Es war die Szene, nach der das Spiel seinen für Schalke nicht verhängnisvollen, aber zumindest unglücklichen Verlauf nahm.

SCHALKE - Slomka bestimmt demnächst Elfmeterschützen

hb
13. August 2006, 12:06 Uhr

Es war die Szene, nach der das Spiel seinen für Schalke nicht verhängnisvollen, aber zumindest unglücklichen Verlauf nahm.

Es war die Szene, nach der das Spiel seinen für Schalke nicht verhängnisvollen, aber zumindest unglücklichen Verlauf nahm. Christoph Spycher riss Kevin Kuranyi in der linken Strafraumhälfte um, und Schiedsrichter Wolfgang Stark zeigte nach kurzer Überlegung auf den Punkt. Es dauerte eine Weile, bis der Strafstoß ausgeführt wurde, denn zwei Spieler diskutierten erst einmal aus, wer denn wohl antreten solle. "Lincoln wollte unbedingt schießen, er war sich ganz sicher", erklärte Levan Kobiashvili, der dem Brasilianer den Vortritt ließ.

Das war auch im Sinne von Marcelo Bordon, der aus der eigenen Hälfte nach vorne gespurtet kam und dafür sorgte, dass Lincoln seinen Willen erhielt. Das, obwohl der Regisseur in der vergangenen Saison in Leverkusen und gegen Hannover erfolglos blieb, sich Kobiashvili und der gestern verletzt fehlende Sören Larsen aber als nervenstark erwiesen hatten. "Aus der letzten Saison ist bekannt, dass Kobi ein sicherer Schütze ist", betonte auch Mirko Slomka. "Auf dem Platz haben sich Levan und Lincoln abgesprochen, so dass Lincoln geschossen hat. Das Spiel ist aber nicht an diesem Strafstoß festzumachen. Natürlich war es eine hundertprozentige Chance, aber davon hatten wir davor und danach einige", wollte der S04-Coach dem Unglücksraben keinen Vorwurf machen. Aber: "Den nächsten Elfmeter wird ein anderer ausführen. Da wird es eine klare Ansage von mir geben. Ich bin mir auch sicher, dass Lincoln nicht wieder schießen will."

Im Gegensatz zum Vorjahr, als Lincoln nach solchen persönlichen Enttäuschungen nach dem Match wortlos an den Journalisten vorbei gegangen war, zeigte er sich gestern in dieser Hinsicht gereift. "Natürlich bin ich unglücklich darüber, dass der Ball nicht drin war. Ich war mir sicher, dass ich ihn verwandeln würde", erklärte Lincoln. "Ich bin ja kein kleiner Junge mehr und so ein verschossener Elfer ist sicher nicht das Ende meiner Karriere."

Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen, dachte wohl Gerald Asamoah bei seinem Statement zu Lincolns Fehlversuch: "Das passiert auch größeren Spielern", gab der Stürmer zu Protokoll, ohne es wahrscheinlich böse zu meinen.

Viel lieber als über die "Fahrkarte" vom Punkt wollte Lincoln indes über die eine Stunde lang gute spielerische Leistung der Königsblauen sprechen, die sich selbst um den verdienten Lohn ihrer Mühe brachten. "Das Ergebnis ist nicht korrekt. Gerade in der ersten Halbzeit war alles da, Engagement, Wille, Schnelligkeit", erklärte der 27-Jährige. "In der letzten Saison musste ich oft überlegen, was ich mit dem Ball mache. Gestern konnte ich ganz oft mit nur einem Kontakt spielen, immer war einer frei und ist richtig gelaufen."

Fehlt nur zum gelungenen Abend nur noch der Erfolg. "Wenn wir keine Tore machen, können wir nicht Meister werden", weiß Lincoln. "Aber wenn wir weiter so spielen, dann gewinnen wir auch."

Autor: hb

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