Erstens kommt es anders, und zweitens als man denkt. Eine faustdicke Überraschung erlebten die gut 200 Besucher am Sonntag in der Kampfbahn Schwansbell in Lünen.

Lüner SV - Eving 1:1

Lange Gesichter beim Tabellenführer

11. April 2010, 21:30 Uhr

Erstens kommt es anders, und zweitens als man denkt. Eine faustdicke Überraschung erlebten die gut 200 Besucher am Sonntag in der Kampfbahn Schwansbell in Lünen.

Der Spitzenreiter TuS Eving-Lindenhorst kam beim Kellerkind Lüner SV nicht über ein 1:1 hinaus und musste nach dem Unentschieden Westfalia Wickede (bei einem Spiel weniger) bis auf zwei Tore herankommen lassen.

Nach dem Spiel herrschten lange Gesichter und Ratlosigkeit beim ehemals so stolzen Anführer der Landesliga Gruppe 5. „Wie können wir nur gegen eine so schlechte Mannschaft nicht gewinnen? Wahrscheinlich haben wir uns durch dieses Spiel den Aufstieg vermasselt. Ich bin schwer enttäuscht“, rang Dimitrios Kalpakidis nach dem Abpfiff nach Worten.

Kalpakidis knüpft sich Cosgun vor
[infobox-right]Lüner SV: Brochtrup – Wolff, Bayrakli, Baer – Klaschik, Lindner, Hoffmann, Daldalian – Ceylan – Pakdemir (76. Brunner), Laske (59. Isik)
TuS Eving- Lindenhorst: Jankowski – Wrosok(85. Ekiz), Scheffer, Kasperidus, Balihadzic(Dretakis) – Bugri – Kalpakidis – Rios, Rammel – Cosgun, Bouzerda
Schiedsrichter: Hamza Sahin
Tore: 0:1 Bouzerda (1.), 1:1 Ceylan (68.)
Zuschauer: 200[/infobox]
Die Buhmänner für das „Versagen“ seiner Elf hatte der gelinde gesagt selbst unglücklich agierende Spielertrainer schnell gefunden. Mit einer vollen Breitseite ging der Coach auf Schiedsrichter Hamza Sahin und dann auf seinen eigenen Stürmer Eyüp Cosgun los. „Sahin hatte uns während des ganzen Spiels auf dem Kieker. Und womit Eyüp während der 90 Minuten beschäftigt war, weiß ich nicht, mit Fußball spielen aber nicht“, giftete Kalpakidis in Richtung des Evinger Stürmers. „Jetzt haben wir vielleicht verspielt, wofür wir ein Jahr gekämpft haben. Das ist bitter“, war beim TuS-Coach Frust pur angesagt.

Cosgun hatte Sekunden vor dem Abpfiff den Dreier für Lindenhorst auf dem Fuß, schoss aber aus drei Metern über das Tor. Doch das wäre dem Spielverlauf auch nicht gerecht geworden, denn der Lüner SV hat sich den unverhofften Punktgewinn mehr als verdient und durch den eingewechselten Brunner zehn Minuten vor dem Ende selbst noch eine dicke Chance auf den Sieg.

Steckte Eving das 6:1 aus dem Hinspiel noch in den Köpfen?

Dabei hatten die Dortmunder den Stadtnachbarn im Hinspiel noch mit 6:1 abgefertigt. Kalpakidis: „Vielleicht waren wir uns deshalb zu sicher, nachdem wir in der ersten Minute erneut früh in Führung gegangen sind.“

Abdelkarim Bouzerda hatte die Dortmunder nach einer Ecke bereits nach 60 Sekunden glücklich in Front gebracht. Es war ein Treffer, an dem Bayerns Präsident Uli Hoeneß seine helle Schadenfreude gehabt hätte. Denn eine Unebenheit im Rasen der Platzherren gab dem an sich harmlosen Torschuss die entscheidende Wendung. Nach 68 Minuten besorgte Izzet Ceylan den Ausgleich.

Schawohl glaubt fest an den Klassenerhalt

„Wir haben uns toll wieder ins Spiel zurückgekämpft“, frohlockte Bernd Schawohl, der den Bonuspunkt im Abstiegskampf mit Wohlwollen verbuchte. „Meine Jungs wissen gar nicht, wie gut sie spielen können. Wir haben gegen den Spitzenreiter fast keine Chancen zugelassen“, freute sich der LSV-Trainer. Und er sprach lieber über die Leistung seines Teams als die des Schiedsrichters. „Ich habe immer gesagt, dass wir die Klasse halten werden. Es wird eng, aber am Ende werden wir es schaffen“, soll der nicht eingeplante Zähler in Lünen den nötigen Rückenwind für die letzten sieben Begegnungen bringen.

Nach denen guckt Eving-Lindenhorst nun ganz dumm aus der Wäsche, sollte sich Wickede keine Blöße mehr erlauben. „Wir haben es nun nicht mehr in unserer Hand“, schüttelte Kalpakidis ungläubig mit dem Kopf.

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