Auch nach der mehrstündigen Autofahrt zum Krisengipfel im niederbayerischen Bad Gögging am Montag war die Wut von Christian Heidel über den `Fall Thurk´ noch nicht verraucht. Im

Thurk liebäugelt mit Wechsel nach Frankfurt

24. Juli 2006, 12:12 Uhr

Auch nach der mehrstündigen Autofahrt zum Krisengipfel im niederbayerischen Bad Gögging am Montag war die Wut von Christian Heidel über den `Fall Thurk´ noch nicht verraucht. Im

Auch nach der mehrstündigen Autofahrt zum Krisengipfel im niederbayerischen Bad Gögging am Montag war die Wut von Christian Heidel über den `Fall Thurk´ noch nicht verraucht. Im Gegenteil: Der Manager des Fußball-Bundesligisten FSV Mainz 05 echauffierte sich weiter über die Abwerbungsversuche des Erzrivalen Eintracht Frankfurt, der FSV-Stürmer Michael Thurk angeblich hinter dem Rücken der Rheinhessen am vergangenen Freitag kontaktiert hatte.

Und das trotz eines bis 2008 laufenden Vertrags. `So eine Aktion ist mir einfach völlig unverständlich, das ist schlechter Stil. Ich hatte mit Frankfurts Vorstandschef Heribert Bruchhagen ausgemacht, dass so etwas zwischen unseren Vereinen nie passieren wird. Und jetzt das´, sagte Heidel, der am Montagmittag zwecks einer Aussprache mit Torjäger Thurk ins Mainzer Trainingslager nach Bad Gögging reiste. Der in Frankfurt wohnende und aufgewachsene Thurk selbst hatte nach dem telefonischen Vorstoß von Eintracht-Coach Friedhelm Funkel durch seine Interessensbekundungen noch zusätzlich Öl ins Feuer gegossen. `Ja, es stimmt, Frankfurt will mich und ich denke ernsthaft darüber nach. Ich werde mir im Trainingslager meine Gedanken machen und danach entscheiden, was ich will´, sagte der 30-jährige Thurk.

Für Heidel steht ungeachtet der verhärteten Fronten der Verbleib des zwölffachen Torschützen der vergangenen Saison außer Frage. `Michael wird überhaupt nichts entscheiden. Er hat noch zwei Jahre Vertrag bei uns, wir geben nicht unseren besten Stürmer ab´, stellte der Mainzer Manager unmissverständlich klar und bezeichnete die nun ins Feld geführten Erklärungsversuche der Frankfurter als `dummes Zeug´. So soll Funkel 14 Tage vor seinem persönlichen Telefonat mit Thurk am vergangenen Freitag bereits mit FSV-Coach Jürgen Klopp offen über das Interesse der Eintracht am Mainzer Torjäger gesprochen haben. Bruchhagen (`Wir sind noch auf der Suche nach einem Stürmer´) begründet die Frankfurter Aktivitäten damit, dass wohl auch Bayer Leverkusen an eine Verpflichtung von Thurk denkt.

Im Tausch mit dem ukrainischen WM-Teilnehmer Andrej Woronin soll der Wahl-Mainzer in der anstehenden Saison womöglich unter dem Bayer-Kreuz stürmen. Davon hatte die Eintracht Wind bekommen und informierte den Frankfurter Bub Thurk direkt über ihr Interesse. Der Blondschopf indes fühlt sich `belogen´ und ist sauer, dass ihn niemand aus der FSV-Führungsriege über die vermeintlichen Anfragen aus Leverkusen und Frankfurt unterrichtet hat. `Dazu sind wir auch gar nicht verpflichtet. Aber abgesehen davon, es gab gar keine Angebote oder Anfragen´, beteuerte Heidel am Montag.

Besondere Brisanz birgt die Tatsache, dass sich die Rivalen bereits am 3. Bundesliga-Spieltag (27. August) in Mainz im Kampf um die Vormachtstellung in Rhein-Main gegenüberstehen. Publikumsliebling Thurk war erst vor anderthalb Jahren reumütig nach Mainz zurückgekehrt, nachdem ein sechsmonatiges Gastspiel bei Energie Cottbus gescheitert war. Damals hatte sich der Angreifer, der die Mainzer 2004 mit zwei Treffern am abschließenden Zweitliga-Spieltag ins Oberhaus geschossen hatte, sogar mit rund 50.000 Euro aus eigener Tasche am Transfer zurück zum `Karnevalsverein´ beteiligt.

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