Das Lächeln war Gerald Asamoah nach dem 
Schützenfest nicht vergangen.

Pfui: Urwald-Geräusche gegen Schalke-Star Asamoah

09. September 2006, 19:29 Uhr

Das Lächeln war Gerald Asamoah nach dem
Schützenfest nicht vergangen.

Dabei hatte das 9:1 (5:0) von Schalke 04 zum Pokalauftakt bei der Reserve des Fußball-Zweitligisten Hansa
Rostock einen ganz bitteren Beigeschmack. Im Ostseestadion, wo die
Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) am 7. Oktober gegen
Georgien spielt, wurde der aus Ghana stammende deutsche
Nationalspieler bei seinen Ballkontakten mit Urwaldgeräuschen und
Schmährufen von der Tribüne beleidigt.
`Das hat mich verletzt. Ich weiß nicht, weshalb einige
Rostocker Fans das getan haben. Ich habe ja nicht einmal ein hartes
Foul begangen´, sagte Asamoah, der mit zwei Treffern (15./34.) und
fünf Torvorlagen eigentlich genug Grund gehabt hätte, die
Dienstreise nach Mecklenburg als vollen Erfolg zu verbuchen.
Schalkes Trainer Mirko Slomka nutzte die Pressekonferenz, um
seinem Ärger über die Vorfälle Luft zu machen. `Ich habe gedacht,
das gehört nicht auf den Fußballplatz. Auch wenn nur wenige
geschrien haben, denke ich, dass es Maßnahmen von Hansa-Seite geben
wird´, sagte Slomka, der gemeinsam mit Asamoah in der Halbzeit
entschied, dass der 27-Jährige das Spiel fortsetzen sollte. `Ich
wollte denen nicht noch Genugtuung geben´, sagte Asamoah.
Rostocks Manager Stefan Studer allerdings stand dem Gebrüll
aus dem Hansa-Block in seiner ersten Reaktion jedoch hilflos
gegenüber. `Wir können uns als Verein nur bei Gerald Asamoah
entschuldigen. Aber was wollen Sie gegen diese Leute machen?´,
sagte Studer. Asamoah jedenfalls machte sich bereits während des
Spiels seine Gedanken, was wohl am 7. Oktober auf ihn zukommt, wenn
es im Trikot mit dem Adler an Ort und Stelle auf der Brust gegen
Georgien geht. `Vielleicht haben die es bis dahin dann gelernt´,
sagte der Angreifer.
Die kleine Gruppe von Hansa-Anhängern jedenfalls lieferte
somit den meisten Gesprächsstoff des Nachmittags, auch wenn während
der zweiten Halbzeit die Rufe verstummt waren. Gebrüll gab es nach
der Pause aus dem Rostocker Block eigentlich nur noch bei einer
Szene, als Robert Franke (48.) das zwischenzeitliche 1:5-Ehrentor
erzielte. Grund zum Jubeln hatten sonst nur die Gäste-Fans unter
den 3500 Besuchern. Zweimal Kevin Kuranyi (12./31.), zweimal
Lincoln (21./73.), Marcelo Bordon (56.), Halil Altintop (62.) und
Gustavo Varela (84.) machten die gelungene Generalprobe vor dem
UEFA-Pokal-Hinspiel gegen AS Nancy am Donnerstag (19.00 Uhr)
perfekt.

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