Ein verlorener Sohn kehrt heim, ein Gescheiterter 
nimmt einen neuen Anlauf, und zwei Neulinge wollen sich 
profilieren...

VfL-Koller: "Will Deutschland zeigen, was ich kann"

02. August 2006, 12:42 Uhr

Ein verlorener Sohn kehrt heim, ein Gescheiterter
nimmt einen neuen Anlauf, und zwei Neulinge wollen sich
profilieren...

Wenn in acht Tagen die 44. Spielzeit der
Fußball-Bundesliga angepfiffen wird, werden sich die Fans im
Vergleich zur Vorsaison nur an wenige neue Trainergesichter
gewöhnen müssen. Während Dieter Hecking und Petrik Sander erstmals
als Hauptverantwortliche Bundesliga-Luft schnuppern, kehren in Jupp
Heynckes und Marcel Koller zwei alte Bekannte in die Eliteklasse
zurück.
`Ich bin wieder bei meinen Wurzeln´, sagte Heynckes bei seinem
Amtsantritt bei Borussia Mönchengladbach. Der 61-Jährige, der bis
1987 insgesamt 24 Jahre lang als Spieler und Trainer am Bökelberg
tätig war, sprüht nach überstandenen gesundheitlichen Problemen
(vier Fußoperationen, Arthrose im Knie) vor Ehrgeiz. `Ich habe
wieder richtig Lust auf die Bundesliga´, so `Don Jupp´.
Heynckes will Gladbach ins internationale Geschäft führen und
den Glanz der ruhmreichen 70-er Jahre zurückbringen. `Ich will eine
Art Fohlenelf aufbauen´, sagte Heynckes und weckt damit
Begehrlichkeiten. Die Borussia stürmte in dieser Zeit zu fünf
deutschen Meistertiteln, vier davon mit Torjäger Heynckes.
Doch ob die Verpflichtung des erfolgsverwöhnten Heynckes, der
1998 den spanischen Rekordmeister Real Madrid zum Gewinn der
Champione League führte, auch der Borussia den erhofften Erfolg
beschert, ist unsicher. Seit acht Jahren wartet Heynckes auf einen
Titel. Schalke 04 sollte er zum Meister machen, doch sein
Engagement endete 2004 nach 448 Tagen titellos und mit seiner
Entlassung.
Beim VfL Bochum brennt Marcel Koller darauf, sich in der
Bundesliga zu rehabilitieren. Beim Schweizer steckt der Stachel
seiner missglückten Premierenstation tief, als er 2004 mit dem 1.
FC Köln nach lediglich vier Siegen in 23 Spielen abgestiegen war
und entlassen wurde. `Ich will Deutschland zeigen, was ich kann´,
sagte der 45 Jahre alte Koller.
Gleiches gilt für die beiden Neulinge auf der
Bundesliga-Trainerbank. Alemannia Aachens Dieter Hecking hat sich
mit dem Aufstieg ins Oberhaus einen Traum erfüllt. `Ich will
dauerhaft in der Bundesliga bleiben´, erklärte Hecking.
Kollege Petrik Sander von Energie Cottbus geht mit einem
Handicap in den Kampf um den anvisierten Klassenerhalt. Seit Mitte
Juli drückt der 45-Jährige die Schulbank in der Kölner
Sporthochschule, um die vom DFB geforderte Fußball-Lehrerlizenz zu
erwerben. In der Hinrunde wird Sander dadurch zweimal wöchentlich
beim Training fehlen.
`Ich habe durch den Aufstieg Doppelstress bekommen´, sagte der
Energie-Coach. Dabei geht es für den noch immer bei einer
Krankenkasse angestellten Sander darum, aus dem langen Schatten von
Eduard Geyer zu treten, der mit dem damaligen Co-Trainer Sander das
erste Cottbuser Wunder mit drei Jahren Bundesliga-Zugehörigkeit
(2000-2003) ermöglicht hatte.
Der erste Kandidat für eine vorzeitige Entlassung in der
kommenden Spielzeit ist laut Wettanbieter betandwin aber weder ein
Neuling oder ein Rückkehrer, sondern in Klaus Augenthaler ein
Alteingesessener. Der Coach des VfL Wolfsburg gilt nach dem in der
vergangenen Saison nur knapp entronnenen Abstieg mit einer Quote
von 6:1 als der von einer Entlassung bedrohteste Trainer. Am
sichersten im Sattel sitzen demnach Thomas Schaaf von Vizemeister
Werder Bremen sowie Thomas Doll vom Nordrivalen Hamburger SV (beide
75:1).

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