Mit Optimismus, aber einer vorsichtigen Zielsetzung hat Dieter Hecking am Sonntag seinen Job als Trainer des Fußball-Bundesligisten Hannover 96 angetreten.

Familienmensch Hecking zurück in der Heimat

10. September 2006, 13:34 Uhr

Mit Optimismus, aber einer vorsichtigen Zielsetzung hat Dieter Hecking am Sonntag seinen Job als Trainer des Fußball-Bundesligisten Hannover 96 angetreten.

Mit Optimismus, aber einer vorsichtigen Zielsetzung hat Dieter Hecking am Sonntag seinen Job als Trainer des Fußball-Bundesligisten Hannover 96 angetreten. `Wir sind in einer kritischen Situation, die es zu beheben gilt. Es ist nicht nur ein Neuanfang für mich, sondern auch für die Mannschaft. Sie hat das Potenzial sich vom Tabellenende wegzuarbeiten. Aber ich denke nur von Schritt zu Schritt´, sagte der 41-Jährige, den die Niedersachsen für eine Ablösesumme in Höhe von geschätzten 750.000 Euro vom Ligakonkurrent Alemannia Aachen losgeeist hatten. Über die Vertragslaufzeit wollte der Tabellenletzte keine Angaben machen.

Hecking verdeutlichte erneut, dass auschließlich private Gründe den Ausschlag für seinen Wechsel nach Hannover, wo er bereits in seiner aktiven Zeit von 1996 bis 1999 tätig war, gegeben hätten: `Ich habe fünf Kinder in Hannover. Da gibt es Probleme, die auf die Distanz nicht immer zu lösen sind. Manchmal muss man neue Prioritäten setzen. Auch wenn es mir für Aachen Leid tut.´ Heckings Ehefrau lebt mit der Familie im rund 30 Kilometer von Hannover entfernten Bad Nenndorf. Neben der Rückkehr in den Kreis seiner Lieben wartet auf den Coach in der niedersächsischen Landeshauptstadt auch eine Menge Arbeit. Noch als Trainer der Aachener konnte sich Hecking davon selbst ein Bild machen.

Am letzten Bundesligaspieltag gewann er mit der Alemannia 3:0 gegen den Tabellenletzten. `Die Mannschaft muss jetzt das Selbstvertrauen zurückbekommen. Der Sieg im DFB-Pokal war die beste Psychologie. Ich werde jetzt viele Gespräche führen und weiß, dass wir am Freitag beim VfL Wolfsburg die richtige Antwort geben müssen.´ 96-Boss Martin Kind zeigte sich derweil von der Verpflichtung seines Wunschkandidaten, der in Hannover Peter Neururer ersetzt, begeistert: `Ich bin froh, dass er bei uns ist. Der Vertrag ist ein Zeichen des Vertrauens und der Perspektive.´ Auch für Hecking ging ein lang gehegter Wunsch in Erfüllung. `Ich habe nie einen Hehl daraus gemacht, dass dieser Job ein Traum für mich ist. Aber im Vordergrund stehe nicht ich, sondern die Mannschaft´, erklärte der Coach, der nun auch seinen bisherigen Co-Trainer Dirk Bremser an die Leine holen will.

Über die Zukunft der bisherigen 96-Assistenten Thomas Kristl und Michael Schjönberg ist noch keine Entscheidung gefallen. Während man die Abwerbung Heckings in Hannover als einen `in diesem Geschäft normalen Vorgang´ und `nicht moralisch verwerflich´ wertet, äußert sich die Konkurrenz kritisch. `Da bleibt ein Geschmäckle. Es ist unanständig, was da abgelaufen ist. Es kann nicht sein, dass man nach drei Spieltagen den Trainer eines anderen Vereins abwirbt´, meinte Manager Uli Hoeneß vom deutschen Rekordmeister Bayern München im DSF. Kind konterte: `Natürlich ist die Situation nicht problemlos, aber wir haben die Spielregeln eingehalten.´

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