Marcel Koller mochte es nicht leugnen. Thema Nummer eins gestern Vormittag im Kabinentrakt war nicht der klare 2:0 (2:0)-Erfolg am Tag zuvor gegen den niederländischen UEFA-Cup-Qualifikanten Twente Enschede, sondern das Ergebnis eines anderen Testspiels.

BOCHUM: Staunen über Mainzer 5:0 gegen Liverpool

gp
07. August 2006, 08:25 Uhr

Marcel Koller mochte es nicht leugnen. Thema Nummer eins gestern Vormittag im Kabinentrakt war nicht der klare 2:0 (2:0)-Erfolg am Tag zuvor gegen den niederländischen UEFA-Cup-Qualifikanten Twente Enschede, sondern das Ergebnis eines anderen Testspiels.

Marcel Koller mochte es nicht leugnen. Thema Nummer eins gestern Vormittag im Kabinentrakt war nicht der klare 2:0 (2:0)-Erfolg am Tag zuvor gegen den niederländischen UEFA-Cup-Qualifikanten Twente Enschede, sondern das Ergebnis eines anderen Testspiels. Fast zeitgleich zum Bochumer Erfolg hatte nämlich der Gegner des VfL am ersten Spieltag, Mainz 05, den ChampionsLeague-Qualifikanten FC Liverpool mit 5:0 regelrecht aus den Angeln gehoben. Marcel Koller: "Das ist schon ein Paukenschlag, das wird dort sicherlich zusätzliche Euphorie entfachen." Doch schnell wandte man sich in Bochum wieder dem Vorbereitungs-Alltag zu, zumal Nico Michaty in Mainz vor Ort war und seinem Cheftrainer einen detailierten Bericht lieferte. Koller: "Am Nachmittag habe ich mir das Mainz-Spiel dann auch noch mal auf Video angesehen."
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Der Schweizer konnte mit der eigenen Generalprobe gegen die starken Holländer durchaus zufrieden sein. Fakt ist, die Abwehr wird auch in der kommenden Spielzeit das Prunkstück des VfL sein. Peter Skov-Jensen hat den Torwart-Dreikampf für sich entschieden, die Außenverteidiger heißen David Pallas und Philipp Bönig. Und in der Innenverteidigung haben sich Marcel Maltritz und Pavel Drsek durchgesetzt. Unterstützt von einem lauffreudigen defensiven Mittelfeld, ließ diese Abwehr gegen die schnellen Niederländer am Freitag nur eine einzige Torchance zu. Beim Pfostenschuss von Otman Bakal hatte der VfL das Glück des Tüchtigen. Marcel Koller: "Wir haben hinten sicher gestanden, mit der Defensivleistung kann ich sehr zufrieden sein."

Doch ein defensives Mittelfeld mit Dabrowski und Zdebel besitzt natürlich nicht die Kreativität im Offensivspiel, die vorhanden ist, wenn der in Mainz gesperrte Misimovic Regie führt. Koller versucht, den Ausfall seiner "Zentrale" zu kompensieren, indem er die beiden Außen gegen Enschede - Schröder und Trojan - offensiv agieren lässt. Das klappte in der Anfangsphase nahezu perfekt. Denn 20 Minuten lang wirbelte der VfL die Holländer von einer Verlegenheit in die andere. Enschedes Coach Fred Rutten: "Wenn man ein Spiel so beginnt wie wir, kann man schon nicht mehr gewinnen." Was dem Holländer die Falten auf die Stirn trieb, riss die Zuschauer von den Sitzen und begeisterte den VfL-Coach: "Die ersten 15 Minuten waren das Beste, was wir in der gesamten Vorbereitung gespielt haben." Die Folge: Nach einem Doppelpack von Oliver Schröder innerhalb von 180 Sekunden führte der VfL schnell. Aber mit zunehmender Spieldauer zeigte sich, dass man zwar sicher steht, die Kreativität nach vorne aber fehlt. Über die Außen ging immer weniger, Fabio Junior und Benjamin Auer waren fast auf sich allein gestellt. Koller nahm dafür eine Teilschuld auf sich: "Ich habe in der ganzen Vorbereitung immer wieder gefordert, dass wir beim Umschalten sofort schnell nach vorne spielen. Gestern allerdings hätte ich mir gewünscht, dass wir auch mal einen Ball halten und quer spielen, dadurch unnötige Ballverluste verhindern."

Auch wenn der Coach noch nicht zugeben wollte, dass die Startelf vom Freitag auch die Anfangsformation für Mainz ist, spricht doch alles dafür. Lediglich im Angriff könnte Koller noch variieren. Einen weiteren Aufschluss gibt vielleicht die heutige Partie in Mülheim-Kärlich. Dort trifft der VfL um 17 Uhr auf den Zweitliga-Aufsteiger TuS Koblenz. Einige Spieler allerdings werden die Fahrt erst gar nicht antreten. Peter Skov-Jensen, David Pallas, Marcel Maltritz, Pavel Drsek, Philipp Bönig, Thomas Zdebel, Christoph Dabrowski und Fabio Junior werden um zehn Uhr trainieren. Koller: "Ihnen will ich die vierstündige Busfahrt ersparen. Sie sollen sich erholen."

Neben den acht Stammspielern muss Marcel Koller auch auf die Verletzten Tommy Bechmann und Daniel Imhof verzichten. Dagegen plant der Trainer mindestens einen Kurzeinsatz von Ivo Ilicevic. Der Kroate hat zwei Mal voll trainiert. Koller: "Für 20, 30 Minuten würde ich ihn gerne bringen." Spielen darf wohl auch David Czyszczon, den Koller gestern kurzerhand in den Kader berief.

Autor: gp

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