STUTTGART: EnBW droht mit eingeschränkter Sponsorenaktivität

21. Juli 2006, 13:57 Uhr

Der Stromkonzern EnBW hat für den Fall einer Verurteilung seines Vorstandsvorsitzenden Utz Claassen im Zuge des WM-Kartenskandals eine radikale Einschränkung seiner Sponsorenaktivitäten im Sportbereich angekündigt.

Der Stromkonzern EnBW hat für den Fall einer Verurteilung seines Vorstandsvorsitzenden Utz Claassen im Zuge des WM-Kartenskandals eine radikale Einschränkung seiner Sponsorenaktivitäten im Sportbereich angekündigt. Das berichtet die Stuttgarter Zeitung in ihrer Freitagausgabe. `Unsere Strategie wird dann generell anders ausfallen als bisher - und zwar ganz anders´, erklärte Unternehmenssprecher Hermann Schierwater und bestätigte: `Dann werden wir unsere Sponsorenaktivitäten radikal herunterfahren. ` Das Karlsruher Unternehmen fungiert unter anderem beim Fußball-Bundesligisten VfB Stuttgart sowie beim Zweitligisten Karlsruher SC als Trikot- und Hauptsponsor und unterstützt darüber hinaus den Handball-Bundesligisten FrischAuf Göppingen sowie den Basketball-Erstligisten EnBW Ludwigsburg.

Allerdings relativierte Schierwater seine Drohung: `Kein Klub muss befürchten, dass wir uns nicht an die vereinbarten Abmachungen halten.´ An Stuttgart zahlt der Stromkonzern pro Jahr rund 4,5 Millionen Euro - der Vertrag läuft noch bis 2010. Zudem hat sich EnBW die Namensrechte für die Gegentribüne im Gottlieb-Daimler-Stadion gesichert. `Das Ganze ist ein Thema, das uns ganz schön die Ohren spitzen lässt´, bestätigte VfB-Marketingdirektor Rainer Mutschler der Stuttgarter Zeitung mit Blick auf die Ankündigung des Sponsors. Das Unternehmen verfügt zudem über eine VIP-Loge im Stadion für knapp 100.000 Euro Euro pro Jahr. Gegen Claassen hatte die Staatsanwaltschaft Karlsruhe Anklage wegen Vorteilsgewährung erhoben. Der Vorstandschef des nationalen WM-Förderers hatte politischen Amtsträgern Freikarten für die Fußball-WM angeboten, weil es offenbar Schwierigkeiten gab, das zur Verfügung stehende VIP-Ticket-Kontingent an den Mann zu bringen.

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