Als Miroslav Klose wieder das Spielfeld des 
Weserstadions betrat, stand er unter Beobachtung wie nie zuvor - 
und er genoss dieses gestiegene Interesse.

Klose selbstbewusst: "Jetzt weiß man, um wen es geht"

01. August 2006, 13:30 Uhr

Als Miroslav Klose wieder das Spielfeld des
Weserstadions betrat, stand er unter Beobachtung wie nie zuvor -
und er genoss dieses gestiegene Interesse.

`Nach dem Ende der WM
weiß man auch in Spanien und Italien, um wen es geht, wenn der Name
Klose fällt. Irgendwie war das immer mein Ziel´, sagte der
WM-Torschützenkönig schon vor dem Derby im Liga-Pokal-Halbfinale
gegen den Erzrivalen Hamburger SV.
Spätestens seit seinen fünf WM-Treffern gibt es den
schüchternen und zurückhaltenden `Miro´ nicht mehr, bewahrt hat der
28-Jährige jedoch seine angenehme Bescheidenheit: `Natürlich war
die Weltmeisterschaft für mich extrem wichtig. Aber ich fange in
Bremen wieder von Null an und muss mir alles wieder erarbeiten.´
Dass er dies weiterhin in der Hansestadt tut und nicht bei
einem absoluten europäischen Spitzenklub, resultiert wohl nur
daraus, dass der gebürtige Pole nach fünf Toren in den ersten fünf
Spielen im Halbfinale gegen Italien und im Spiel um den dritten
Platz gegen Portugal leer ausging und der Hype um Klose ein wenig
abebbte. Allen gegenteiligen Beteuerungen zum Trotz hätte der
Bundesliga-Dritte seinen Starstürmer trotz eines erneuten
Startplatzes in der Champions League wohl kaum halten können.
Doch nun bleibt Klose, Top-Kandidat bei der traditionellen
Wahl zum Fußballer des Jahres, mindestens ein weiteres Jahr an der
Weser. `Und so konnte ich auch die fußballfreie Zeit mit meinen
beiden kleinen Zwillingstöchtern so richtig genießen´, formulierte
der Angreifer rückblickend. Von einem wirklich ruhigen Urlaub könne
man aber nicht sprechen, `denn mit zwei kleinen Babys ist man den
ganzen Tag beschäftigt´.
Die freien Stunden im Kreise der Familie werden wieder weniger
werden, denn der ehrgeizige Profi strebt im Jahr nach der WM in
Deutschland auch seinen ersten deutschen Meistertitel an: `Das habe
ich mir vorgenommen, auch wenn es sicherlich sehr, sehr schwer
werden wird, Ich denke, Werder hat sich im Großen und Ganzen gut
verstärkt und den Kader clever aufgestockt.´
Kloses Kontrakt läuft noch bis 2008, doch wenn der Bremer
Publikumsliebling in der Bundesliga ähnlich viele Tore schießt wie
2005/2006 (25) und auch in der `Königsklasse´ trifft, wird es
europaweit verstärkte Begehrlichkeiten geben. Und ein Jahr vor
Vertragsende muss man in Bremen auch an die Ablösesumme denken,
zumal Klose `durchaus gern einmal im Ausland spielen´ möchte.
Ein vorzeitiger Abschied wäre dann daher für Sportdirektor
Klaus Allofs `ein durchaus mögliches Denkmodell´ - sofern das Geld
stimmt für die hanseatischen Kaufmannsleute. Was nur bedeuten kann:
Ein satter zweistelliger Millionenbetrag muss es schon sein, der in
den grün-weißen Säckel fließt.

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