Noch liegen sie irgendwo in der Sonne, träumen noch von ihren Großen Taten bei der WM und erholen sich von den Strapazen - doch bald werden die `Weltmeister der Herzen´ nach dem rauschenden Fest vom grauen Liga-Alltag wieder eingeholt.

`Weltmeister der Herzen´ droht grauer Liga-Alltag

20. Juli 2006, 12:32 Uhr

Noch liegen sie irgendwo in der Sonne, träumen noch von ihren Großen Taten bei der WM und erholen sich von den Strapazen - doch bald werden die `Weltmeister der Herzen´ nach dem rauschenden Fest vom grauen Liga-Alltag wieder eingeholt.

Noch liegen sie irgendwo in der Sonne, träumen noch von ihren Großen Taten bei der WM und erholen sich von den Strapazen - doch bald werden die `Weltmeister der Herzen´ nach dem rauschenden Fest vom grauen Liga-Alltag wieder eingeholt. In ein bis zwei Wochen müssen die deutschen Fußball-Nationalspieler bei ihren Klubs das Training aufnehmen. Während etwa bei Robert Huth oder Per Mertesacker die Zukunft sogar noch offen ist, droht fast einem Drittel des 23-köpfigen Kaders zum Saisonstart erst einmal die Ersatzbank.

Wenn die Bundesliga am 11. August beginnt, zählt die WM nicht mehr. Einen Bonus für die deutschen Helden gibt es deshalb auch nicht. `Wir sind stolz, was Christoph bei der WM geleistet hat, aber das muss er jetzt auch in Dortmund unter Beweis stellen´, sagt BVB-Boss Hans-Joachim Watzke über Verteidiger Christoph Metzelder. Auch Bayern Münchens Trainer Felix Magath will keine allzu große Rücksicht auf die WM-Teilnehmer nehmen. `Man muss abwarten, wie die Spieler in Tritt kommen und ihre Defizite aufarbeiten. Man muss die Spieler langsam heranführen´, betont Magath und spricht von `einem Problem und erschwerten Bedingungen´. Beim deutschen Rekordmeister haben die Jungstars Podolski und Schweinsteiger angesichts der großen Konkurrenz einen schweren Stand. Insbesondere Podolski hat in Roy Makaay, Claudio Pizarro und Roque Santa Cruz einige Hochkaräter vor sich.

Dazu könnte noch der von den Bayern umworbene Ruud van Nistelrooy kommen. In der vergangenen Saison hatte der junge Angreifer bereits die Schattenseiten kennengelernt. Nach dem Konföderationen-Cup war Podolski, damals noch in Diensten des 1. FC Köln, in ein Loch gefallen und sah sich einiger Kritik ausgesetzt. Auch Schweinsteiger brauchte fast ein halbes Jahr, um die Strapazen des `Confed-Cups´ wegzustecken. Der neue Bundestrainer Joachim Löw hat die Vereine nach den Erfahrungen im vergangenen Sommer bereits aufgefordert, `gerade die jungen Spieler aufzufangen und ihnen zu helfen. Wir müssen aufpassen, dass sie nach so einem Ereignis wie die WM nicht in ein Loch fallen´. Metzelder, Schweinsteiger und Podolski sind jedoch nicht die einzigen deutschen Nationalspieler, die sich in der Bundesliga möglicherweise zunächst einmal mit Nebenrollen begnügen müssen. David Odonkor muss in Dortmund ebenso um seinen Platz kämpfen wie Thomas Hitzlsperger in Stuttgart, Mike Hanke in Wolfsburg oder Gerald Asamoah auf Schalke.

Robert Huth weiß im Moment noch nicht einmal, für welchen Klub er in der kommenden Saison spielt. Der Innenverteidiger war sich über einen Wechsel von Chelsea zum FC Middlesbrough bereits mit dem UEFA-Cup-Finalisten einig, bestand aber den Medizincheck nicht. Notfalls könnte Huth zu Chelsea zurückkehren, wo er noch einen Vertrag bis 2008 besitzt. Dort wollte er wegen fehlender sportlicher Perspektiven aber unbedingt weg. Auch Per Mertesacker steht nach seiner Rückkehr aus dem Urlaub noch vor einer ungewissen Zukunft. Der Verteidiger will mit aller Macht von Hannover zu Werder Bremen wechseln. Die Vereine konnten sich bisher aber nicht einigen.

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