`Es regnet sehr viel´, hat Juan Pablo Sorin als erstes festgestellt.

Sorin soll Führungsfigur beim HSV werden

31. August 2006, 12:01 Uhr

`Es regnet sehr viel´, hat Juan Pablo Sorin als erstes festgestellt.

`Es regnet sehr viel´, hat Juan Pablo Sorin als erstes festgestellt. Das für dieses Jahr eigentlich untypische `Hamburger Schmuddelwetter´ empfing den Kapitän der argentinischen Fußball-Nationalmannschaft gleich bei seiner Ankunft am Mittwoch in der Hansestadt. Seinen Dreijahresvertrag bis 2009 beim Hamburger SV unterschrieb der 30-Jährige natürlich dennoch. Die Bundesliga darf sich auf einen Weltklassespieler freuen, der HSV hat den von Trainer Thomas Doll versprochenen `echten Kracher´ geholt. `Dieser Transfer ist ein Zeichen für die ganze Bundesliga´, freute sich Doll, `der HSV holt den Kapitän der argentinischen Nationalmannschaft.´

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Auch Sorin lobte artig seinen neuen Arbeitgeber: `Der HSV ist ein großer Klub, und die Bundesliga fand ich schon immer interessant. Hier wird guter Fußball gespielt.´ Etwa 2,5 Millionen Ablöse muss der HSV an den FC Villareal in Spanien für den Linksfuß überweisen, der mit einem Jahresgehalt von bis zum 2,7 Millionen Euro zum Topverdiener bei den Norddeutschen wird. Ein zäher Verhandlungsmarathon über kleingedruckte Vertragsdetails war erst am Abend gegen 21.00 Uhr zu Ende gegangen. `Er ist ein international bewährter Spieler, der uns viel Stabilität geben wird´, erwartet Sportchef Dietmar Beiersdorfer, `er kann bei uns eine absolute Führungsfigur werden.´ Nach dem sechs Millionen Euro teuren, 26 Jahre alten niederländischen Innenverteidiger Joris Mathijsen hat der HSV damit innerhalb einer Woche den zweiten `älteren´ Nationalspieler für viel Geld an die Elbe gelotst.

Das Vakuum an erfahrenen Profis, das nach dem Abgang von Daniel van Buyten und Sergej Barbarez entstanden war, konnte nun nach dem Erreichen der Champions League gefüllt werden. Wenn die Neuen denn einschlagen. `In eine Leaderrolle wächst man durch gute Leistungen herein, die bekommt man nicht durch viel Reden´, sagt Sorin. Der nur 1,73 Meter große Linksfuß mit dem lang-wallenden schwarzen Haar beackert mit physischem Spiel die linke Seite, kann in der Abwehr oder dem Mittelfeld eingesetzt werden. `Er ist ein Profi mit unglaublich viel Power´, schwärmt Doll, `er wird seine Meinung sagen, und das ist gut so. Wir brauchen in unserem jungen Team auch ein paar Alte.´ Erfahrung bringt Sorin auf jeden Fall mit. Er hat 75 Länderspiele absolviert und spielte bereits bei Juventus Turin, dem FC Barcelona und Lazio Rom. Lange ausgehalten aber hat er es nirgends. `Ich stand lange bei Cruzeiro Belo Horizonte unter Vertrag und wurde oft ausgeliehen´, erklärt er seine `Wanderlust´: `So habe ich aber viele Städte, Länder und Kulturen kennen gelernt.´

Der HSV-Kader ist nun von den Namen her erstklassig. Dolls Problem ist, dass die prominenten Nachkäufe erst nach der Qualifikation für die `Königsklasse´ vergangene Woche und den damit sicheren acht Millionen möglich waren. Jetzt stehen 35 Millionen Euro für die Spielergehälter zur Verfügung, der höchste Etat der Vereinsgeschichte. Die Mannschaft aber ist alles andere als eingespielt; was sich in der Vorbereitung erarbeitet werden sollte, muss nun mitten in der Saison geschehen. Der Saisonstart mit drei Unentschieden verlief entsprechend enttäuschend. Auch deshalb sollte bis zum Ende der Transferperiode am Donnerstag um Mitternacht auch noch ein weiterer Stürmer verpflichtet werden. Ein Kandidat sollte der Serbe Danijel Luboja sein, der beim VfB Stuttgart ausgemustert wurde und etwa zwei Millionen Euro kostet.

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