Bisweilen wirkte Lukas Podolski in den ersten paar Wochen an seinem neuen Arbeitsplatz etwas deplatziert.

Podolski vor dem Durchbruch bei den Bayern

12. September 2006, 12:29 Uhr

Bisweilen wirkte Lukas Podolski in den ersten paar Wochen an seinem neuen Arbeitsplatz etwas deplatziert.

Bisweilen wirkte Lukas Podolski in den ersten paar Wochen an seinem neuen Arbeitsplatz etwas deplatziert. Nur 47 von möglichen 270 Minuten spielte er bislang für Bayern München in der Bundesliga und um sein Seelenheil schien es nicht gut bestellt. In der Nationalmannschaft schoss er derweil seine Tore, gleich fünf in den ersten zwei EM-Qualifikationsspielen, und das anfällige Lob für den 21 Jahre alten bisherigen Kölner klang irgendwie wie eine `Watsch´n´ für die Entscheidungsträger des Rekordmeisters. Pünktlich zum Beginn der Champions League ist Podolski einem Stammplatz nun sehr nahe gekommen. Wobei die Bezeichnung Stammplatz bei den Bayern doch eher relativ ist. `Wir haben vier Superstürmer´, behauptet Neuzugang Mark van Bommel, da sei es für den Trainer nicht gerade einfach, `sie richtig reinzuschicken´.

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Am Wochenende im Pokal beim FC St. Pauli (2:1 n.V.) bewies Felix Magath freilich ein gutes Gespür: Er wechselte Podolski in der 46. Minute ein, nur 26 Sekunden später traf der Nationalspieler zum 1:1. Seitdem scheint es, als sei Podolski angekommen in München. `Wenn er immer so spielt´, schwärmte Manager Uli Hoeneß über den 10 Millionen Euro Ablöse teuren Angreifer, wenn Podolski sich immer so gut bewege, Tore schieße und auch Tore vorbereite, dann habe er bald seinen Stammplatz. `Es ist nur eine Frage der Zeit, bis sich Lukas bei uns durchsetzt´, sagte Hoeneß. Diese Zeit scheint nun gekommen, auch deshalb, weil Podolskis Konkurrenten Roy Makaay, Roque Santa Cruz und Claudio Pizarro nicht in Top-Form sind. Vor der Partie gegen Spartak Moskau machte Magath deutlich, dass ihn seine Angreifer derzeit wenig überzeugen.

Jetzt, da ihnen der abgewanderte Michael Ballack mit seinem Offensivdrang nicht mehr im Wege stehe, hätten sie mehr Raum, sich selbst zu entfalten. `Die Stürmer können jetzt aus allen Rohren schießen´, sagte Magath, `aber dafür müssen sie sich auch dementsprechend bewegen´. Podolski kann er damit nicht gemeint haben, so wenig wie der bislang gespielt hat. Podolskis Leistung bei St. Pauli hat offensichtlich bei den Verantwortlichen des FC Bayern einen kleinen Sinneswandel bewirkt. Die vier Tore, die der 21-Jährige beim 13:0 der Nationalmannschaft in San Marino erzielte, waren plötzlich nicht mehr die unmaßgebliche Ausbeute gegen eine `Busfahrertruppe´ (Hoeneß).

Magath rechnete nun durchaus genüsslich vor, dass Podolski `in den letzten drei Spielen sechs Tore gemacht hat, das sind zwei im Schnitt´. Und eine solche Quote sei brauchbar. Die jüngste Entwicklung will Magath sogar vorausgeahnt haben. `Wir haben ihn langsam herangeführt´, sagt der Trainer über die zwei Monate, die Podolski nun beim FC Bayern ist. Und so, wie es gelaufen sei, `haben wir alles richtig gemacht´. Podolski, sagt Magath, `ist jetzt so weit´. Alles andere wäre ja gelacht: Denn pünktlich zum Auftakt der Königsklasse hat die Europäische Fußball-Union (UEFA) in ihrem neuen `Champions League Magazine´ Podolski mal so eben zum `besten jungen Spieler Europas´ geadelt.

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