Transfer-Bühne: HSV und Bayern zücken nochmal den Geldbeutel

31. August 2006, 14:12 Uhr

Juan Pablo Sorin, Mark van Bommel, Joris Mathijssen - kurz vor Ladenschluss am Donnerstag um Mitternacht haben der Hamburger SV und Bayern München noch einmal den Geldbeutel gezückt.

Juan Pablo Sorin, Mark van Bommel, Joris Mathijssen - kurz vor Ladenschluss am Donnerstag um Mitternacht haben der Hamburger SV und Bayern München noch einmal den Geldbeutel gezückt und die Gesamt-Investitionen der Fußball-Bundesligisten in Neuzugänge auf 109,9 Millionen Euro (Vorjahr: 80 Millionen) in die Höhe geschraubt. Die beiden Champions-League-Teilnehmer sind ohnehin die Klubs, die am tiefsten in die Tasche gegriffen haben, um ihre Ambitionen auf nationalem und internationalem Parkett zu untermauern. Doch obwohl die Münchner für van Bommel, Daniel van Buyten und Lukas Podolski insgesamt 26 Millionen Euro auf den Tisch legten und damit die Liste der Großeinkäufer anführen, sieht der Manager des Rekordmeisters seinen Verein im Vergleich mit den europäischen Spitzenklubs im Nachteil.
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`Bei einer Diskrepanz von 80 Millionen Euro haben wir nachhaltig keine Chance´, sagte Uli Hoeneß mit Blick auf die Unterschiede bei den TV-Geldern an. `Barcelona und Real Madrid haben zwischen 80 und 90 Millionen Euro mehr Fernseheinnahmen als wir. Dieses Geld stecken sie natürlich ins Personal´, meinte der 54-Jährige und fügte hinzu: `Es gibt nur zwei Möglichkeiten, um wettbewerbsfähig zu sein. Die anderen Vereine bekommen weniger, oder wir bekommen mehr. Ich will ja nicht unbedingt mehr Geld, ich will nur gleich viel, um eine Chance im Wettbewerb zu haben.´ Allzu schlecht dürfte die finanzielle Lage bei den Bayern im Gegensatz zum Rest der Eliteklasse - der Gesamtschuldenstand der 18 Klubs beläuft sich auf 717 Millionen Euro - allerdings nicht sein, denn schließlich lehnte der Klub das Angebot von 25 Millionen Euro von Manchester United für den englischen Nationalspieler Owen Hargreaves ab. Dennoch ist sich Hoeneß sicher, dass sein Verein bei den derzeitigen Verhältnissen `sicher mal, aber nicht nachhaltig mithalten´ könne. Zumindest national nachhaltig mithalten will dagegen der in der Liga noch sieglose HSV.
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Deshalb hat der Champions-League-Teilnehmer die Einnahmen für van Buyten und Khalid Boulahrouz (23 Millionen Euro) auch gleich wieder investiert. Die Hanseaten stehen mit Ausgaben in Höhe von 23,8 Millionen Euro auf Platz zwei bei den Einkäufern. Die Meisterschale haben neben den Bayern und Hamburg auch Schalke 04 und Vize-Meister Werder Bremen im Visier. Während die Bremer 11,7 Millionen Euro aus der Kasse holten, um das anvisierte Ziel zu erreichen, steht bei den Königsblauen hinter dem Kostenpunkt `Ausgaben für neue Spieler´ eine Null. Die Verstärkungen Peter Lövenkrands, Halil Altintop sowie alle anderen Neuzugänge waren ablösefrei zu haben und sollen den Titeltraum im Revier endlich wahr werden lassen. Von der Sparsamkeit der Schalker halten die Verantwortlichen vom Erzrivalen Borussia Dortmund offensichtlich nicht viel. Obwohl der Klub in den vergangenen Jahren immer wieder wegen finanzieller Schwierigkeiten Schlagzeilen produzierte, steckte der BVB 11,8 Millionen Euro in neue Profis, um dem sportlichen Mittelmaß zu entkommen.

Allerdings kassierten die Westfalen auch 9,25 Millionen Euro für den tschechischen Nationalspieler Tomas Rosicky und 6,5 Millionen für den Transfer von Nationalspieler David Odonkor zu Betis Sevilla. Wie der BVB will auch der VfB Stuttgart die Grauzone der Tabelle mit aller Macht verlassen. Die Schwaben zeigten sich alles andere als sparsam und gaben 9,3 Millionen Euro aus. Immerhin konnte sich der VfB in letzter Minute vom ausgemusterten Danijel Ljuboja trennen. Der Serbe wurde an den HSV ausgeliehen. Im Gegensatz zu den Klubs, bei denen der Geldbeutel locker saß, mussten die drei Aufsteiger kleine Brötchen backen. Der VfL Bochum, Alemannia Aachen und Energie Cottbus gaben zusammen gerade einmal zwei Millionen Euro für Neuzugänge aus.

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