Ermittlungen gegen Schalke: Schnusenberg: `Nichts zu verbergen´

30. August 2006, 14:33 Uhr

Im Zuge der Ermittlungen gegen den Fußball-Bundesligisten Schalke 04 hat die Staatsanwaltschaft Essen das Gelsenkirchener Rathaus von 30 Beamten durchsuchen lassen.

Im Zuge der Ermittlungen gegen den Fußball-Bundesligisten Schalke 04 hat die Staatsanwaltschaft Essen das Gelsenkirchener Rathaus von 30 Beamten durchsuchen lassen. Gefahndet wurde nach Unterlage, die im Zusammenhang mit der Übertragung des Parkstadions von der Stadt an den Verein stehen sollen. Im Jahr 2003 hatte die Kommune das Grundstück im Stadtteil Buer-Erle für einen Euro an Schalke verkauft, den Wert des Areals aber mit einer Million Euro beziffert. Schalke gründete daraufhin eine Parkstadion GmbH und bewertete das Grundstück im Geschäftsbericht 2003 mit 15,6 Mio. Euro. Die Beamten hätten nach allem gefahndet, was auch nur `im Entferntesten mit dem Grundstücksverkauf zu tun hatte´, bestätigte der Sprecher der Stadt, Martin Schulmann. Nicht nur in der Stadtkämmerei, überall wurde nachgesehen. Mit leeren Händen sind die Beamten nicht gegangen, `sie haben sicher Unterlagen mitgenommen´.

Im Gelsenkirchener Rathaus war man auf die Aktion nicht vorbereitet, `so etwas kommt immer überraschend´, betonte Schulmann, `irgendwann war damit zu rechnen´. Die Stadt sei deshalb nicht beunruhigt, `wir arbeiten eng mit den Beamten zusammen, wir haben ja nichts zu verstecken´. Bereits vor rund fünf Monaten leitete die Staatsanwaltschaft Essen aufgrund des Verdachts der Bilanzfälschung und der Insolvenzverschleppung unter dem Aktenzeichen 301 AR 48/06 ein Vorermittlungsverfahren gegen den Klub ein. `Lass´ sie doch ermitteln. Sie können von mir aus alles durchsuchen´, sagte Schalkes Finanzvorstand Josef Schnusenberg und sieht den Untersuchungen gelassen entgegen: `Wir haben nichts zu verbergen und sind uns keiner Schuld bewusst.´ Auch Coach Mirko Slomka gab sich nach dem Training am Mittwochvormittag cool: `Die Geschichte interessiert mich überhaupt nicht, aber ich bin mir sicher, dass der Vorstand um Josef Schnusenberg ihre Arbeit richtig gemacht haben.´

Die Knappen hatten im Geschäftsjahr 2003 einen Verlust von über 19 Millionen Euro eingefahren und diese Zahl durch die großzügige Bewertung des Parkstadion-Areals geschönt. Fraglich, ob die Deutsche Fußball Liga (DFL) dem Traditionsverein unter diesen Umständen ohne weiteres die Lizenz für die Saison 2004/05 erteilt hätte. Inzwischen haben sich auf dem Grundstück mit dem Reha-Zentrum `medic.os AufSchalke´ und dem Viersterne-Hotel `Courtyard by Marriott´ zwei attraktive Großprojekte angesiedelt, zur weiteren Erschließung des Geländes ist der so genannte `Arena Park´ in Planung.

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