Es sollte laut Trainer Felix Magath ein `hochinteressantes Freundschaftsspiel´ werden - und wurde zu einer Lehrstunde und Demontage erster Güte.

Magath: "Können so nicht mithalten"

23. August 2006, 15:50 Uhr

Es sollte laut Trainer Felix Magath ein `hochinteressantes Freundschaftsspiel´ werden - und wurde zu einer Lehrstunde und Demontage erster Güte.

Es sollte laut Trainer Felix Magath ein `hochinteressantes Freundschaftsspiel´ werden - und wurde zu einer Lehrstunde und Demontage erster Güte. Spätestens seit Dienstagabend weiß der deutsche Fußball-Meister Bayern München, dass er sich wohl auch in dieser Saison international hinten anstellen muss. Vor der Auslosung der Gruppenphase in der Champions League am Donnerstag in Monte Carlo wurden die Bayern bei der 0:4 (0:3)-Pleite beim FC Barcelona gnadenlos vorgeführt und anschließend von den spanischen Medien entsprechend verhöhnt. `Dieser Auftritt war eine bodenlose Frechheit. Bitte geben sie uns das Honorar zurück´, sagte der Kommentator beim spanischen TV-Sender La Sexta.

`Von Bayern war nur der Name anwesend. In dieser Form haben sie in der Champions League nichts verloren´, lästerte der Radiosender Cadena Ser. Entsprechend kleinlaut musste auch Magath nach der Blamage gegen den Champions-League-Sieger mit Ronaldinho und Co. eingestehen, `dass wir international nicht mithalten können, wenn uns ein paar Spieler fehlen. Momentan stehen wir weit hinter Barcelona. Wir können froh sein, dass die Champions League erst in drei Wochen beginnt´. Nachdem Owen Hargreaves und Lucio grippegeschwächt nicht dabei waren, verzichtete der Bayern-Coach vor 77.662 Zuschauern in Nou Camp beim Spiel um die Juan-Gamper-Trophäe auch auf seinen derzeit ersten Sturm Roy Makaay und Roque Santa Cruz sowie auf Mehmet Scholl, nominierte dafür etwa Juniorenspieler Mats Hummels (17).

Die Nationalspieler Philipp Lahm und Bastian Schweinsteiger wechselte Magath erst ein, als ohnehin schon alles zu spät war. Während `Magic Barca´ (Sport Barcelona), dessen Trainer Frank Rijkaard sich in der Pause sogar den Luxus leisten konnte, elf Spieler auszuwechseln, nach einer `Luxusvorstellung dem großen FC Bayern nicht den Hauch einer Minimalchance ließ´, blieben die Münchner jeden Beweis von Klasse schuldig. Der Brasilianer Ronaldinho (30.), Stürmerstar Samuel Eto´o (32./40.) und Javier Saviola (52.) entzauberten den deutschen Rekordmeister, bei dem Lukas Podolski erstmals von Beginn an auflief. `Was Barcelona speziell in der ersten Halbzeit gespielt hat, war für mich wahrscheinlich das Beste, was ich jemals gesehen habe. Das ist sicherlich der beste Kader der Welt´, lobte ein beeindruckter Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge den Gegner.

Angesichts der eigenen personellen Probleme wollte er `das Ganze aber nicht überbewerten. Für uns ist interessant, dass wir am Samstag gegen Nürnberg gewinnen´. Kritik kam dagegen aus Spanien. `Man musste nur das Gesicht von Oliver Kahn anschauen, jedes Mal, wenn er sich wieder umdrehte und den Ball aus dem Netz fischte. Er und seine Abwehr haben versagt´, schrieb die Zeitung AS. Seit dem Triumph in der Champions League 2001 laufen die Münchner ihren eigenen Ansprüchen auf internationaler Ebene hinterher. Spätestens im Viertelfinale war seitdem für den deutschen Rekordmeister in der Königsklasse Schluss. In der vergangenen Saison war sogar schon im Achtelfinale gegen den AC Mailand Endstation.

Deshalb finden sich die Münchner bei der Auslosung am Donnerstag (18.00 Uhr) im Grimaldi-Forum in Monaco erstmals im zweiten Lostopf wieder. Ein Hammerlos, möglicherweise auch der FC Barcelona, ist sehr wahrscheinlich. Doch nicht nur sportlich läuft beim FC Bayern vor dem Derby gegen den `Club´ nicht alles rund. So spitzt sich der Streit um die Wechselpläne des englischen Nationalspielers Owen Hargreaves zum Premier-League-Klub Manchester United immer mehr zu. Nun soll der 25 Jahre alte Mittelfeldspieler vom Verein zu einer Geldstrafe von 25 000 Euro verdonnert worden sein. Dies berichtet die Bild-Zeitung.

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