Wie immer vor dem Saisonstart. nimmt RevierSport die hiesigen Bundesligisten ausführlich unter die Lupe. Schalke blickt auf eine gelungene Vorbereitung zurück und geht zuversichtlich in die Auftaktpartie gegen Eintracht Frankfurt.

SCHALKE 04 im Test

hb
11. August 2006, 09:20 Uhr

Wie immer vor dem Saisonstart. nimmt RevierSport die hiesigen Bundesligisten ausführlich unter die Lupe. Schalke blickt auf eine gelungene Vorbereitung zurück und geht zuversichtlich in die Auftaktpartie gegen Eintracht Frankfurt.

Wie immer vor dem Saisonstart. nimmt RevierSport die hiesigen Bundesligisten ausführlich unter die Lupe. Schalke blickt auf eine gelungene Vorbereitung zurück und geht zuversichtlich in die Auftaktpartie gegen Eintracht Frankfurt.

Die Vorbereitung
Weil über einen längeren Zeitraum sechs Stammkräfte fehlten, musste Mirko Slomka viel improvisieren. Das ist in der Vorbereitung normal, führte aber zwangsläufig dazu, dass der Schalker Coach seine Wunschformation für den Auftakt gegen Frankfurt nicht einmal zusammen hatte. Rafinha, Fabian Ernst und Mladen Krstajic standen nach ihren Verletzungen erst im letzten Testspiel gegen Duisburg wieder auf dem Platz, genau so wie WM-Teilnehmer Gerald Asamoah. Lincoln und Kevin Kuranyi dagegen mussten wegen ihrer Sperren in den beiden Ligapokal-Duellen gegen Leverkusen und München passen. Eine auch nur annähernd eingespielte Truppe hat Slomka daher nicht am Start, dennoch muss es gegen Frankfurt zu einem Heimsieg reichen. Welches Potenzial in der Mannschaft steckt, zeigte sie gegen Girondins Bordeaux, als der französische Champions League-Teilnehmer teilweise vorgeführt wurde. Der Abschluss der Vorbereitung in Duisburg allerdings ließ noch viele Wünsche offen.

Die Testspiele
SV Lippstadt 08 - Schalke 1:3
Karlsruher SC - Schalke 0:2
Schalke - Sigma Olmütz 0:1
NK Maribor - Schalke 1:1
Schalke 04 – „Meister der Herzen“ 5:2
Schalke - Girondins Bordeaux 3:1
MSV Duisburg - Schalke 1:2

Ligapokal:
Schalke - Bayer Leverkusen 1:1 (10:9 n.E.)
Bayern München - Schalke 0:0 (4:1 n.E.)

Bilanz: 9 Spiele, 6 Siege, 1 Unentschieden, 2 Niederlagen, 17:8 Tore
Torschützen: Kuranyi (3), Halil Altintop (2), Kobiashvili (2), Larsen (2), Lövenkrands (2), Bordon, Heppke, Hoogland, Lincoln, Rodriguez, Varela (je 1)

Die Abwehr
War schon in der vergangenen Saison das Prunkstück der Truppe und bereitet auch künftig keine Kopfschmerzen. Während die Besetzung Frank Rost, Rafinha, Marcelo Bordon und Mladen Krstajic Top-Bundesliga-Qualität hat, bleibt die Besetzung des linken Verteidiger-Postens unbefriedigend. Levan Kobiashvili spielt seine ganze Klasse eben lieber im Mittelfeld aus, in der defensiven Rolle spult er zu oft Dienst nach Vorschrift ab. Die Hoffnung auf eine Rückkehr Christian Panders schon in diesem Sommer zerplatzte. Der 24-Jährige musste vielmehr einen erneuten Rückschlag hinnehmen und braucht mit Sicherheit noch einige Monate, bis er wieder eine Alternative darstellt.

Das Mittelfeld
Systemwechsel, Nummer eins: Statt wie in den meisten Spielen der vergangenen Serie mit vier oder stellenweise fünf Spielern im Mittelfeld, tummeln sich hinter Regisseur Lincoln nun nur noch zwei Abräumer. Die zentrale, defensive Aufgabe ist dabei Fabian Ernst vorbehalten, der gut einen Monat nach seiner Knie-Operation zurück ins Team drängt. Der Ex-Bremer hat selbst offen zugegeben, dass er sich auf dieser Position am wohlsten fühlt. Es liegt nun an ihm, das für ihn nicht zufriedenstellende erste Jahr auf Schalke mit guten Leistungen wettzumachen. Neben ihm sind Hamit Altintop und Zlatan Bajramovic die ersten Kandidaten auf nur eine freie Stelle. Beide haben in den Spielen der Vorbereitung gute Ansätze gezeigt. Derjenige der auf die Bank muss, ist so etwas wie der erste Härtefall im harten Konkurrenz-Kampf. Die angepeilte schnelle Spielweise nach vorne dürfte vor allem Ernst und Lincoln zugute kommen. Bei konsequenter Umsetzung dürfte der Brasilianer nun mehr Möglichkeiten haben, seine genialen Pässe in die Spitze zu setzen.

Der Angriff
Systemwechsel, Nummer zwei: Die Schalker Verantwortlichen haben das Problem, dass die Mannschaft zu wenig Tore schoss, erkannt und mit hochkarätigen Neuverpflichtungen reagiert. Und auch wenn der Abschied von Ebbe Sand persönlich schmerzt: Der Sturm hat durch die Zugänge von Halil Altintop und Peter Lövenkrands deutlich an Qualität gewonnen. Die beiden Neuzugänge konnten insbesondere im Ligapokal ihre Gefährlichkeit andeuten, auch wenn es im Abschluss noch haperte. Auch Kevin Kuranyi, der das Rennen um den Mittelstürmer-Posten gegen Sören Larsen vorerst gewonnen hat, wird von der Kreativität seiner offensiven Assistenten profitieren. Schalke ist durch die Umstrukturierungen in Mittelfeld und Angriff flexibler und schwerer auszurechnen, der nervige Breitwand-Fußball sollte der Vergangenheit angehören.

Die Stärken
Die Ausgeglichenheit im Kader ist beeindruckend und hat im Vergleich zum Vorjahr noch einmal gewonnen. Sind alle Kicker fit, wie es derzeit bis auf den Langzeit-Rekonvaleszenten Pander der Fall ist, dann verfügt Slomka über mindestens 16 annähernd gleichwertige Akteure. Fällt ein Stammspieler aus, kann er sofort ersetzt werden. Ein Blick auf die voraussichtliche Bank beim Frankfurt-Match verrät: Dort tummeln sich mit Gustavo Varela, Darío Rodriguez, Fabian Ernst, Gerald Asamoah und Sören Larsen fünf Nationalspieler, umgeben vom hoffnungsvollen Neuzugang Mathias Abel und Ersatz-Torhüter Manuel Neuer.

Die Schwächen
Leider ist trotz der hochkarätigen Verstärkung in der Offensive auch in der Vorbereitung die Torausbeute nicht besser geworden. Halil Altintop und Peter Lövenkrands knüpften in den Test- beziehungsweise Ligapokal-Spielen an die Abschlussschwäche an, die Kevin Kuranyi in der vergangenen Saison das Leben auf Schalke schwer machte. Ein deutliches Plus an Chancen garantiert leider nicht immer das gewünschte Ergebnis. Kann Schalke in Sachen Effektivität nur annähernd an die gröbsten Meisterschafts-Konkurrenten Bayern München und Werder Bremen anknüpfen, dann ist in der kommenden Serie fast alles möglich.

Die Prognose
Angesichts der beiden ersten Gegner ist ein unfallfreier Start Pflicht. Gegen Frankfurt und in Aachen müssen sechs Punkte her, um die hohen Ansprüche gleich untermauern zu können. Beim folgenden Freitagsgipfel in der Arena gegen Werder Bremen wird sich dann erstmals zeigen, ob sich Schalke auf Augenhöhe mit dem zuletzt beeindruckend aufspielenden Ligapokal-Sieger bewegt. Nach drei Spieltagen zeigt sich schon, wohin die Richtung geht. Wohin sie gehen soll, das haben Schalkes Verantwortliche längst klar geäußert.

Die Wunschelf
Rost
Rafinha
Bordon
Krstajic
Kobiashvili
Hamit Altintop
Ernst
Lincoln
Halil Altintop
Kuranyi
Lövenkrands

Wer fehlt zum Start?
Christian Pander (Reha nach erneuter OP am linken Knie)

Autor: hb

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