Marcelinho will Hertha BSC verlassen

24. Juli 2006, 13:30 Uhr

Die Anzeichen für einen Abschied des brasilianischen Mittelfeldspielers Marcelinho von Fußball-Bundesligist Hertha BSC Berlin verdichten sich.

Die Anzeichen für einen Abschied des brasilianischen Mittelfeldspielers Marcelinho von Fußball-Bundesligist Hertha BSC Berlin verdichten sich. Der Spieler selbst hält inzwischen eine Trennung für die Ideallösung, während der Klub seine Fühler längst nach möglichen Alternativen ausstreckt. `Die Stunde ist gekommen, den Verein zu wechseln, jetzt. Mir liegen drei Angebote vor´, sagte Marcelinho der Süddeutschen Zeitung und der BZ. Bislang hatte der 31-Jährige stets betont, er wolle seinen Vertrag bis 2007 am liebsten erfüllen. Doch seine Isolation innerhalb der Mannschaft aufgrund seiner ständigen Eskapaden und die Nichtberücksichtigung beim 2:0-Sieg der Berliner am Samstag im UI-Cup bei FK Moskau haben Spuren bei dem sensiblen Exzentriker hinterlassen.

Als Interessenten gelten unter anderem Trabzonspor, Espanyol Barcelona und ZSKA Moskau. Vor allem im Fall Trabzon liegen konkrete Eckdaten eines möglichen Transfers vor. Im Gegenzug für Marcelinho könnte der Stürmer Fatih Tekke nach Berlin wechseln. Angeblich fordern die Türken für Tekke jedoch einen deftigen finanziellen Zuschlag, was eine Einigung erschwert. Doch angesichts der Gräben zwischen dem notorischen Nachzügler, der neun Tage länger urlaubte als vereinbart, und der Mannschaft, scheint eine Trennung das Beste. Sollte es nicht dazu kommen, wird Marcelinho einiges gutzumachen haben. `Er weiß, was er zu tun hat´, sagte Innenverteidiger Dick van Burik. Ob Marcelinho zu einem derart menschlichen Kraftakt die Lust und vor allem die Ausdauer hat, ist nach den Erfahrungen der Vergangenheit unwahrscheinlich.

Manager Dieter Hoeneß reagiert inzwischen genervt auf Nachfragen zum Thema Marcelinho, räumt aber in der Angelegenheit eine Klärungsfrist von zwei bis drei Wochen ein. Ein solche zeitliche Einschränkung war in der Vergangenheit häufig das Signal, dass eine Entscheidung unmittelbar bevorsteht. Vielleicht schon am Dienstag, für den Marcelinho ein Gespräch mit Hoeneß angekündigt hat. Angeblich war der Manager am Montagmorgen darüber noch nicht informiert. `Er will mit mir reden. Das habe ich über die Medien erfahren´, sagte Hoeneß. Der Manager soll unterdessen seine Fühler nach dem argentinischen Stürmer Christian Gimenez von Olympique Marseille ausgestreckt haben.

Wie der Kicker berichtet, soll der 31-Jährige zum Kandidatenkreis möglicher Zugänge gehören, falls Marcelinho die Hertha verlassen wird. Hoeneß wollte den Kontakt weder dementieren noch bestätigen. `Wir werden auf jeden Fall keinen weiteren Spieler verpflichten, wenn Marcello nicht verkauft wird´, sagte er. Von dieser Aussage ausgeschlossen scheint allerdings der kroatische Stürmer Srdjan Lakic, der Falko Götz im Probetraining überzeugte. Eine Verpflichtung des 22-Jährigen vom kroatischen Erstligisten Kamen Ingrad, wird immer wahrscheinlicher. `Es sieht gut aus´, sagte Hoeneß. Lakic erzielte in der vergangenen Saison 14 Treffer und soll 500.000 Euro Ablöse kosten. Mehr als die Rolle des Stürmers Nummer zwei hinter dem Serben Marko Pantelic bliebe ihm aber nicht.

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