In der Primera Division fällt heute Abend vielleicht schon eine Vorentscheidung im Titelkampf, wenn Real Madrid und Barcelona im

Primera Division

Spanien fiebert dem "Clasico" entgegen

sid
10. April 2010, 09:40 Uhr

In der Primera Division fällt heute Abend vielleicht schon eine Vorentscheidung im Titelkampf, wenn Real Madrid und Barcelona im "Clasico" aufeinander treffen.

Das Warten hat ein Ende! Am Samstagabend (22.00 Uhr) steigt in Spaniens Primera Division der "Clasico" zwischen Real Madrid und dem FC Barcelona. Neben der historischen Brisanz birgt das Duell der beiden Erzrivalen auch den Schlüssel zum diesjährigen Meistertitel: Die beiden Erzrivalen liegen vor dem Aufeinandertreffen im Estadio Santiago Bernabeu punktgleich an der Tabellenspitze, die Konkurrenz ist acht Spieltage vor Schluss mit mehr als 20 Punkten hoffnungslos abgeschlagen.

In der spanischen Presse steigt der Hype um das Aufeinandertreffen schon im Vorfeld in ungeahnte Höhen. So spricht die Sporttageszeitung Marca vom "Spiel des Jahrtausends", auch wenn die Meisterschaft bei danach noch ausstehenden sieben Partien noch längst nicht entschieden sein muss. "Ich glaube nicht, dass das Spiel schon entscheidend sein wird, aber sicherlich ist es im Kampf um den Titel sehr wichtig", versucht denn auch Reals Mittelfeldstratege Xabi Alonso die Bedeutung ein wenig herunterzuspielen.

Nicht kleingeredet werden kann dagegen die Gala-Form von Lionel Messi. Nach seinen sensationellen vier Treffern im Champions-League-Viertelfinale gegen den FC Arsenal ist der Argentinier in aller Munde. "Wir brauchen keinen 'Anti-Messi-Plan', wir brauchen einen 'Anti-Barca-Plan', denn sie sind mehr als nur Lionel Messi. Sich nur um einen Spieler Gedanken zu machen, wäre lächerlich", relativiert Madrids Guti die Bedeutung des Angreifers und sendet zugleich eine Spitze Richtung Katalonien: "Cristiano Ronaldo ist genauso gut, wenn nicht sogar besser als Messi".

Reals Trainer Manuel Pellegrini hat zumindest so großen Respekt vor dem kleinen Dribbler, dass er eigens Verteidiger Sergio Ramos für dessen Bewachung abstellt. Der 24-Jährige soll Messi in der eigenen Hälfte auf Schritt und Tritt folgen.

"Barca" würde in der Hauptstadt dabei sogar ein Unentschieden zur Rückkehr an die Tabellenspitze reichen, die es Anfang März wegen des schlechteren Torverhältnisses an die "Königlichen" verloren hatte. Im direkten Vergleich liegen die Katalanen nach dem 1:0 im Hinspiel nämlich vorne und nach absolviertem Hin- und Rückspiel kommt genau der in der Tabelle zum Tragen.

Die Lazarette sind auf beiden Seiten gut gefüllt: Bei Real scheint ein Einsatz der Mittelfeldspieler Kaka und Royston Drenthe mit Oberschenkelverletzungen ausgeschlossen, Barcelona hofft zumindest noch auf die Rückkehr von Gerard Pique (Oberschenkel). Zlatan Ibrahimovic (Wade) und Eric Abidal müssen derweil definitiv passen.

Ein Straßenfeger wird das Spiel in jedem Fall. 600.000 Tickets hätten verkauft werden können, bis zu 1500 Euro muss man auf dem Schwarzmarkt für eine Karte zahlen. Bernd Schuster, einst Trainer bei Real und Spieler bei beiden Klubs, glaubt fest an Madrid: "Real ist der Favorit. Sie spielen im eigenen Stadion, dass ist ein großer Vorteil."

Im Schatten des großen Spektakels im Bernabeu verkommen die weiteren Partien zu bloßen Nebengeräuschen, auch das zweite Topspiel der Runde am Sonntag (21.00 Uhr) zwischen dem Tabellendritten FC Valencia und Überraschungsteam RCD Mallorca, das immer noch im Rennen um Platz vier ist, der zur Teilnahme an der Champions-League-Qualifikation berechtigen würde.

FC Malaga - FC Sevilla (heute, 18.00 Uhr), CD Teneriffa - Real Valladolid, FC Villarreal - Sporting Gijon, Deportivo Xerez - FC Getafe (heute, 20.00 Uhr), Real Madrid - FC Barcelona (heute, 22.00 Uhr), Deportivo La Coruna - Racing Santander, Athletic Bilbao - UD Almeria, CA Osasuna Pamplona - Real Saragossa (Sonntag, 17.00 Uhr), Espanyol Barcelona - Atletico Madrid (Sonntag, 19.00 Uhr), Real Mallorca - FC Valencia (Sonntag, 21.00 Uhr).

Autor: sid

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