Ab nach oben.

BVB: Borussen-Vollgans Richtung vordere Tabellenplätze

rk
15. September 2006, 11:38 Uhr

Ab nach oben. "Wir haben alle nur das Spiel gegen Hamburg im Kopf", ist nicht nur Philipp Degen heiß auf das Duell mit den Norddeutschen.

Ab nach oben. "Wir haben alle nur das Spiel gegen Hamburg im Kopf", ist nicht nur Philipp Degen heiß auf das Duell mit den Norddeutschen. "Schließlich wollen wir drei Punkte holen und uns in Richtung vordere Tabellenplätze orientieren, da wir in dieser Saison ganz andere Ambitionen haben als in der vergangenen Spielzeit." Der ehrgeizige Schweizer ist mit der bisherigen Ausbeute nicht unbedingt zufrieden, er will mehr: "Die zwei verlorenen Zähler gegen Mainz 05 ärgern mich heute noch." Da kann ihn selbst der Erfolg in Stuttgart nicht trösten: "Okay, wir hatten auch etwas Glück beim VfB, andererseits bin ich trotzdem der Meinung, dass der Sieg verdient war, weil wir uns genug Chancen erarbeitet haben."

Die sollen sich den Schwarz-Gelben auch in zwei Tagen wieder bieten, vor allem Alexander Frei, von dessen Qualitäten sein Landsmann total überzeugt ist: "Er ist eine absolute Verstärkung und wird uns mit seinen Toren weiterhelfen, am besten schon am Samstag gegen Hamburg." Doch der 23-Jährige glaubt nicht nur an den neuen Angreifer, sondern an das gesamte Team: "Wir sind insgesamt noch recht jung, besitzen dafür eine Menge Potential, das sich auf Dauer durchsetzen wird."

Von der eigenen Stärke waren zu Saisonbeginn auch die Hansestädter überzeugt. Bis Mittwoch-Abend allerdings trotzdem ohne Pflichtspiel-Sieg. In der Liga sprangen nur Unentscheiden heraus, im Pokal gab es sogar ein Desaster bei dem Drittligisten Stuttgarter Kickers. Degen hebt dennoch den warnenden Zeigefinger: "Die Gäste befinden sich in einer schwierigen Lage und stehen in der Pflicht, bei uns zu gewinnen. Also werden sie trotz aller Probleme Vollgas geben. Ein angeschlagener Gegner ist stets besonders gefährlich."

Doch dem Respekt folgt das eigene Selbstvertrauen: "Keine Frage, wir sind in der Lage, diese gute Mannschaft zu schlagen." Auch weil die Schwarz-Gelben ihre Lehren aus der jüngsten Vergangenheit gezogen haben: "Nach der Vorstellung mussten wir uns alle an die eigene Nase fassen, weil wir trotz des Weiterkommens schlecht gespielt haben. Aber vielleicht tut uns dieser Warnschuss vor dem so wichtigen Match gegen Hamburg sogar richtig gut?" Und noch einen Trumpf können die Borussen nach Auffassung des Ex-Baslers aus dem Ärmel schütteln: "Das Stadion wird ausverkauft sein, so etwas wünscht sich doch jeder Fußballer."

Ein Kick auf das Gaspedal ist erforderlich, zumindest wenn man die Statistik zur Hand nimmt. Während der BVB an der Alster seine letzte Niederlage im Mai 1997 hinnehmen musste, ärgerte der HSV die Dortmunder im Westfalenstadion mehr als einmal. In den letzten vier Spielzeiten gelang den Borussen nur ein Dreier. Und der in der Saison 2003/2004 erst nach einem Kraftakt, da ein 0:2-Rückstand durch zwei Tore von Jan Koller und einem Treffer von Henrique Ewerthon in einen 3:2-Sieg umgewandelt werden konnte.
In zwei Tagen muss Thomas Doll, der ausgerechnet mit einem 2:0-Erfolg in Dortmund seinen Einstand als Bundesligatrainer feierte, mit einigen Personalproblemen kämpfen. Besonders schmerzt ihn natürlich der verletzungsbedingte Ausfall von Regisseur Raphael van der Vaart. Hinzu kommen Thimothee Atouba aus dem gleichen Grund sowie der gesperrte Collin Benjamin. Hinter dem Einsatz von Neuzugang Juan Pablo Sorin steht zudem ein Fragezeichen.

Autor: rk

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