion am Zoo gesichtet. Der Partie gegen Erfurt wohnte auch Uwe Erkenbrecher, Noch-Trainer des künftigen Ligagenossen Rot-Weiss Essen, bei. In erster Linie, um den kommenden Pokalgegner zu beobachten, doch ganz nebenbei erneuerte Friedhelm Runge seine Wertschätzung für den 55-Jährigen. „Ich kenne ihn seit vielen Jahren und er hat in dieser Saison hervoragende Arbeit in Essen gemacht.“

Mehr als nur lobende Worte? Erkenbrecher selbst wollte sich aber nicht zu einem möglichen Engagement in Wuppertal äußern: „Dazu will ich nichts sagen. Vielleicht mache ich sogar ein kleines Päuschen. Mal sehen, was so passiert.“

Völlig unklar ist auch noch, mit welchem Kader die kommende Saison angegangen werden soll, sonderlich viele Akteure aus dem derzeitigen Aufgebot jedenfalls werden diesem nicht mehr angehören. Schließlich sagte Runge nach dem Erfurt-Spiel: „Das einzig Gute an der Situation ist, dass jetzt kein Spieler einen Vertrag für die neue Saison hat.“

Es dürfte also eine Runderneuerung anstehen. Auf dem Wunschzettel beim WSV sollen neben Mohamed Labiadh (VfL Bochum II), Jan Hammes (Bonner SC) und Raoul Meister (TSG Sprockhövel) auch Christian Erwig vom FC Schalke 04 II und Abdou-Nassirou Ouro-Akpo von Westfalia Herne stehen.
Aus dem aktuellen Kader indes dürften nur wenige Akteure neue Kontrakte erhalten. Auszugehen ist davon, dass sich der WSV um einen Verbleib von Christian Maly, Sascha Samulewicz, Davide Leikauf, Björn Weikl, Mahmout Najdi, Sven Lintjens, Ken Asaeda, Marko Nikolic, Romas Dressler, Daniel Keita-Ruel, Bahadir Incilli und Burak Uca bemühen wird. Mitja Schäfer, Marco Neppe, Stefan Lorenz, Karsten Fischer, Nermin Celikovic, Steve Müller und Tobias Damm indes dürften sich aus eigenen Stücken nach einer neuen sportlichen Heimat umschauen Aus verschiedenen Gründen kaum eine Zukunft bei den Bergischen haben wohl Massimo Martino, Mario Neunaber, Michael Stickel, Kosta Rodrigues, Edgar Bernhardt, Salih Altin, Victor Hugo Lorenzón, Marvin Braun, Fatmir Vata und Miguel Andrés Formento.

Möglicherweise plant der WSV aber auch völlig anders. Runge jedenfalls äußerte nach dem Abstieg vielsagend: „Die Lizenz für die 3. Liga haben wir bekommen, ich gehe davon aus, dass auch die Regionalliga-Lizenz kein Problem sein wird. Die Frage ist nur: Macht es überhaupt Sinn in der Regionalliga zu spielen?“

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