Die wenigen Spaziergänger am Ruhrstadon trauten ihren Augen nicht. Gestern Vormittag, kurz vor neun Uhr, ging es auf dem Parkplatz hinter dem Stadioncenter zu wie in einem Bienenstock.

Marcel Koller: "Wahlzettel im Schrank, gute Laune im Gepäck"

gp
24. Juli 2006, 09:51 Uhr

Die wenigen Spaziergänger am Ruhrstadon trauten ihren Augen nicht. Gestern Vormittag, kurz vor neun Uhr, ging es auf dem Parkplatz hinter dem Stadioncenter zu wie in einem Bienenstock.

Die wenigen Spaziergänger am Ruhrstadon trauten ihren Augen nicht. Gestern Vormittag, kurz vor neun Uhr, ging es auf dem Parkplatz hinter dem Stadioncenter zu wie in einem Bienenstock. Dort, wo sich bei Abfahrten des Mannschaftsbusses sonst nur männliche Wesen tummeln, bestimmten gestern "Kind und Kegel" das Bild. Marcel Koller und Stefan Kuntz hatten vor wenigen Tagen eine Idee. Die Umsetzung begann gestern früh, als der VfL sich mit zwei Bussen auf den Weg in einen belgischen CenterPark machte.
##Picture:panorama:1915##
Marcel Koller: "Nachdem sich die Mannschaft mittlerweile gut kennengelernt hat, wollen wir an diesem Wochenende auch die Familien einbeziehen. Fußball ist nur Nebensache." Wie ernst es dem Trainer damit ist, beweist die Tatsache, dass das Ergebnis der am Freitag mannschaftsintern durchgeführten Wahl des Kapitäns samt seiner Stellvertreter für den Schweizer zur Nebensache wurde: "Die Wahlzettel liegen zu Hause im Schrank. Damit beschäftige ich mich erst am Dienstag." Wenn man allerdings dabei in das fröhliche Gesicht des Coaches blickte, konnte man fast sicher sein, dass er am Freitag noch mal schnell die 25 Zettel durchgesehen hatte. Es käme einem Wunder gleich, wenn der Trainer das Resultat noch nicht im Kopf hätte.

An Bord übrigens auch die Vorstände Stefan Kuntz und Ansgar Schwenken, die den Ausflug ausdrücklich begrüssten. Stefan Kuntz: "Wir werden sicherlich viel Spaß haben." "Spaß" hat Marcel Koller auich, wenn er die bisherige Vorbereitung Revue passieren lässt: "Was die Mannschaft am Donnerstag hinsichtlich ihrer Willenskraft demonstriert hat, überraschte mich. Vier Wochen sind schon auf die Knochen gegangen, dann noch die Hitze." Bei allen Problemen, die seine Mannschaft hatte, bei allem, was aufgrund des derzeitigen Standes der Vorbereitung noch nicht funktionierte, war das Spiel in Genk für Koller eine Bestätigung dafür, wie wichtig es ist, gegen starke Gegner zu testen. Koller. "So ein Spiel mit der Brechstange ist mir lieber als wenn einige beim 15:0 gegen Hintertupfigen nur aufreizend mit dem Hintern wackeln."

Nach zwei fußballfreien Tagen in Belgien wird Koller morgen im Nachbarland trainieren, bevor gemeinsam mit den Familien die Rückreise angetreten wird. Dann zieht der Coach die Zügel wieder an. Nach zwei Übungseinheiten am Dienstag, steht am Mittwoch das nächste internationale Testspiel auf dem Programm. In Wattenscheid trifft der VfL um 19 Uhr in der Lohrheide auf den französischen Erstligisten Le Mans.

Autor: gp

Kommentieren