Der Trainer weg, der Geschäftsführer noch nicht da - Martin Kind stand am Donnerstag fast alleine da bei Hannover 96.

Hannover 96: Gesucht: Trainer und Geschäftsführer

31. August 2006, 14:46 Uhr

Der Trainer weg, der Geschäftsführer noch nicht da - Martin Kind stand am Donnerstag fast alleine da bei Hannover 96.

Der Trainer weg, der Geschäftsführer noch nicht da - Martin Kind stand am Donnerstag fast alleine da bei Hannover 96. Einen Tag nach dem mit angeblich rund 800.000 Euro Abfindung beschleunigten Rücktritt von Coach Peter Neururer wirbelte der Klubboss auf der Suche nach der Zukunft. Mit Rene C. Jäggi, dem Wunschkandidaten für den Geschäftsführerposten galt es zu verhandeln, Trainernamen zu sondieren und sich über ein tragfähiges Konzept für den Klub im Klaren zu werden. Natürlich hat sofort das große Rätselraten über den Neururer-Nachfolger an der Leine begonnen. Junioren-Bundestrainer Dieter Eilts gilt als Wunschkandidat, ebenso der Ex-96-Profi Dieter Hecking, der erfolgreich bei Alemannia Aachen arbeitet.

Jürgen Kohler hat sich eher selbst ins Gespräch gebracht, Bruno Labbadia oder eben die beiden Jäggi-Vertrauten Christian Gross, der beim FC Basel in der Kritik steht, und Erik Gerets, derzeit bei Galatasaray Istanbul, wurden zudem genannt. `Spätestens bis nach dem Pokalspiel in Dresden am 9. September´ soll laut Kind die Trainerfrage entschieden sein. Ihm schwebe laut Hannoverscher Allgemeinen eine `zukunftsorientierte Entscheidung vor, die mutig und risikobehaftet sein kann´. Nach Ewald Lienen und Neururer soll also mal wieder ein `Aufbauer´ kommen und kein `Retter´. Einer der jungen Generation mit neuen Ideen und Konzepten, einer wie Doll, Klopp oder Klinsmann. `Wir dürfen nicht nur auf die nächsten Spiele schauen, sondern müssen die nächsten Jahre im Blick haben´, sagte Sportchef Ilja Kaenzig. Der Schweizer allerdings sitzt auch nicht allzu sicher auf seinem Stuhl, auch wenn er den Machtkampf mit Neururer gewonnen hat. `Ich werde Herrn Jäggi und Herrn Kaenzig mit in die Entscheidungsfindung einbinden´, erklärte Kind. Jäggi zu überzeugen, war deshalb die wichtigste Aufgabe, die sich der millionenschwere Hörgeräte-Unternehmer gestellt hatte.

Bis zum Wochenende wollte er gerne die Zustimmung des Eidgenossen haben, um den er bereits seit rund zwei Monaten buhlt. `Entweder wir einigen uns bis dahin mit Herrn Jäggi. Oder wir einigen uns nicht, und dann wird es eine andere Lösung geben´, sagte Kind in der Neuen Presse. Der Name Rolf Rüssmann geisterte auch schon mal durch die niedersächische Landeshauptstadt. Wie groß die Lust eines künftigen Geschäftsführers allerdings ist, ständig im Schatten des allmächtigen Kind zu arbeiten, ist unklar. Der 63-Jährige war erst im Juli wieder ins aktive Geschäft eingestiegen. Durch die Übernahme von Gesellschaftsanteilen ist er zum Haupteigner der 96-Kerngesellschaft geworden und strebt den Aufsichtsratsvorsitz an. Er ist außerdem Präsident des gemeinnützigen Sportvereins Hannover 96.

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