Vorgestern war beim VfL Bochum trainingsfrei und Marcel Koller nutzte den Nachmittag, um mit einem Rasenmäher endlich wieder für Ordnung in seinem Garten zu sorgen.

BOCHUM: Im Saarland neues Selbstvertrauen tanken

gp
08. September 2006, 10:09 Uhr

Vorgestern war beim VfL Bochum trainingsfrei und Marcel Koller nutzte den Nachmittag, um mit einem Rasenmäher endlich wieder für Ordnung in seinem Garten zu sorgen.

Vorgestern war beim VfL Bochum trainingsfrei und Marcel Koller nutzte den Nachmittag, um mit einem Rasenmäher endlich wieder für Ordnung in seinem Garten zu sorgen. Dass der Schweizer dabei mit seinen Gedanken schon drei Tage weiter beim Pokalspiel war, darauf kann man wetten. Akribisch hat er seit eineinhalb Wochen im täglichen Training dafür gesorgt, dass seine Spieler die Aufgabe beim Oberligisten FC Homburg mit höchster Konzentration angehen. Koller: "Ich habe der Mannschaft gesagt, dass keiner auch nur mit einer Spur von Überheblichkeit den Platz betreten darf. Denn auf dem Rasen ist es dann schwer, die Einstellung zu ändern."
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Nein, der Gegner in Runde eins ist wahrlich kein Überflieger. Zwar verpasste der ehemalige Erstligist in der letzten Spielzeit nur knapp hinter dem FK Pirmasens den Aufstieg in die Regionalliga. In der derzeit laufenden Saison riss das Team aber noch keine Bäume aus und liegt nach sechs Spielen und drei Niederlagen in der Oberliga Südwest nur auf dem zehnten Tabellenplatz. Und was Co-Trainer Nico Michaty bei der Spielbeobachtung SV Hasborn - Homburg (1:1) sah, war wohl nicht dazu angetan, den sportlich angeschlagenen VfL in Angst und Schrecken zu versetzen. Koller: "Die haben ein paar sehr große Spieler, versuchen immer wieder, mit Standardsituationen zum Erfolg zu kommen. Aber sonst werden sie versuchen, so lange wie möglich ein torloses Remis zu halten." Doch dabei will der VfL-Trainer nicht "mitspielen": "Wir werden von Beginn an Homburg unter Druck setzen und sie so zu Fehlern zwingen."

Zwar wollte sich der Schweizer zur Wochenmitte noch nicht bei der Aufstellung festlegen, zumal es noch die eine oder andere Unbekannte gibt, aber eines ist klar: Theofanis Gekas und Fabio Junior werden gemeinsam den Angriff bilden. Koller: "Es war natürlich prima, dass Gekas nicht bei der Nationalmannschaft war und sich im Training mit Fabio schon einspielen konnte." Und das sah schon ganz gut aus. Das Duo ergänzte sich auf Anhieb, und jeder hat auch den Blick für den anderen. Koller war überhaupt mit den Trainingseindrücken der letzten Tage sehr zufrieden: "Man spürte die Freude. Alle gingen konzentriert zu Werke, waren aggressiv im Zweikampf und trotzdem hatten sie eine Menge Spaß." Kurzum, das Feuer brennt. Wie ein lebloser Tabellenvorletzter präsentierten sich die VfL-Profis wahrlich nicht. Koller: "Die ganzen Einflüsse von außen hat die Mannschaft nicht an sich heran gelassen. Sie ist stark genug, gefestigt und weiß, dass sie in der ersten Liga mithalten kann. Was jetzt fehlt, ist ein Sieg."

Da kommt das Pokalspiel, das um 18.30 Uhr am Samstag angepfiffen wird, gerade recht. Koller: "Natürlich kann man sich da schon ein wenig Selbstvertrauen holen. Je überzeugender das Ergebnis, um so wichtiger die Signalwirkung auch nach außen." Vielleicht entledigt sich der VfL beim ersten Pokalauftritt in der Saison der Aufgabe ebenso souverän wie vor einem Jahr. Damals gewann der VfL gegen Tennis Borussia Berlin, einem vergleichbaren Gegner, ungefährdet mit 6:0 (3:0). Es ist übrigens nicht das erste Mal, dass beide Teams aufeinander treffen. Am 2.12.1978 trennte man sich im Waldstadion nach 120 Minuten torlos. Das damalige Wiederholungsspiel gewann der VfL daheim mit 1:0.

In den letzten Tagen hat sich die Personalsituation beim VfL merklich entspannt. David Pallas und Heiko Butscher haben ihre Achillessehnenprobleme in den Griff bekommen. Benjamin Lense und Christoph Dabrowski trainierten zuletzt wieder und die Adduktorenprobleme von Keeper Skov-Jensen dürften seinen Einsatz am Samstag nicht gefährden. Leichte Probleme auch noch bei Benjamin Auer, der über Kniebeschwerden klagte und sich vorsichtshalber einer Untersuchung am Dienstag Nachmittag unterzog. So bereitet ausgerechnet Kapitän Thomas Zdebel derzeit die größten Probleme. Erst bekam er zu Wochenbeginn einen Schlag auf die Kniescheibe. Dienstag dann musste er mit einer Grippe im Hinblick auf das Pokalspiel wohl endgültig passen. Bleibt nur noch die Frage, ob "Zwetschge" Misimovic, der am gestrigen Abend für Bosnien-Herzegowina ein EM-Quali-Spiel gegen Ungarn bestritt, morgen gesund und rechtzeitig zum Abschlusstraining (12.15 Uhr) wieder zurück ist.

Autor: gp

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