Er ist unbestritten einer der besten Spieler in der Bundesliga. Dass Lincoln aber dennoch nicht als einer der Großen der Branche wahrgenommen wird, hat seine Gründe.

SCHALKE: Lincoln will endlich zum Führungsspieler werden

sb
24. Juli 2006, 09:53 Uhr

Er ist unbestritten einer der besten Spieler in der Bundesliga. Dass Lincoln aber dennoch nicht als einer der Großen der Branche wahrgenommen wird, hat seine Gründe.

Er ist unbestritten einer der besten Spieler in der Bundesliga. Dass Lincoln aber dennoch nicht als einer der Großen der Branche wahrgenommen wird, hat seine Gründe. Sensibel und häufig launisch, schwankt der 27-Jährige ständig zwischen Genie und Wahnsinn. Kann er an einem guten Tag ein Spiel allein entscheiden, wandelt er sich an einem schlechten zu einem Problem für die gesamte Mannschaft.
##Picture:panorama:1916##
Wenn am nächsten Samstag in Düsseldorf im Ligapokal gegen Bayer Leverkusen die erste echte Bewährungsprobe der Saison ansteht, müssen die Königsblauen ohne ihren Regisseur auskommen. Lincoln sitzt noch eine Strafe aus dem Vorjahr ab, seine Spuckattacke gegen Stuttgarts Thomas Hitzlsperger brannte sich als eine der hässlichsten Szenen des Sommers 2005 in die Köpfe der Zuschauer ein. Ein Ausraster, den Lincoln in der abgelaufenen Serie wie einen Fluch mit sich herumschleppte und seine Leistung oft hemmte. "So etwas kommt nicht wieder vor, das verspreche ich. Das war eine große Dummheit", erklärte der Spaß-Fußballer damals. Die Wirklichkeit sah anders aus, versteckte Schläge mit dem Ellenbogen, gepaart mit einer nervigen Fallsucht und schließlich der Flucht aus der Arena nach der Auswechslung beim 1:1 gegen Köln bewiesen, dass Lincoln weder geläutert noch gereift war.

Insofern markiert die kommende Spielzeit, in der die Königsblauen endlich Meister werden wollen, auch für den Brasilianer einen Neuanfang. Sichtbares Zeichen nach außen ist die Aufnahme in den Mannschaftsrat, die Lincolns Führungsrolle innerhalb und außerhalb des Teams manifestieren soll. "Mirko Slomka kam am Anfang des Trainingslagers auf mich zu und hat mir gesagt, dass er mich gerne im Spielerrat sehen würde. Ich habe mich darüber gefreut mache es gerne. Das ist ein Zeichen des Vertrauens", nickt der Ex-Lauterer. "Ich will gute Leistungen bringen und damit ein positives Beispiel für Schalke sein. Wir haben große Ziele, dazu möchte ich meinen Teil beitragen."
So viel ist klar: Nur mit einem charakterstarken und in sportlicher Bestform auftrumpfenden "Zehner" hat die Schalker Truppe das Zeug dazu, wieder ganz oben anzugreifen. Lincoln weiß das.

Autor: sb

Kommentieren